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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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155
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vnd Schutz gegen den neuen, und nöthigten den-selben durch ihre Bitten zu Fortsetzung seiner Retgierung , so daß itzt eine gedoppelte Obrigkeit imLande war. Der Partcygeist, welcher in Repuhlukcn seine Erfindungskraft sehr bald an Beyname»übt , nannte nunmehr die der neuen Regierung er-gebne Faktion die Harken, ihre Gegner hingegendie Linden. Jene verdrängten in allen Gemeinden,wo sie zahlreicher als die Linden waren, die altenHauvkleute , und glaubten sich desto mehr ihre Geg-ner für Rebellen zu erklären berechtigt, weil sie dasgrosse Landsiegck besassen, und durw Drohungen dieAuslieferung des kleinen von Trogen ebenfalls er-hielten. Die Linden hingegen suchten, nachdem siefruchtlos Deputierte mit Friedensvorschlägen nachHerisau gesandt hatten, bey den evangelischen Kan-tons Rath und Hülfe, ungeachtet die Landsgemein-de zu Lüftn einen solchen Schritt bey LebcnsstrafeVerbote» hatte../.Die Kantons wollten hierauf,zum Beweis ihrer Unparteylichkeit, die. von der al-ten Regierung in Vorschlag gebrachte Abfindung-einiger Deputierten nach Zürich nicht gestatten. Sieermähnten hingegen ihre Bundsgenossen von Appen-zell überhaupt sehr nachdrücklich zum Frieden, undstellten denselben ausführlich vor, daß der 8 ;sie §.ihre Rechte um so viel weniger verletze, weil dasLand dadurch nicht gehindert werde sich in Strei-tigkeiten mit Gliedern der Eidgenossenschaft, kraftdes Bundes vom Jahr 1513 , an alle Stande, zuwenden. Allein von dem Inhalt der mit klugemBedacht an den ganzen Stand gerichteten eidgenös-sischen Schreiben kam dem Volk hinter der Gitterwenig zu Ohren, und die neue Regierung überrasch-te Zürich und Bern durch Absendung von Deputier-ten, welche die evangelischen Orte baten, daß sie