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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
150
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gegen hatten beyde Stande, in dem8zsten §. bes znRoschach entworfnen Vergleichs, zum Vortheil fo-wol des Standes Appenzell als der Stadt St-Gal-len, unter ihrer Gewährleistung, festgesetzt z daß beykünftigen Streitigkeiten unter diesen letztem unddem Abt von St. Gallen, jede Partey , ohne Thät-lichkeiten zu verüben, zween ihr.beliebige Kantonszu Schiedsrichtern erwählen, und sich dem Ausspruch,der mehrern Richter unterwerfen sollte Die Vor-steher aller Rhoden hatten diesen Vertrag genehmigt,ohne der Landsgemeinde, vor welche bis auf dieseZeit nur förmliche Bündnisse waren gebracht wor-den , denselben vorzulegen. Allein eine zahlreicheFaktion hatte im Jahr >71;, in der Meinung, essey der Landesfreyheit sehr nachtheilig, daß manflch gegen den Abt nicht mehr mit der Faust Rechtverschaffen könne, die Verwerfung jenes Artickeisfruchtlos, aber mit so grossem Ungestüm, von derLandsgemeinde verlangt, daß einige Zeit hernachihre Anführer an Vermögen und Ehre gestraft wur-den. Im Jahr 1718. war der streitige §. selbst,durch die fcyerliche Bestätigung des zu Roschach ent-worfnen Friedens, völlig in Kraft, und zwey Jah-re später, bey Anlaß eines Zollstreites zwischen Ap-peuzell und dem Prälaten, znm ersten Mal wirklichin Erfüllung gekommen. Allein im Jahr 17Z2.nahm das von Ehrgeiz und Eifersucht über das An-sehen einiger verdienstvollen Männer angefachte Feuerder Zwietracht einen gefährlichen Ausbruch. Alsbey Gelegenheit einer Landsgemeinde im MonatAprill die Rathe auf den Versammlungs - Platz ge-hen wollten, verlangten der Landamman W*undder Statthalter M * von Herisau, daß man dasVolk um seinen Willen in Ansehung des 8 ;sten §.befrage. Sie wurden, zwar nicht ohne Mähe, zur