528 John.
den; und die Abdrücke behalten alle Leichtigkeit undalle Wahrheit und Feinheit der Originalzeichnung.I nennt seine Erfindung Polyaurograpyie. Sieist von mannigfaltigem Werth und Nutzen. JederMaler und Zeichner selbst, kann, so bald er vondem Erfinder die Materialien dazu erhält, aufPlatten zeichnen, und seine Arbeit gleich, in soviel Originalen (?) als er will, depi Publikummittheilen; und die Kunstwerke werden dadurchweit wohlfeiler. Bereits hat England dem Er-finder, unter einem fremden Namen (s. Eugl-MiszeUen Xll. Band I. St. x>. 4/-) ein Patenthierüber gegeben. Noch hat derselbe übrigensnichts öffentlich erscheinen lasten, alsinderRhem-ländischen Zeirung eine kleine Probe für Kenner,und dann für die Damen geschmackvolle Stick-muster, wovon monatlich zwey Blatter bey Simonin Frankfurt erscheinen." So lautete es im Lrey-müchigen 1800 1/5. vergl. mit Jntelllgen;-
bl. zur A- L. Z. 1804. 89- S. 7Z1. und Men-
sel« Archiv III. 181—82. Allein seither habenwir so gut wie nichts von den weiter« Fortschrittendieser, wie wir befürchten, eben so brod- als ver-dienstlosen Kunst vernommen.
* John, (Augustin). Nach K. Fabritius hatderselbe einen Nicodemus gestochen.
— — (Philipp Ernest). So hieß hinwiederein uns sonst unbekannter Maler, nach welchemM. Bodenehr das Bildniß des Arztes H. Boezo inSchwarzkunst geschabt hat.
— — ( ), ein noch 1807. in Wien leben-
der Kupferstecher in pnnktirter Manier, dessenBlätter weder an Zierlichkeit noch an geschmack-voller Ausführung den englischen keineswegs nach-stehn. Fußli Annal. I. 5/. Schon 1796. u. ff.Jahren kannte man von ihm eine Sammlung von22. der berühmtesten Schauspieler und Schauspie-lerinnen auf dem KK. Nationalthcaker, in beson-ders charakteristischen Rollen, und Bildniß zugleich,nach Kiningers Zeichnung, wovon je ein Paar5. Gulden Wiener - Cort kosteten. Meusel MMisc. l. 120. Späterhin dann (180s) sah ersich freylich, gleich so vielen andern wackerndeutschen Künstlern, genöthigt, für Almanacheund andere Bücher-Verzierungen zu arbeiten.So z. B. lieferte er verschiedene Blätter zu derPrachtausgabe von wielands Werken, nachRamberg, wovon eine ausführliche Beurthei-lung in dem Meuselschen Archive l. 1.5o—66. meistens zum wohlverdienten Ruhm der-selben sich befindet. Eben so diejenigen zu Göschen'sAusgabe des Messias nach Füger's Zeichnung,wo aber (wie in dem Tüb.Morg. Bl. 1807. 80.bemerkt wird) nicht die vorzüglichsten gewählt wur-den. Jtzt sollen alle in 20. Blattern erscheinen,und, von vier bereits vollendeten zu urtheilen,versprach man sich von diesem letzter» Unternehmenetwas ganz Vorzügliches. Ebenfalls unser Künstlerliefert gegenwärtig die Bildnisse zu der Galleriedenkwürdiger Bayern, meist nach Edlinger für dieFleischmannische Buchhandlung zu München; undvon seinen neuesten Bildnissen rühmte man die-jenigen von Glatz, Unger und Bredetzky, besondersdie beyden erstem, als wahrhaft schöne Kunst-produkte. /
Johnson, (Benjamin), der bekannte englischeDichter, geb. zu Westmünster 1676. Da seineMutter in zweyter Ehe einen Mäurer heyrathete,so mußt' er sich Anfangs auf das gleiche Handwerklegen, und arbeitete für's Brod zu Lincoln, woman ihn oft die Mauerkelle in der Hand, und einBuch in der Tasche fand. Schon damals warfreylich sein Geschmack für die Dichtkunst vor-herrschend. Was er nachwerts darin, zumal alsSchauspieldichrer geleistet habe, gehört nicht hieher.Mi/i-ria. ssck. ts>2. II. 17Z.
