Band 
[Erster Theil.]
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385
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Li,yk§.

ükMin wohl glükte. Alle Kunstkenner stimmen da-rin» übercin, daß er einer der besten Künstler in Hol-lmd gewesen sey, welches eine unzählige Menge Blät-tcr, die man einzeln, vornehmlich aber in geist-undweltlichen Büchern findet, sattsam bezeugen, worun-ter die grolle Knpferbibel, welche Peter Mortier her-aus gab, sein vornehmstes Werk ist; in diesem fin-det man was die Ezkunst schönes hervor zu bringenvermag. Man bemerket in seiner Arbeit ein bewun-dernswürdiges Feuer, Einbildungskraft und Leich-tigkeit. Aus der freyen und ungezwungnen Manier,die man in seinen Kupferstichen wahrnimmt, sollteman fast schliesst, Luyken habe sie ohne verfertigteZeichnungen von freyer Hand mit der Nadel auf dieKupferplmten hingerissen ; gleichwol findet man inden Kabinetten der holländischen Liebhaber schöne mither Feder und chinesischer Dinle verfertigte Hand-zeichnungen von seiner Arbeit, nach welchen er ra-diere. Dieser fromme Mann schrieb auch einige gott-selige Bücher, die er mit seinen vortreflichen Kupfer-stichen zierte. Er starb 1712. Sein Sohn Casparübte auch das Kupftrctzen, folgte aber dem Vaterweder in der Manier noch in der Kunst, und starbvor itnn. Weyerman r>. eoy.

Luyks ( ) Samuel van Hoogstraeten unterrich-tet uns in einem seiner Briefe, datirt Wien den ytenAugust 1651. von dickem Mahler folgender Gestalt:

„ Plan kündet eiinn Sandrart an; dieser soll der,, berühmteste deutsche Mahler seyn, und seine An-„ kunfl macht viel Geräusche. Man sagt: Er wer-„ de in kayserliche Dienste kommen, um daselbst sein„ Glük zumachen. E« scheint, er werde I. K. M- ersten„ Mahler Luyks übertreffen wollen. „ Dieser Künst-ler mahlte Historien und Portraite. Er ist ohneZweifel der in seiner Ordnung angeführte Franz Leux.Descamps D 2. p. ;o4.

L»z < ) ein deutscher Mahler; lernte zu Florenzbey Balthasar Franceschini, der ihn sehr liebte. Luzmahlte vortreflich in Pastelfarden, und blühete umrü 8 o. Baldinucci See. Nr. 41;.

Luzzi (D. Philipp) ein Priester und Mahler, lebteum 1720. Man siehet von ihm historische Gemähl- Ide in den Kirchen St. Franciscus und Prasscde zu °Rom. Titi.

Lychuö, ein antiker Bildhauer; verfertigte die Sta-tue eines Knaben, der ein Rauchfaß hält. Plinius

L. Z4. o. 8.

Lyciftus, ein antiker Bildhauer; machte die Sta-tue von Lagon, einem türkischen, falschen und nieder-trächtigen Schmeichler. Plinius I.. zq,. c. 8.

Lycius, ein Bildhauer; Myrons Sohn undSchü-ler. Einige halten dieses Wort für einen Bcynamen,den Myron selbst trug. Plinius l-. 8- 4.

Lyens (Jacob des) ein geschikter Bildnissemahlerzu Paris um 1720. Lernte bey Niclaus de Largil-tiere. ^ Man hat nach feinen Gemählden Kupferstichevon N. de l'Armeßin , Erstere, N. Tardieu, Wille,u. s. f. Siehe den Artikel Destombes.

Lyonet (Peter) gebohren zu Mastrich 1708- Stu-dirte zu Leyden die Gottesgelehrtheit und zeigte inwährender Zeit eine solche Neigung und Talente fürdie Zeichenkunst, daß er ohne Anleitung mit dem Fe-dermesser ein Basrelief in Palmenholz schnitte, unddarinn Apollo mit den neun Musen vorstellte; diesesStük verdiente die Bewunderung des Ritters vanMoor, der ihm seine fernern Anleitung zur Zeichen-kunst anbott, die Lyonet mit Dank annahm und sichfleißig in derselben übte. Nach einiger Zeit, die er, mit vielem Eifer auf die Rechtslehre verwandte, be-kam er Lust die Beschaffenheit und vielfältige Ver-änderungen der Infekten zu untersuchen, mit größ-tem Fleiß und Genauheit nachzuzeichnen, auch eini-ge davon selbst in Kupfer zu etzen, und mit Anmer-kungen zu erläutern; dieses gewog die königliche Ge-sellschaft der Wistenschaftcn zu London den Lyonet1748. zu ihrem Mitgliede zu ernennen. Er war auchSachwalter des Iustizhofes von Holland, Dollmet-scher, Patentenmeister und Ausleger der an die Ge-«cralstaaten in Ziefern gefchriebnen Briefen. VanGool I. 2. x.

