Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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572 Houasse.

- Houasse, (Michel Augelus), des nachfol-genden Renae Antons Sohn. In Spanien (woman ihn Hovas nannte) arbeitete er mit ausseror-deutlichem Beyfall. Das Meiste von ihm, Ge-schichte, Landschaft und Bambocciaden, zierendenPallas! von St. JIdefonso. Zuorillo l-V. 354 -

* — — (Renat Anton). In die Aka-

demie wurde er 1672. aufgenommen. Zu seinenvornehmsten Arbeiten gehören seine Plafonds zuVersailles, dann die Reise der H. Jungfrau bei-den Carmeliterinnen auf dem Platze Maubert zuParis, ck Nach ihm kennt man von

L.Audran: Is Laäsvrs, von I. Bonnart: I'LIo-quence. und von Flipart: vaphns poursnlvisp. ^pollon. Hemecke (Icleo Asneesle p. zu-setzt diesen Künstler, wohl ganz irrig, mit unterdie Stecher des Eabinet cis8 6 eaux- 7 lrt 8 (kol.kari8 690.). Wenigstens Ware es das einzigeDarum, daß H. auch diese Kunst geübt habe.

- Houbraken, (Arnold). »DieserKünstler"(sagt waeeler) »war ein ziemlich guter Zeichner,und componirte mit Geist, hatte aber wenig Wahr-heit in seiner bald allzu rothen, bald sonst zu hochgetriebenen Farbe. Seine Orapperie ist edel; nurhüllte er seine Figuren in allzu viel Stoff ein. DasCostume beobachtete er gut, und wußte die Hinter-gründe reich mit Architektur zu staffiren. Danebenliebte er die Wissenschaften, und war einer derguten Dichter seiner Zeit. Am meisten machte ersich übrigens (wie schon das Lex. bemerkt) durchseine Künstler- Biographien bekannt, " Von einemEngländer, der ihn mit sich nach England nahm,und alsdann Bankerout machte, betrogen, wußteer sich durch seine Talente auszuhelfcn, und zeich-nete dort eine Folge von Bildnissen nach Van Dyck,welche P. van Gunst gestochen hat. Dann kenntman von ihm selbst einige mit Geist geätzte Blätternach seiner eignen Erfindung, die von Kennerngesucht werden. Sie bestehen in einer Folge vonflüchtig gestochenen Kindern mit Vasen; dann Ver-tumnus und Pomona (1699.); weiters ein Emblem,wo drey Weiber durch ein Kind nach einer Höhlegezogen werden, die von Schlangen umgeben ist(alle diese ohne Namen des Malers); endlich dieJünger von Emaus, ganz in Rembrandts Ge-schmacke (Einige sagen nach ihm).' S. 6sr8uint

Z82. Hinwieder haben nach unserm KünstlerGouwee, J( Houbracken, Sluyter, Verkoste undZylwelt Bildnisse gestochen und geschabt; Verkoljtzz. B. das seltene des Malers I. Moelard. Ferner:D. Picard biblische Geschichten; M. Pool Verzie-rungen zu einem Virgil; ferner ein großes schönesBlatt auf die Ankunft des Prinzen Joh. WilhelmFriso's, und seiner Gemahlin zu Leuwarden; Ver-koste dann allerley Gattungsstücke: la Eouturisre,1 s?emtre äo^insvi:, und Vieillsrä gui venä unse8tsm^e ä uns kille, u, s. f. ZErcin und

* -- — (Jacob), geb. zu Döbdrecht, unddaselbst gestorben 1780 Basan (L<l. 8ec.) setzt seinGeburtsjahr in i 685 . und seinen Geburtsort nachAmsterdam (wohl beydes irrig). Weit wahrschein-licher ist, was Heinecke (rJachr. II. 44.) sagt:Daß er in 1709. mit seinen Eltern dahin gekommensey. Dieser Künstler scheint die Werke von Nantcuil,Edelink und Drevet studirk zu haben, war sich abernicht gleich , und hatte sich sogar oft vernachläßigt.» Durch die Feinheit seiner Striche in den Köpfen"(sagtWaeelet) »stand er Drevet nicht nach, undübertraf ihn durch die Kühnheit der Behandlungund die Stärke der Farbe. Mit einer bewunderns-werthen Geschicklichkeit in Führung des Grabstichelsbrachte er gerne rauhe Striche zum Gegensatze derFleischtinten an, welches eine sehr malersche Wir-kung gewährt. Ein Beyspiel davon sieht man inseinem schönen Bildnisse von Th. Morus nach Hol-dem. Ueberhaupt schätzt man vorzüglich seineSammlung von Bildnissen berühmter Männer,welche Rnapron in London ans Licht gab." RostVI. 378—82. wo ein Theil seiner beßten Blätterverzeichnet ist. Mein sel. Vater kannte gegen 180.

