Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
476
JPEG-Download
 

476 Grano,

Weiteres, ei» Kupferstecher, der um r 68 o. zuPalermo gearbeitet habe.

Grano, (Georgdel), von Lanzi II. 321. auch(von seiner Mutter her) Gandint und einParmesaner genannt, st. 1538 In St. Michelezu Parma steht man sein vornehmstes Gemäld,welches freylich in Ruda's Ouiüa 6 l ?srma (aberirrig) dem Lelilius von Novellara zugeeignet wird,und das jedem Künstler von der parmesanischenSchule Ehre machen würde, so pastos, so rundund so lieblich wie es gemalt ist, ungeachtet in denGedanken allerley Seltsames zum Vorschein kömmt.Wie sehr ihn seine Mitbürger schätzten, erhelletdaraus, daß man ihm die Arbeit in der Tribuneauftrug , welche bereits bey Correggio bestellt war,als dieser Todes verbliech. Doch dasselbe begegnnete auch ihm, und es wurde ebenfalls erst nachseinem Hinscheid von Hier. Mazzuola vollendet,der aber einem solchen Unternehmen noch nicht ge-wachsen war.

*Gcanthomme. S. Grandhomme.

Granrisco. S. Gratisco.

Grapr'gll'a, (Hieronymus), ein Bildhauerund Baumeister zu Venedig; verfertigte das Grab-mal der Familie Mocenigo in der Kirche St. Jo-hann und Paul, und die Architektur desjenigendes Herzogs Leonhard Loredano in der größtenKapelle vvrgedachter Kirche, woran die Bildhauer-arbeit von Dancse Cataneo ist. Vermuthlich warunser Hieronymus der Vater Johanns Gra-piglla's, dessen das Lex Erwähnung thut. 7 K-II. 279. Einige wollen zwischen des Hie-ronymus Architektur und Scamozzi's seiner einigeAehnlichkeit finden.

*GrappeIlo, ( ) arbeitete im XVII.

Jahrhundert. Auch Lanzi I. 505. rühmt von ihmdie Freskoarbeit seines Josephs im Pallast Mat-thäi zu Rom; freylich , wie es scheint, eben auch,gleich dem Lexikon, bloß einer Notiz; von Tun zu-folge-

Grasmeir, (Anton), ein geschickter Histo-rienmaler von Augsburg; hielt sich lange Zeit inItalien auf von Sterten S. 33-j.

Grasmeyer, (Match.), ein geborner Jn-sprucker, der sich, nebst andern Orten, 12. Jahrelang zu Rom in der Kunst bildete, lebte seine meisteübrige Lebenszeit in seiner Geburtsstadt unbekannt,da er doch fähig war, mit den ersten Künstlernseines Landes um den Vorzug zu streiten. SeineZeichnung war groß, und in allen Theilen vollkom-men richtig; sein Colorit wahr, kräftig und kühn;seine Figuren rund und erhaben bis zum Loswin-den von der Flache. Er malte nur in Oel, mei-stens große Altarblätter oder Geschichte. So z. B.dreye in der Pfarrkirche zu Jnspruck: Eine Him-melfahrt Maria, einen St. Sebastian und einenJoh. von Nepomuk; so in der dortigen Servicen-kirche einen St. Peregrin, und die Stifter derDiener Mariä; so in der Kirche zu Wildau einenSt. Andreas, welches das schönste seiner Werkeseyn mag. Auch in der Landschafksmalerey warer wohl erfahren; doch übte er solche seltner alsdas Geschichtsfach. Er starb um 1756. und wurdein der Kunstgeschichte ganz vergessen, bis ihnLnoller zuerst dieser unverdienten Dunkelheit ent-rissen hat. MevselN. Miscell. II. 237—38.

* Grass, (Abraham). St. um 1663. wie ausdessen Bildniß erhellet.

— — (Carl), ehemals liefländischer Geist-licher, jetzt Landschaftszeichner und Maler enGuache, lebte in Italien und Sizilien in den I.i 8 <rä— 5 - früherhin in der Schweiz, hauptsächlichin Graubündten bey dem H. von Salis-Sils.Wie wohl es ihm in Sizilien gefiel, sieht manaus zwey poetischen Sendschreiben an Rehfueß

Grassi.

in den Jral. Misc. II. 2.104. u. ff. wo es nebenanderm heißt:

Wenn ich zu diesen Tagen kehre,

Schau' ich nicht mehr nach Gracien,

Weil ich in mir die Tröstung höre :

Auch Ich war m Sizilien!

