^§6 Malliot.
M»llist oder Maillor (I.), ein'franzö-sischer Künstler, ehemaliger Directöt der Kunst-akademie , und nachheriger Professor an der Cen-tralschule zu Toulouse. In 1802. gab (nicht ast-wahrscheinlich erst nach dessen Tode) der IngenieurPeter Martin den ersten Band seiner kssksrokes
sur Iss 0o8tinns8, les Nosur8, ls8 Il8s§e8reli§ieux, clvilea st lnilitaires Ne8 ancienspsupls8, ä'aprs» leg auteura cslsbres et lesmonumeng anticzuea, mit 98. von Gibelin ge-stochenen Kupfertafeln (ä 25. b'r.) aus Licht. DasGanze sollte drey Bande, und namentlich der drittedie französischen Costume's bis auf Ludwig XIV.(exslrmive) enthalten. Einen nähern Begrif da-von geben die IVorw. lieg ^rtL II. 221—55. undIII. 129-40.
^ Mals (Ludwig von Saint-), ein Artillerie-Offizier. Nach einem solchen soll I. David etwasuns Unbekanntes gestochen haben.
* Maloeuvre oder Maleuvre (Peter),geb. zu Paris 1740. Derselbe war ein Schülervon Beauvarlet, und brachte einige Zeit beyStrange in London zu. Nach seiner Rückkehr inParis sah man von ihm Bildnisse, Mit und ohneNamen des Malers; wie z. B. des damaligenKöniges von Schweden, des spanischen Grafen vonAranda, d'Alemberts und Lalande's, nach Pujos;d'Aguesseau's nach Tournier, Belidor's nach Digne;dann mehrere Gattungsstücke nach A. Bandoin, A.Brouwer, Craesbeck, Dietrich, Freudenberger(für die IVIooura st Lontumsg äes krsn^gig),Grenze, Schalken und Wouwermann; ein großesallegorisches Blatt: ^ux blaneallef. ß. Uon8sean,nach Paul; eineAntiope, nach Vennevault; Lcueil«leg Lots8 äs XorvveZus, nach Backhuysen —oder Vernet. Rost VIII- 274—76. u. Mec. OhneZweifel ist dieser Künstler derselbe Maleuvre,der noch um 1802. für die Annalsg -lu lUnssmnä'Rlgtoire naturelle gestochen hat. IVorw. ckr
II. 168.
* Malombra (Peter). Lanzill. i 56 . setztseinen Tod erst in 1618. und sagt von diesemKünstler: Man kann ihn nicht unter die Palmes-chischen Manieristen zahlen; und wenn er auchzuweilen von der richtigen Bahn abwich, so geschah'es eher aus Irrthum als aus Grundsatz. Eineliberale Erziehung hatte ihm die Ueberzeugung ein-geflößt: Daß Ehre noch über Gewinn geht!Durch das Studium von Salviati's Werken ward.er ein guter Zeichner. Von Natur verständig undgeduldig, verschmähte er es nicht, seinen Arbeiteneine damals sonst ungewohnte Vollendung zu geben.In der Jugend malte er bloß zu seinem Vergnügen;späterhin trieb ihn allerley Mißgeschick dazu. InBildnissen und andern kleinen Bildern war er be-sonders stark Bey St. Francesco di Paola findensich von ihm vier Blätter, welche einige Wunderdieses Heiligen darstellen, wo man eine Genauheitder Umrisse, eine Grazie und Originalität wahr-nimmt, welche zweifeln macht, ob sie nur ausder venetianischen Schule- selbst aus ihrer bessernZeit herrühren. Mehrere dergleichen findet man inGalerien, die er gerne mit Perspektiven staffirte,worin er sich ebenfalls sehr stark bewies, wenn erzumal den großen Platz, den großen Rathssaal,allerley geist- und weltliche Funktionen, Prozes-sionen, Festine u. s. f. dabey anbringen konnte.FioriÜo II. 161. bestätigt kurz obiges Urtheil, uudscheint zu glauben, Malombra habe bloß ausLiebe zur Kunst sein ehrenvolles Amt eines Herzog-lichen Kanzlers niedergelegt.
* Malossi oder (wie einige glauben) wahr-scheinlicher Molosso, war, diesen zufolge, einSpottname von I. B. Trotti. Allein, wirwerden unter dem Artikel dieses letztem sehen, daßjene Meynung ein irriger Wahn sey.
