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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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139
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hatte, mit Gegenprotestationen. Dieses Begehrenschien den Gesandten nicht unbillig, und darum ver-mittelten sie dazu, zwar mit vieler Mühe, die Ein-willigung des Gotthausbundes, dessen Deputiertesich zuerst in Chur versammelten, aber nachzukommenversprachen, als die Gesandten selbst den aastenHerbstmonat nach Jlanz vereisten.

Auf dem dortigen Bundestag wurden Esther undvon Wattenwyl feyerlich empfangen , und wandtennunmehr den möglichsten Fleiß an, durch ein herab-lassendes und aufrichtiges Betragen allgemeine Liebezu gewinnen, die Führer der verschleimen Parteyenzu besänftigen , und den erlyschnen Patriotismuswieder anzufachen. Die erste Folge ihrer Ermahnun-gen war, daß die wenige Tage nach ihnen ange-langten Deputierten des Gotthausbundes auch indie Versammlung der zween andern Bünde kamen.Diese Deputierten foderten von dem obern uud demX Gerichten Bund vor allem aus die Erklärung, daßman die Vorrechte ihrer Prinzipalen keineswegs an-fechten, und denselben sowol gegen den unrechtmäsisigen Bischof von Chur, als in Rücksicht auf denVerkauf des Münsterthals und die ausbleibendenPensionen treuen Beystand leisten wolle. Hieraufaber erfolgte eine neue Trennung. Die streitendenParteyen sahen sich genöthigt schriftlich mit einan-der zu unterhandeln, und, durch eine aus den zHäuptern und 9 andern Deputierten bestehende Kom-mißion , Vcrgleichsvorschlage entwerfen zu lassen.Hieran nahmen Esther und sein Kollege anfangs nurmittelbaren Antheil, weil sie in die mißlichen Ge-schäfte, wobey der kaiserliche Hof als Partey zumVorschein kam , sich so wenig als möglich mischenwollten. Allein auch diese Kommißion beschäftigtesich einige Tage fruchtlos mit Friedensvorschlagen,