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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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302
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das kaiserliche Anbieten ausgeschlagen, und ge-meinschaftlich mit den katholischen Kantons nur auf«ine billige Schadloshaltung gedrungen hatten.Desto weniger waren im Jahr 1744. die meistenKantons den Wunsch der Königin zu erfüllen ge-neigt, ungeachtet ihr Bottschafter, der Markis vonPrie, persönlich nach Baden gekommen war, woman ihn mit vieler Achtung empfieng. Zwar hatteder Stand Zürich seinen Gesandten die Einwilligungin den Antrag des Ambaßadeurs mit dem Vorbehaltaufgetragen, daß die Neutralität der Schweizer ge-gen alle kriegführenden Machte beobachtet- folglichvon den eidgcnößischen Truppen nur in Vorder -Oesterreich Gebrauch gemacht werde; anderer Be-dingungen in Bezug auf den Sold, die Relrgions-freyhcit und den Rang zu geschweigen. Allein dieGesandten der übrigen, vorzüglich der katholischenKantons, hatten größtentheils ungünstige und un-vereinbare Verhaltungsbefehle mitgebracht. Auchdie Gesandtschaft von Bern drang darauf, daß mansich gegen alle benachbarte Machte gleich betragen,und dem Haus Oesterreich nicht bewilligen sollte,was man Frankreich wirklich abgeschlagen hatte. Esüberreichten ferner die Sekretärs des kaiserlichen,des französischen und des spanischen Ambaßadeursin der Eidgenoßenschaft, den Gesandten nachdrüklicheSchreiben ihrer Prinzipalen, nebst einem Memorial,worin die Kantons ermähnt wurden, dem Begehrender Königin kein Gehör zu geben. Umsonst verlangtealso der Markis von Prie jene Regimenter kraftder Erbverein *), und als eine Entschädigung fürd e genaue Neutralität, welche seine Königin gegen

') 2» der in den Jahren i?ov. und i;n. mit Kaiser Ma-ximilian I. ernencrien Erbverein ist nur von getreuemAufsehen (Läsle die Rede.