Buch 
Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
151
JPEG-Download
 

...- ifr

Nutze gewiesen, worauf der Landamman, nachdemer die Häupter hinter der Gitter allein versammelthatte, eine zuvor unerhörte Sache! mehrere Vor-schlage, wie z. B. daß die Hälfte des Landarchivesvon Trogen nach Herisau gebracht werde, durchzu-setzen suchte. Obgleich er solches nicht vermochte,so wurde doch, vermittelst eines neuen ZollstreiteSmit der Stadt St. Gallen, ein grosses Mißvergnü-gen über den 83sten K. und damit zugleich allge-meine Verwirrung erweckt. Als St. Gallen, aufder Tagsatzung zu Bade», die traktatmaffige Ernen-nung zweencr Schiedsrichter von jeder Seite be-gehrte , streute man unter die Landleute geflissent-lich aus r das Land sey in dem Noschacher-Friedennicht nur des Rechtes Beleidigungen mit Gewalt zuzu rächen, sondern sogar der Nsthwchre gegendie Stadt St. Gallen und den Prälaten, verrathe-rischcr Weise, durch zwey verstorbne Landeshauptervon Herisau, und zwey noch lebende von Trogenberaubt worden. Um diese schädlichen Verleumdun-gen zu ersticken, wollten die Häupter vor der Git-ter einen gedoppelten grossen Landrath in Trogenhalten, welches auch, nachdem die Gegenpapteysich erst einseitig versammelt und man über den Ortder Zusammenkunft gestritten hatte, wirklich geschah.Dieser allgemeine Landrath untersuchte den 8zsten§ , fand nichts verdächtiges darin, beschloß die Ver-leumder zur Strafe zu ziehen, und ließ diesen Ent-schluß in allen Gemeinden ab der Kanzel verkündi-gen. Mein die zur Sicherheit der Mitarbeiter anjenem §. nothwendige Untersuchung- in Rücksicht aufdie Verleumder, wurde hinter der Sitter durch man-cherley Ränke rückgängig gemacht. Auch schloß manzu Herisau einige dem Noschacher-Frieden günstigeMänner von dem Gcmeind-Rath aus. Hierauf