— — (G.) So heißt irgendwo ein Schwarz-kunststecher zu London, der um 1766. nach Egb.Hemskcrk, u. a. gearbeitet habe.
Joly.
Johnson, (Joel), Baumeister in London.Mehrere öffentliche und Privatgcbäude daselbst zeu-gen von seinen ausgezeichneten Talenten für sein Fach.
Er starb zu Dedham in Essex 1799. Baur.
* — — (Johann). Ein Verzeichnis meinessel. Vaters führt von ihm mehrere Bildnisse vonleClare, T Gibson, I. Houbraken.und Soest an'dann von historischen: Jupiter und Jo, nach Ä.'Allegri; eine Heimsuchung nach I. Andrews; eineFlucht nach Egypren nach C. Coypel; Cupido'sErziehung, nach N. Fouche'; eine Frau die insBad geht, nach Fr. le Moine. Ohne Zweifel istdieß der nämliche I. Johnson, von welchem derKatalog von Brandes eine Rückkehr aus Egyptcunach Rubens, auch die vier Jahrszeiten ohneNamen des Malers, alle in Schwarzkunst, undnamentlich lctztre, schöne Blätter nennt.
Johnson, (Johann) Nach einem alternKünstler dieses Namens dann soll, einer unsrerHandschriften zufolge, Glover (1640.) das BildnißEduard Derings gestochen haben. Hierüber s. in-dessen oben, unter G. Glover eine ganz entgegen-gesetzte Notizz.
— — (Martin), ein berühmter Pettfchasi-stecher in England, war zugleich ausserordentlichstark im Landschaftmalen nach der Natur. Er starbzu London zu Anfang der Regierung Jacob II.Mensel Misc. IV. 9.
— — (Thomas). Nach der Zeichnung einesKünstlers dieses Namens hat D. King, und W.Hollar, letztrer die Kathedrale zu Canterbury fürDugdale's Nonasticon ^iiZlioanurll gestochen.
* Joli, (Don Anton), geb. um 1700. Nach-dem derselbe in der Theorie der Baukunst sich fest-gegründet hatte, gieng er nach Rom, und bildetesich in der Schule von Pannini zu einem der be-rühmtesten Architektur- und Ornamentmaler desXVIII. Jahrhunderts. Zu'solchen Zwecken wurdeer nach Spanien, England, Deutschland, undendlich nach Neapel berufen, wo er Maler CarlsIII. und des Königes seines Sohns geworden.
Er starb 1777. /.a-rL-i II. 281.
I 0 lln, ( ). So wird im Hlkn-mscli äsz
keaux-^rts von 180Z. ohne Weiteres ein damalsin Paris lebender Baumeister genannt.
Joli'ver, ( ). Unter diesem Namen findet
man die Vorstellung eines Feuerwerks, welchesdie Stadt Dyon 1707. bey Anlaß der ErhaltungLudwig XV. bey dem meuchelmörderischen Anfalldes Damiens, abbrennen ließ, auf zwey Blättergeatzt. FsrM. MÜÜ
Jollar'ti, (Jacob), ein Kunsthändler vonParis, in der ersten Hälfte des XVlII. Jahrh,aus dessen Verlage ein Verzeichniß meines sel.Vaters an die 100. Blätter enthält.
* — — (N. R.). Derselbe war um 177g.ein Mitglied der Königl. Akademie. Nach ihm hatI. C. Müller ein gutes Blatt: Die Nymphe Eri-gone gestochen.
I 0 lky, ( X So hieß nach Huben (S. 6gg.) >ein Künstler, der um 174h. Aussichten von Rich? jmond zeichnete, welche Vivares gestochen hat. !
* Joly, (Johann). Bey Thomassin findetsich nach ihm eine Vase mit gewundenen Canne-turen, unter 218. gestochen.
— — ( ). Nach einem Künstler dieses
Namens hat St. Gantrel um 169». das BildnißRenat's le Fevre, Herrn von Falverc (eine Thesis), !und N. Hadert dasjenige des Dohmherrn PekecSarrazin gestochen.
— — ( ). Und, wahrscheinlich nach
einem weit neuern Joly, E. Brunct dasjenige desDoktors der Sorbonne, Jvh. Dionys. Cochm's.