Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Grassi.

aber alles iir ruhiger Harmonie leuchtet". Beyder Kunstausstellung zu Dresden im I. iZoz konnteman zumal das Bildniß der schönen russischen Für-stin Kinsky in allen obigen Rücksichten nicht genugbewundern. Auf derjenigen von 1805. sah manvon ihm die kleine dreyzehnjahrige Prinzessin desHerrn Herzogs von Sachsen-Gotha, in eine Psychegeschaffen, die mit kindlicher Unschuld ein -Vögel-chen an ihre Brust drückt; nebst fünf andern ebenso schönen Bildnissen der regierenden Herzogin vonSagan, der Prinzeffinen Rohan, Wasinsky undCzartorinska, und des russischen Fürsten Trubetzkoi.Einige derselben s. beurtheilt in Meusels Ar-chiv IV. ro 6 —?. Die damals gegen ihn sich er-hobene Kritteler) eines Undulismus in der Manierdieses Künstlers fanden bewährte Kenner so gutals unbegründet. In demselben Jahr zählte manr» seinen neuesten und beßten Arbeiten die lebens-großen Bildnisse der fürstlichen Eltern der erwähn-ten Prinzessin von Sachsen - Gotha, und bey derAusstellung von i 8 c> 6 . dasjenige des Dr. Galt,der vor Haydn's Büste steht; und des PrinzenLudwig Ferdinands von Preussen, der vor Saal-feld fiel, „eines Bilds" (sagt das Tübing.LÄorgenblatt S- 40.) „voll ergreifender Wahr-heit." Eben so belehrende als rühmliche Urtheileüber seine Arbeiten in frühern Salons von igoo.und lZor. s in den deutschen Runstblarrern I.35-58- uud II. B. I—II. 7—iZ- namentlich übereine Iris, die im Begriffe steht, sich in einenRegenbogen zu verwandeln. In Geume'sWanderungen (S. ^?.) erscheint über ihn eineStelle, die uns beyläufig von einem Theil seinernoch frühern Schicksale unterrichtet. Dort näm-lich heißt es von ihm: „ Während der Krise derletztenpohlnischen Revolution lebte er in Warschau,wo er, durch Teppers (?) Fall einen Verlust von5000. Dukaten erlitt- und während der Belage-rung bey dem Bürgerkorps als Corporal 10. Mannkommandiren mußte. Stelle dir den sanften Künst-ler vor, u. s. f. Losci'usko Freundschaft undKunstsinn brachten ihn endlich in Sicherheit, in-dem der General ihm Passe zur Entfernung vondem schrecklichen Schauplatz auswirkte, und ihmselbst hinlängliche Begleitung gab, bis er nichtsmehr zu befürchten hatte." Dann folgt das Ur-theil, freylich eines bloßen empfindsamen Dilet-tanten über ihn: „Ich halte ihn für den beßten"(Bildniß?) „Maler, den ich jetzt kenne. Er hatein glühendes und doch sehr zartes Colorit, miteiner richtigen, interessanten Zeichnung. Michdäucht, er hat von dem strengen Ernst der altenachten Schule etwas nachgelassen, und seine eigeneblühende, unaussprechlich reizende Grazie dafürausgegossen. Er hat mit bessern« Glück gethan,was Geser in seiner letzten Manier thun wollte,durch welche er unter die Rabulisten gerieth. Beydeschmeicheln; aber Grassi schmeichelt noch dem Ken-ner , und Geser schmeichelte nur dem Liebhaber."Gestochen nach ihm kennen wir einzig das Bildnißseines Freundes Thadd. Kosciusko, von G. Fies-singer; dann den Fürst Platon von Subow. inpunkkireer Manier von Pfeiffer.

* — — auch Guassi, (Niclaus). Auch

Lanzi II. 222. nennt ihn einen guten Bildnißma-ler, und der in dieser Rücksicht mit der Nosalbawetteifern konnte. Derselbe blühete zu Venedigum ,740. Nach ihm kennt man: St. Magdalena,welche Christus die Füsse wascht, eine schöne Kom-position ; und: Christus nimmt mit seinen Jüngerndas Osterabendmal (zwey wackre Blätter, Pen-dants); und endlich die Berufung von Gt. Peter,alle von P. A Kilian, in seiner Kupferbibel;dann eine Begräbniß Christi von I. Wagner, undein Bildniß des Arztes Ioh. Bohms, von F.Zucchi. und

— — (Peter Anton). Eines Künstlers die-ses Namens gedenkt Goprani (dl L. II. 9.) derals Bildnißmaler in Diensten des Herzogs Alexan-der Farnese gearbeitet habe.

