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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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welche die letzte Hand an eine förmliche Aussöhnunglegte. Beyde streitende Theile waren von den Kan-tons selbst nach Frauenfeld eingeladen worden, undzwar die Harten mehrmals. Dennoch blieb diesePartey, unter dem Vorwand, die künftige Lands-gemeinde werde ihrem Zwist schon ein gütlichesEndemachen, wirklich aus. Und doch war die neneKonferenz keineswegs auf Bitte ihrer Gegner aus-geschrieben worden; denn diese äusserten vielmehrden Wunsch daß die Stände ganz andere Maßre-geln hätten nehmen mögen, und glaubten sich zueinem solchen Verlangen durch neue von den Hartenverübte Gewatthätigkeiten je langer je mehr berech-tigt. Die Gesandten konnten also der einen Par-tey nur schriftliche Vorstellungen machen, wozu dieandere durch verschiedne Forderungen Gelegenheitgab; wie z. B. daß auf der nächsten Landsgemeindeüber den 8Zsten §. nicht votiert werde, daß einigeGesandten oder wenigstens beeidigte Männer ansbeyden Parteyen bey dieser Versammlung den Vor-sitz haben möchten, n s. f. Uebrigens erklärten siesich, daß auch von rhrcn Prinzipalen eine auf gesetz-liche Weise versammelte Landsgemcinde für den Lan-desherr im Appenzeller-Land, mit welchem alleinman im Bunde stehe, angesehen werde, und daßdie Stände weder diesem Souverän den Zgsten §.aufdringen, noch dgfür wider den Willen des Kan-tons die Gewahr gegen den Abt von St. Gallenleisten würden. Ihre nachdrücklichen Ermahnungs-schreiben wirkten wenigstens so viel, daß beyde Re-gierungen gemeinschaftlich in Tüfen einige Anstaltenzu Deybehaltung guter Ordnung auf der künftigenLandsgemcinde trafen, welche, so sehr es die Lin-den mißbilligten, zu Hundwyl gehalten werdenmußte. So bald die Gesandtschaften von den Par-