Buch 
Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
301
JPEG-Download
 

Z0I

Graf von Froberg, hatte den Auftrag, für die Glük-wünsche der Kantons, zu der auf seinen Kurfürstengefallenen Kaiser-Wahl, zu danken*). Man begeg-nete ihm mit vieler Achtung, aber auch mit derZurükhaltung, welche die Zeitumstande erforderten.Esther besonders hatte hierauf gedrungen. Auchwurden durch seinen Einfluß die vielen und un-gleichartigen Geschäfte der Gesandten, mit der mög-lichsten Geschwindigkeit und Eintracht, geendigt.

Zwey Jahre hernach mußte er, nebst dem RathshcrrBernhard Werkmillcr, eine gemein-cidgenößisthe Kon-ferenz in Baden besuchen, wozu die damalige Köni-gin von llngarn, Maria Theresia, durch das Begeh-ren Gelegenheit gab, daß die Kantons zwey Regi-menter für sie aufrichten möchten. Schon ihr VaterKaiser Carl VI. hatte, nach einer langen Unterhand-lung "), zwey solche Regimenter, ein protestantischesund ein katholisches, auf 6 Jahre in seine Dienstegenommen, aber beyde nach zwey Jahren, ohne hin-längliche Entschädigung der Offiziers und Soldaten,wider abgedankt. Den Evangelischen besonders,hatte man zwar die Beybehaltung ihres Regimentesunter gewissen Bedingungen angeboten. Allein dieganze Eidgenoßenschaft war damals so unwillig überden Kaiser geworden, daß die reformierten Stände,nach einer im Jahr 1756. zu Baden gehaltenen gemein-eidgenößischen Konferenz, bey welcher Escher auchals erster Gesandte seines Standes gewesen war,

*) In seiner Anrede attdie Gesandten, gab Froberg der hel-vetischen Nazion das schöne Zeugniß: Sie führe das Her;»auf der Zunge.

") Eine der grösten Schwierigkeiten bey dieser Negoziationwar die Frage gewesen, ob die protestantischen Soldatenvor dem Vcnerabile nicdcrküien sollten. Hierüber hatteder Kaiser mit der Eidgenoßenschaft viele Briefe gewechselt.