* — — (Tarquinius). Seine Manier erin-

Gravelot. 4-7-7

nerte an Cigncmi's, und überhaupt an die der Bolog-neser seiner Zeit.

Grasso, (Bartholomäus). So hieß ein alterKunstverleger, für welchen N. Bonifacio 1537. eineWeihung des auf dem vatikanischen Obelisk be-findlichen Kreuzes, nach I. Guerra's Zeichnunggestochen hatte.

— — (Ioh. Baptist), von Udine, lebte noch1563. Lanzi II. 75 nennt ihn einen guten Malerund noch bessern Baumeister, von welchem er nochbeyläufig bemerkt, daß vasari seine Nachrichtenvon Malern im Friaul aus den von unserm Künst-ler ihm mitgetheilten Notizzen geschöpft habe.

* Gratella. Ein Beyname von SebastianFilippl, den er von seiner Gewohnheit erhielt,große Gemälde durch den Rost (durch s Netz) insKleine zu reduziren.

Grareloup, (Johann Baptist), ein Kunst-liebhaber, geb. zu Dax in Gascogne 1735. sollvon 1771. an vortrefliche kleine Bildnisse in Tusch-manier kräftiger, als sonst dieser Manier eigenist, nach Drevet, Edelink, Ficquet u a. gelieferthaben. LaW-r L6. See. wo , neben Andern . die-jenigen von Bossuet, Desbartes, Dryden, Mon-tesquieu und I. I. Rousseau angeführt sind. Erlebte noch 1739. wo aber podagrische Zufälle ihnan weiterer Arbeit behinderten.

* Grarr, (Ioh.Baptista). Lanzi II.2. 17z.bemerkt, Zanorri habe von diesem Künstler nochbey seinem Leben, Lrespi hingegen erst nach des-sen Tod geurtheilt, und nämlich seine^Genauheitgelobt, mit seinen Talenten aber Mitleid gehabt.

Gracisco, (Jacob de). S. den Art. Casp.da Ouglia feines Schülers.

Grarulfus. Ein französischer Baumeisterdes XI. Jahrhunderts. An dem Portal der KircheSt. Ursin zu Bourges liest man: kecit.

/e Far«/ in TInnal. Orü. §. ösnscl. 1 ) IV- p. IZI.

Grave, (I. E.). So nennt der wi'nkler-sche Katalog einen Landschaftsmaler und Kupfer-ätzer, der in Amsterdam zu Anfang des XVIII.Jahrh, geblühet, und zwey dort benannte großeBlatter: Aussichten von Harlem und Muyterbergh,nach eigenen Zeichnungen gestochen habe.

* Gravelle, (Levesque de). Derselbe hießLudwig. Seine Blatter waren bloße Aetzarbei-ten. LÜE L>z. 88o. führt von ihm zwey Nym-phen nach Boucher an.

* Grave lor, (Hubert), Zeichner und Kupfer-ätzer. Sein eigentlicher Name war Hubert FranzDanville, ein Bruder des berühmten Geographendiefs letzter» Geschlechtnamens, geb. zu Paris1699. von gutem Hause, anfänglich zu einem an-dern Berufe bestimmt, und in seiner Jugend höchstausschweifend,; dann erst in seinem zo. Jahre einSchüler von Restout, bey welchem er sich im Zeich-nen, zum Theil auch im Malen fleisslg übte,welches letztre ihm aber nie recht gelingen wollte.Hierauf gieng er nach England, wo er mehrereJahre lebte, und sich hauptsächlich durch seinenguten Geschmack in Verzierungen, und allerleyangenehme Kompositionen zu litterarischen Werkenvielen Ruhm erwarb, auch eine Privat-Akademiestiftete, wo mehrere Künstler sich ihre Arbeiten mit-theilten, gemeinschaftlich zeichneten, u. s. f. Vonihm vornämlich waren die in t 74 o. und 42. zu Lon-don erschienenen Hefte des weilläuftigen Werkes,das: ^.peI1s8 brittanicng zur Aufschrift führt. Um17^5. kam er dann nach Paris zurück, wo er wei-ter fort, und bis an seinen dott erfolgten Tod solange unermüdet arbeitete, als die allmälige Ab-nahme seines Gesichts es gestatten wollte. EintKunstcharakteristik von ihm finden wir einzig beyde Fonrenay. Dort heißt es von ihm: „Manbemerkte in allen seinen Zusammensetzungen ein