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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
153
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- IZZ

die Schädlichkeit des Zgstrn §. mit vielen Scheinegründen zu beweisen suchte, und auf Haltung einerLandsgemeinde, welche hierüber allein urtheilen kön-ne , eifrig drang. Auch dieses Memorial wurde voneinem grossen Rath zu Trogen, vor dessen Besuchungdie Rathe hinter der Gitter alle Gemeinden gewarnthatten, widerlegt, und besonders wurde gezeigt,daß die Häupter zu Herisau vor kurzem eine ganzandere Sprache geführt, uud daß sie selbst denNutzen einer durch Vertrage bestimmten Art undWeise die Streitigkeiten mit Bundsgenossen beyzu-legen, ausführlich dargekhan hätten. Dennoch er-eignete sich den igten November, als die Landes-häupter und die Hauptleute aller Gemeinden wegenökonomischen Geschäften zu Herisau versammelt wa-ren . ein schrecklicher Auftritt. Die dem gtzsten §.abgeneigte Facktion belagerte das Rathhaus, drangin das Versammlungs-Zimmer, überhäufte die an-dersgesinnten Räthe mit Schimpfworten, und miß-handelte dieselben dergestalt, daß die Haltung einerausserordentlichcn Landsgcmeinde zu Tüfen auf derStelle versprochen werden mußte. Noch mehr;man zwang jedes einzelne Rathsglied auf den Platzvor dem Rathhaus herunter zu rufen; es sey einFehler gewesen daß der Magistrat den 8zsten § nichtvor die Landsgemeinde gebracht habe. Umsonst be-theueren die Räthe vor der Gitter, ihre Partey wer-de diese Feindseligkeit nicht ungerochcn lassen; manantwortete mit Rippenstößen , und die Häupter vonTrogen waren in augenscheinlicher Gefahr zum Fein-ster hinausgeworfen zu werden, während daß ihreGegner ruhig auf ihren Plätzen saßen, und nur ei-ner mit leiser Stimme im Namen des Magistra-tes das Recht vorschlug. Der Tumult wurde erstin der Nacht gcstillet, als die Räthe von Trogen