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D. Joh. Georg Zimmermann, Königl. Großbrittannischer Leibmedicus in Hannover, von der Erfahrung in der Arzneykunst
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73
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viertes Rapitel. 7z

daß man in einigen von diesen Sammlungen vol-lends die Mahrgen der alten Weiber erzählet, ge-rade als wenn die Naturgeschichte an Lugen Man-gel litt.

Die Archive derArzneywtssenschaft sind die Schrif-ten, welche die Natur umfangen, durchdringenundihr gleich sind; die jeder Sache ihr eigenstes Licht,dem zweifelhaften seine Schatten, jedem Zuge dieunverwerfliche Miene der Wahrheit geben: die derErfahrung durchaus getreu das Wichtige ausdähnen,das Deutliche verkürzen, das Ueberflüßige verschwel,gen. Sie sind nicht auf die leichten Blätter geschrie-ben, die ein Tag gebiert, der Verstand verwirft,die Natur miskennt, die Zeit zerbläst; sie sind aufehrne Tafeln gegraben, ein wahrender Schatz, einlebendes Bild der Natur.

Aus diesen vor der Vergänglichkeit gesicherten Ar-chiven fliesten die Göttersprüche, die gedankenschwerohne Zweydeutigkeit, deutlich ohne Umschweif, tief-sinnig ohne Dunkelheit, der Natur Geheimnisse er-öfnen , das Vergangene erklären, das Gegenwärti-ge beleuchten, und das Künftige verkünden. Rich-tige Beobachtungen, und aus denselben gezogenegleichrichtige Schlüsse sind auf dem verworrenenPfad ein sicherer Leitstern, und bis an die hellen Hö-hen , die Hippocrates und Sydenham und Boer.haave und wenige mit ihnen erstiegen , der einzige,der wahre und unwankelbare Unterricht.

Durch das Ansetzn ungeblendet müssen wir unsNicht an einen, an zweene oder drey Verfasser hal-ten , sondern alle lesen , alle hören, alle vergleichen,die von der Natur unterrichtet, ihr getreu geblieben.Wir empfangen dankbar das Gute des Galenus,der Araber, einiger Aerzte der mittlern Zeiten, diedurch die Dunkelheit ihres Jahrhunderts , wie ent-