Houel.

seiner Bildnisse, der Katalog von Minkler fasteben so viele, wo überdieß mehrere derselben gewür-digt sind. Dort werden zu den beßten gezählt:Peter I. und die Czarin Catharina, ohne Namendes Malers; dann der Landgraf Wilhelm,VUI.von Hessen, welche der Künstler selber besondersschätzte. Weiter führt Rost I. 0. noch überdieß et-liche Gattungsstücke von ihm nach C. Troost an.Auch in der Galerie von Dresden befinden sichzwey schöne Blätter (darunter die Geschichte desMannoah nach Rembrandt) von ihm.

* Houdon, (Johann Anton). Die Statüevon Voltaire im Schauspielsaale zu Paris hatteihm besonders allgemeinen Ruhm erworben. Um1780. erhielt er eine Stelle in der Königl. Akademie.Seit der Revolution trat dieser geschickte Mann,bereits als einer der Veteranen der französischenSculptnr von Neuem auf. Noch in 1802. wurden,in Ermangelung wichtigerer neuerer Kunstzverke,von den seinigen im Salon zu Paris ausgestellt,und zufolge des Dekrets der fränkischen Regierungvom 22. Jan. i 8 c> 3 . ward er zum Mitgliede dervierten Klasse (der Schönen Künste) zweyter Section(der Bildhauerkunst) des National-Instituts er-wählt. Im Aimsnaoii <le8 6eaux--Zrt8 desselbenJahrs, wo er auch unter die kros688sur8 acljointsder Spezialschule der Malerey und Sculpkur zuParis gezählt wird,-werden von seinen Arbeiten,neben der besagten Statüe von Voltaire, nament-lich angeführt: Diejenige von Tourville; dann eineDiana , und eine — Nähterin. Auch in der Ga-lerie des Erhaltungssenates sieht man von ihm dieBüste einer Bestalln. In 1804. erhielt er, nachJuliens Tode, die Professur der Malerei), Bild-hauer - und Baukunst, und in 1806. das Jahrge-halt von 2400. Livr. /rrM. MÜ/. Nach ihm habenMiger ein Medaillon, eben auch von Voltaire,und N. Delaunay die Bildnisse der GebrüderMontgolfier gestochen. Akc.

* Hove, (Friedrich Heinrich van den), Zeich-

ner, Küpferstecher und Kupferätzer, geb. zu Har-lem um r 63 o. Von seinen Lebensumständen weißtman nichts weiter, als daß er nach London ge-gangen, wo er Vieles für Buchhändler arbeitete.Seine Bildnisse datiren sich von 1648.,bis 92. Zuden beßten gehören diejenigen des Malers I.Cornelis, nach C- Visscher, König Wilhelms III.zu Pferde (1692.), Sir E. Godfrey's, und SirM. Hale's (ein artiges Blatt); letztre drey ohneNamen des Malers. Dann findet man etlicheBlätter von ihm in Morison's aUgein. Ge-schichte der pflanzen (Oxford 171?.), wasvermuthen laßt, daß er um diese Zeit noch gelebthabe. '.

— — (N.) So hieß ein in 1782. im Haagverstorbener General-Münzmeister der vereinigtenNiederlande. Geffenrl. sslachr.

— — (Paul de la), Maler und Stecher, ar-beitete zu Anfang des X VII. Jahrh, zu Paris. Vonihm kennt man ein Bildniß Sully's (1614.) nach-Lü Dois. zJlach ihm hingegen z. B. diejenigen desAdvokaten N. Catherinot von E. Gantrel, desConnetable von Montmorency, Ludwigs de Budos,von J. de Weert, Heinrich IV. von H. Golzius,und von einem Ungenannten das Bildniß einesgehörnten Mannes, der in 1699. diesem Monarchenvorgestellt wurde.

Houel, (Johann), Maler und Kupferatzerin getuschter Manier, geb. zu Rouen 1735. Inder Stecherkunst war er ein Schüler von le Mire,in der Malerey von Casanova. Zum zweytenmalmachte er eine Reise nach Italien, und besondersnach Sizilien und dessen Inseln, und brachte langeZeit damit zu, die reißendsten Ansichten sowohl,als die interessantesten Denkmäler zu zeichnen,welche diese Gegenden ihm darboten. Bey seinerRückkehr nach Paris ward er zum Mitglied derMalerakademie erwähltt Alsdann fieng er an,