Malpiedi (Dominicus), ein Maler von St.Ginesio della Marca, aus Barocci's Schule,blühete um 1296. Gelobte Arbeit von ihm findet
M a l v i e u x.
sichln der dortigen Collegiatskirche, worin er di«Marter der H. Ginestus und Cleuthecius darstelltI. 480 .
Malpiedi (Franz), ein andrer Maler vongleicher Geburtsstatte, und demselben Zeitalterwie Dominicus. Eine mit seinem Namen unter-zeichnete Abnehmung vom Kreuze nennt Lanzi 1. e.ein ziemlich unbedeutendes Bild von wenig Reliefund welches — etwa von Ferne das Colorit aus-genommen, wenig an die Schule von Baroccierinnere.
Malpizzi oder Malpuccio (Bernhard).Seine Arbeit neigte sich noch zum Gothischen. DasPraktische seiner Kunst verstand er indessen sehrgut. Von seinen drey Stöcken gab der eine denUmriß, der zweyte den Schatten, der dritte dasLicht. Von ihm kennt man, neben dem im LexikonBemerkten, einen St. Sebastian.
* Maltese (Franz). Von ihm heißt es beyMännlich: „ Seinen in Absicht auf den Gegen-stand noch so unbedeutenden Stillleben wußte erdurch die Wahrheit seiner Färbung und durch dieLeichtigkeit seiner Behandlung Reiz und Wirkungzu geben."
Malt 0 n (Jakob), ein englischer Architekt, viel-leicht ein Sohn des Obigen, welcher sehr Vieleszu Verschönerung der Garten - und Landbaukunst inseinem Vaterland beytrug, und, neben Andern,über die Kunst, namentlich auch über jene eintrefliches Werk schrieb, welches er für sein gelun-genstes hielt, und das in 1806. zu Leipzig in deutscherÜbersetzung des Textes und mit nachgestochnenKupfern von Hüllmann erscheinen sollte. Oeffeml.ldachr.
— — (Thomas), Perspektivzeichner undStecher in Äquatinta, geb. um 1760. blühete zuLondon 1782. Ausser seinen Kunstarbeiten ist erVerfasser eines großen Werks über die Peripektiv:
complsts 1'resrl8e on ?sr8psctive in l'deorvanä practice. on tks prinsipls of Or. Z-MD«r,/or ?ol. fchonä. kotmon), welches sehr ge-rühmt wird, und dessen viertes Buch: Von denSchatten, besonders die Malerey und Baukunstzum Gegenstand hat. Dieses Werk zeichnet sichdaneben durch die darin befindlichen Darstellungenverschiedner öffentlicher Gebäude zu London, undeine Menge Plane nach Maltoirs eigner Erfindungaus. Don seinen Blättern sind besonders zu be-merken : Acht Ansichten von London von 1782 u. 85 .und sechse von Petersburg von 178g und 9». letzternach Jos. Heare's Zeichnung. Rost IX. 349-60.Dieser geschickte Mann st. 1804. in Longacre, undgab noch kurz vor seinem Tode: -z picruresgustour tnronZK I^onllon. Vesfeml. hZachr.
Maluel (Johann), ein Maler, der sich amHofe Philipp des Kühnen, Herzogen von Burgundbefand. lL!ernolrs8 p. 8. ä l'IIi8toire cle francest äs 8our§oAne (4". ?ari3 729.) p. 148 .
Malvieux (Paul), Kupferstecher, geb. zuDresden 176Z. lernte bey Schmutzer zu Wien, undin der dortigen Akademie. Unter Anleitung deserstern gab er zwischen 1780. und 83 . ein Bildnißnach Rähmel, uud mehrere Studien nach denZeichnungen seines Meisters. Um 1784 verließer die Schmutzerische Schule, arbeitete für sich,und zeichnete fleißig unter Anleitung des DirektorFügers. Von da an sah man von ihm eine MengeVignetten für Buchhändler; wie z-B. zu'AlxingersGedichten, Friedrichs Situationen, Schülkslitterarischen Fragmenten und Ausstellungen, Dfa-na-Sore, Pandora, Lafontaine'« Scenen ». s.f.Dann zum Wiener-Almanach für 1787. Scenenaus dem menschlichen Leben, und Nationaltrachten.Von einzelnen Blättern: Denkmal für die ver-storbene Schauspielerin C. Jacquet; ein andresdes Freyherr» von Lopresti, der im Schloß Ramain Ungarn für's Vaterland starb; Bildniß desPredigers Hilchenbach, u. s. f. Um 1788. kam er