Im Herbst 1805- kam er von da nach Rom zu-rück, und war 1806 dort mit einer Anficht desConcordientempels in Girgenti beschäftigt, in wel-cher er eine Komposition angebracht hat, dieSchillers Grab vorstellen soll. Während se nesehemaligen Aufenthalts in der Schweiz studirte er»»ermüdet, nebst der Natur, vorzüglich in Zürichnach den Werken von Ludwig Hesse, und schriebüber das Leben und die Kunst desselben einen (noch»«gedruckten) ausführlichen Aufsatz, dessen Be-kanntmachung für den Landschaftsmaler äusserstlehrreich seyn müßte. Auch wäre vielleicht, beyfrüherer Uebung kein Anderer seinem großen Vor-bilde näher gekommen als Grass, von dessenneueren Zeichnungs - Produkten uns indessen nichtszu Gesicht gekommen ist.

Grassaleoni, (Hieronymus). So nenntLanzi (II. 2. 2-jr.) einen Architekturmaler vonFerrara, welcher gemeinschaftlich mit den Gebrü-dern Faccini und Hyppolit Casoli im Stadthausezu Ferrara gearbeitet hatte, und 1629. dort ver-storben war.

Grasser de St. Sauveur, ( ) Con-

sul zu Groß-Cairo, ätzte um , 784 . einige Blatter,die dortigen bürgerlichen Gebräuche betreffend.LÜ. 860 .

* Grassi, (Gregorius). Bisweilen heißt erauch de Grasso. Neben Anderm kennt man nachihm: Den Namen Jesus in einem Cirkel von Cn-gelsköpfon, eine Thesis; dann das Bildniß desSartorius Caputus, eines Jesuiten; beyde vonBloemart. Ferner: Alexander, der den gordi-schen Knotten zerschneidet, vonMakham, und denTriumph eines Kaisers: 8po11a etc. von M. Na-talis. Mw.

* — — (Hieronymus). S. HieronymusTarpi in den gegenwärtigen Zusätzen.

* — — (Horatius). Er starb 1654. KoxramX. L. II. 9. Nach ihm findet sich bey Bonnani(X. ?. H. p. 552.) eine Stenographie der Jesuiten-kirche zu Rom von A Specchi, und eben dieselbevon C. C- Glasbach gestochen. K. dann (s. v.OEL0) sagt, daß sich Blätter nach seinen Zeich-nungen in dem Buche: Insi^nium Uomso ssemplo-rum ?rc>8pectu8 befinden, welches aber wohl keineandern als die obigen sind.

— — (I.), ein neuerer Bildnißmaler, wahr-scheinlich italienischen Ursprungs, und wohl der-selbe, von welchem Lüssli (Annal. II. 71.) sagt,daß er, nebst Füger und Lampi, das Porlraitma-len in Wien der Natur wieder nahe gebracht,und von dem wir irgendwo die Notiz; finden:Daß er, als Modellmeister in Wien, auf die Ver-mälung der Erzherzogin Clementine mit dem Kron-prinzen zu Neapel ein prächtiges Porzellan-Serviceverfertigt habe. Wenigsiens war es eben auchvon Wien: »Daß" (wie es in öffentlichen Nach-richten hieß) »der berühmte Mignatur-und Por-traitmaler, H. Grassi um -Zoo. nach Dresdenberufen, und bey der dortigen Kunstakademie alsProfessor, mit einem Gehalt von 600. Thalern an-gestellt wurde (Mensel isl. Misc. XII. M.).Von dieser Zeit an wurde er bort, und zwar, wiewir glauben, sehr verdient, für einen der erstenKünstler seiner Gattung gehalten. »In seinenFrauenköpfen vornämlich" (heißt es z B. in derAllg. Zerr. 1803. 134.) »fanden Kenner glück-

lich gewählte Stellungen, einen geschmackvollenAnzug, und zarte Ausführung; nur ein wenigallzu unbestimmt verschmelzte Umrisse; frische,lebendige Farben, die er aber überall gehörig zudämpfen weiß, so daß daran nichts brennt, wohl