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die ihr von einem Unbekannten zugesandt wordenwarm, und nahm endlich in Ansshung der Streit-fragen über die Grundgesetze ihre Zuflucht zu beydenGesandten. Bon nun gn hielten diese letztem täg-lich mit ihr Konferenz, und trachteten hauptsächlichallen Neuerungen in der Landesverfassung vorzubeu-gen, auch die durch lange Uebung rechtmäßig ge-tvordnen Vorrechte des Gotkhausbundes zu retten.Es fanden sich aber viele Schwierigkeiten, vorzüglichweil dieStadtChur selbst in zwoFaktionen getheilt war.An der Spitze der einen stand diejenige Magistrats-person , welche im Jahr 1726 das neue Kapitulatbesiegelt hatte, und sie mißgönnte dem Präsidentenihres eignen Bundes seine Rechte, weil die Erwäh-lung dieses Präsidenten größtentheils von ihren mitdem Kapitulat unzufriednen Gegnern abhieng. Die-se Gegner der Familie von S** stimmten also mit ein,wenn die Häupter der zween andern Bünde, unterdem sehr geschickt hervorstechend gemachten Vorwand,gesetzlich müße kein Bund und kein Hochgericht irgendeinen Vorzug vor dem andern haben, Uebungen ab-schaffen wollten, die allerdings auf den wahrenStaatsvortheil der Republik gegründet waren. Ueber-dies ruckte man den Friedensstiftern selbst nicht un-deutlich vor, daß ihre Kommittenten bey vormaligenUnterhandlungen eine andere Sprache geführt hatte».Dennoch fanden Eschers und Wattenwyls triftigeVorstellungen in Rücksicht auf die Gefahren, wel-che jede gewaltsame Veränderung in einer republika-nischen Verfassung begleiten , bey der Mehrheit Ein-gang, und zwar desto mehr, weil beyde Gesandtennachdrücklich versicherten, daß sie in keine Neuerun-gen zu willigen durch ihre Verhaltungsbefehle gebun-den waren, und daß dergleichen Neuerungen theilsihren Prinzipalen sehr empfindlich fallen , theils die