Buch 
Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
173
JPEG-Download
 

-- -73

teyett das Versprechen hatten, daß man jene Vcr-fammlung besuchen werde, eilten sie von Ermahnunggen müde, so wie es die Stande selbst und vor-züglich die Vororte waren, wenigstens mit dem Be-wußtseyn nach Hause, nicht ganz fruchtlos repub-likanische Mäßigung empfohlen zu haben. Die Land-gemeinde/welche den roten May (1733.) zu Hund-wyl ihren Fortgang hatte, fiel gänzlich zum Vortheilder dießmal ihren Gegnern beynahe gedoppelt überleg-nen Harten aus. Nicht nur wurde der 8 zste K. ohneEinschränkung verworfen, sondern übcrdicß dasUrtheil gefällt, baß man den im Jahr 1715. bestraf-ten Gegnern des Roschacher-Friedens ihre Busse,samt den Zinsen, zurückgebe, und daß hingegendie Amnestie in Ansehung alles seither Vorgegang«nen sich nur auf die gemeinen Landleute erstreckensolle. Der neue, nnr aus Gliedern der siegendenPartey bestehende Magistrat nahm die Gesetzlich-keit der vorsängen Landsgemeinde zu Tüfen und dieBehauptung, daß seit derselben alle öffentlichenSchritte der alten Regierung aufrührische Eingriffein die obrigkeitlichen Rechte gewesen seyen, als un-leugbare Grundsätze an. Unter dieser Voraussetzungfand man viele Strafbare, die entweder mit star-ken Geldbussen belegt ober von Ehrenämtern aus-geschlossen wurden. So wenig wurde die von denKantons empfohlene Schonung beobachtet, ungeach-tet diese letzter», vorzüglich Bern, in Rücksicht aufjene schimpfliche Behandlung ihrer Gesandten zuHerisau ,sich beynahe in die unangenehme Nothwen-digkeit versetzt glaubten, eine den Umständen ange-messene Genugthuung von Eidgenossen zu fordern.

Kaum war dieses Streitgeschäft geendigt, so saheEsther neuen Unterhandlungen entgegen, welche inder Folge ihn nicht minder Mühe kosteten, und