L»s (Johann) genanntPan, gebohren zu Olden-/

Lysfens. zzz

bürg um r;7o. Lernte bey Heinrich Golzius, ver-ließ aber feine Manier zu Rom. Er mahlte auf kleineTafeln Tänze, Hochzeiten, bäurische Schlägereyen,Schenken, u. f. f. zuweilen auch geistliche Historien.Lys dachte seinen Compositionen lange Zeit nach,wann er aber seine Gedanken einmal fessgefezt hatte,arbeitete er Tag und Nacht ununterbrochen, bis ersein Werk zu Ende gebracht hakte. Seine Zeichnungist zuweilen sehr schön, feine Färbung allezeit kräf-tig, sciii Pinsel markige und seine Erfindungen geist-reich. Ein H. Hieronymns, den er für die KircheSt. Nicolaus de Tolentino zu Venedig gemahlt hal-te, ist von einem röthlichtcn und gemanirtcn Colo-rit; übrigens ist dieses Gcmahld in einer zierlichenund grossen Manier mit schönem Pinstl und vielemGeschmak ausgearbeitet. P. Monaco hat diesesStük radirt. Lys hat nach Rubens eine Alte amNachttische in Kupfer gebracht. Er starb zu Vene-dig 1629. Descamps T. i. p. 26z.

-(Johann van der) gebohren zu Breda „m

1600. Kam in seinen Gemählden der Manier seinesLehrmeisters Cornelius Poclemburg sehr nahe, mis-stet daß die stinige mehr ins Harte fällt. Man mußein guter Kenner seyn, um ihre Gemählde zu unter-scheiden. Descamps 1 . 2. x>. 6i.

Lysias, ein antiker Bildhauer; verfertigte einenvierspännigen Wagen mit den Bildern des Apollound der Diana, die so hoch geschäzt wurden, daßder Kaystr Augustus dieselbe in einen Tempel, dener seinem Vater Octavins zu Ehren aufgerichtet, sez-zen ließ. Plinius 0. ;.

Lysippus; ein Bildhauer von Syciou und Zeitge-noß Alexander des Grossen, blühete in der ngsenOlympiade. Er übte anfangs das Schlosserhand-werk, aber auf des Mahlers Eupompus Etnrathenbegab er sich auf die Mahlerey, die er aber bald ver-ließ und sich dem Bildhauen wiedmete, worinn esihm vortreflich glükte. Ihm und dem Apelles warallein erlaubt diesen Helden in Gemählden und Sta-tuen abzuvilden. Lysippus verfertigte viele BildnisseAlexanders nach seinen verschiedenen Altern; unterdiesen war eine von ganz besonderer Schönheit: DerKaystr Nero schäzte dieselbe sehr hoch, weil sie abernur von Erzl war, ließ er sie vergulden, in der Mei-nung, daß dieses noch vieles zu ihrer Schönheit bey-traaen sollte ; allein durch diesen übel angebrachtenPuz ward die Statue ganz verdorben, so daß mangenöthigt wurde das Gold davon wegzunehmen, wor-burch sie wegen der vielen Flecken und scharfen Fei-lenstriche, die dabey überblieben abermal vieles vonihrer Dortreflichkeit verlieren mußte. Dieser Künst-ler arbeitete Mit einer so erstauuenswürdigen Fertig-keit, daß man auf 600. Stücke von seiner Arbeitzählte. Er gab seinen Bildern mehr Schönheit undAnnehmlichkeit als man gemeiniglich in der Naturwahrnimmt, ohne sich gleichwohl von dem Wahr-scheinlichen zu entfernen. Pne aus dem Bade stei-gende männliche Statue von seiner Hand war eineder größten Zierde der öffentlichen Bäder des Agrippa.Der Kaystr Tiberius ließ dieß schöne Stük wegneh,men, aber das Volk regle sich darwider, und warddieser Fürst zu Verhütung einer Aufruhr genöthigtdieselbe wieder an ihren vorigen Ort setzen zu lassen.Einer alten Jnnschrift an dem Fußgestelle eines Her-cules in dem Pallaste Pitti in Florenz zu Folge,schreibet man diese Statue dem Lysippus zu: AlleinWinkelmann in seinen Monumenti, rc. Trattatopräliminare x>. 76. schliesset aus dem Mittelmäßigenseiner Kunst, die gar nicht mit dem Ruhme diesesBildhauers übereinkömmt, diese Junsthrift sey er-dichtet. Lacombe. — Ein anderer Lysippus, Schmelz,mahler aus der Jnsnl Regina; wird von PliniusI.. c. n. angeführt.

Lysistratus, des Lysippus Bruder, ein Bildhauer;war der erste, der die Gesichter nach dem Leben ab-formte, und hernach in diese Formen Wachs zu mes-sen pflegte. Unter den neuern Künstlern bracht An-dreas del Verrocchio diese Arbeit wieder in Schwang.Plinius U. ;4. e. 8.

Lvson. Siehe den Artikel Batton.

Lyssens (Niclaus) genannt Nußbrecher, weil er