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der zwey andern Schirmorte, auf sich nehmen.Bey dieser Unterhandlung bewies er die größte Hersablaßung, und eben so viel Unverdroßcnheit als aufdem Reichstag zu Regensburg, wo er das Jnte-reße der ganzen protestantischen Schweiz vertheidigthatte, oder wahrend der Mediation in dem reichenund aufgeklarten Genf. Schon lange war er über-zeugt gewesen, daß die menschlichen Leidenschaftenaller Orten gleiche Gegenstände, und gleiche Wir-kungen haben; aber zu Rapperschweil leuchtete ihmbesonders ein, daß Neid und Ehrgeiz sich in', ver-falknen Rathhaüsern, und im Getümmel glänzenderHöfe, ähnlicher Ranke, nur mit ungleicher Fertigkeit,bedienen. Auch blieben seine dortigen Bemühungennicht fruchtlos; denn er brachte nebst seinen Kolle-gen einen Vergleich oder sogenannten schirmherrli-chen Rezcß zu Stande, welcher den heftigen Strei-tigkeiten zwischen dem Magistrat und der Bür-gerschaft ein glükliches Ende machte. Hieraufberathschlagten sich die Gesandten der III. Schirmortenoch über andere Staatsangelegenheiten; z. B. übereinige in dmr Tvkeuburg entstandene, gefährli-che Bewegungen. Hierzu hatten ihre Souveränssie auf Eschcrs Verlangen bevollmächtigt, welchergerne die Zeit sparte, und mehrere Absichten mit-einander zu vereinigen wußte. Auch diese Berath-schlagungen waren nicht ohne Nuzen, und bestärktenden Bürgermeister in der Meinung, daß die Kantonsviele Geschäfte leichter durch freundschaftliche Un-terredungen ihrer Hqüptcr, als durch ihren bestän-digen Briefwechsel, zu Ende bringen könnten.
In eben demselben Jahr (1742) stand Esther zuBaden der gewöhnlichen Zugleistung aller Kantonsvor, welche von einem Bottschaftcc Kaiser KarlsVII. besucht wurde. Dieser Ambaßadeur, ein