Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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62k Kirsner.

Kreuzkirche zu Dresden verfertigen sollte, warenalle seine Wunsche und Gedanken gerichtet, under nahm keine Rücksicht mehr auf gesellschaftli-ches Leben und Vergnügen, sondern miethete sicheine Wohnung jenseits der Tiber, wo er, wegenEntfernung des Orts, von seinen Freunden undLandsleuten seltener besucht wurde, und nur nochzuweilen, gleichsam wie ein Fremder, in ihremZirkel sich einfand. Dieser Aufenthalt in einerGegend, welche schon Lacitus wegen ihrer Un-gesundhcit infames Vsticanl r?ßiones nennt,Waren, nebst seiner unaufhörlichen Anstrengung,und seiner tiefen Wehmuth über die Nachrichtvon dem Tode eines jüngern geliebten Bruders,ohne Zweifel die Veranlassung der Krankheit,welche ihn selber in die Gruft stürzte. Währendderselben nahm sich einer seiner Hausgenossen,ein spanischer Geistlicher, Namens Don Ginese,seiner mit solchem Eifer an, ohne nur die min-deste Bekehrungssucht zu äußern, daß derselbe seit-her von der ganzen deutschen Landsmannschaftgeliebt und verehrt wird, und ihn jeder grüßt,der ihn nur von ferne sieht". Noch folgt danneine rührende Schilderung seiner Bestattung beyder Pyramide des Cestius, wo ihm Hirt einekurze Trauer-Rede hielt.

Rtrsner, (Friedrich), Miniaturmaler, geb.zu Bayreukh 1748. lernte in Ludwigsburg beyRiedel auf der Herzogl. Porzellanfabrik. Alsdannkam er nach Nürnberg, und übte sich in Altdorfmit Malen nach Blumen und Kräutern aus demdortigen botanischen Garten. Von da gieng ernach Ludwigsburg zurück, wo er einige Jahrewieder als Porzellanmaler stand. Endlich kamer nach Augsburg, wo er das Bürgerrecht er-hielt, und 1789. noch lebte. Blumen, Vogelund Insekten waren seine Hauptsache. Auch zeigteer sich überhaupt als geschickter Zeichner undKupferstecher, und hatte, nach Riedels Tode, dasMeiste an dem bey dem Kais. Akad. Kunstver-lage zu Augsburg erschienenen Zoologischen Werkegearbeitet. Meusel II.

LlrsteIn, (Johann), ein Preuße, arbeiteteunter Peter dem Großen in Rußland, und legtedie Festung von Petersburg an. MeuselMisc. XI. L7Z.

, Rl'rzinger, (Franz und Johann), studier-ten um 1770. in der Akademie zu München.Franz malte Conversationsstücke und große histo-rische Bilder. Er arbeitete vieles für dieSchweiz. N. Bibl. d. Sch. W. XXIX. 3 iä.

— — ( ), eine Tochter des obigen Franz

B malte mit vielem Genie Conversationsstücke.Ebendas.

Liselnikorv, s. Tapilerv in den gegenwär-tigen Zusätzen.

* Brtchingman, (Johann), Miniaturma-

ler und Kupferstecher. rHach ihm kennt manvon H. Kingsbury; tks anä bis

nnd von I. R- Smith: Llnlärsn sseklnA aDrills - Xsst (zwey schöne Schwarzkunstblätter);dann von B. T. Pouncy vier gute Marinen:DuilllinA ok a Luttvr, Lkaoe ok a Lütter,Llnialling ok a Lütter, Oiksolution ok s Lüt-ter. Hinwieder hat er selber nach I. F. Bar-bieri die Rückkehr des verlorenen Sohns, undnach, R. E. Pine das Bildniß des berufenenJoh. Wilkes (dieses sehr schön) in Schwarzkunstgeschabt.

* Bitte!, (Johann). Dieser Medailleur warschon um 1693. bekannt, und lebte noch 1748.

Birkenstem. ( ). Unter diesem Na-

men kennt man das Blatt einer Trinkgesellschaft.

AAc.

Birrner, (Gallus), malte um 1600. nebstverschiedenen Gehülfen, auf Befehl der Chur-

> Klaß.

fürstin Eleonora, die Kirche und den Altar zuPotsdam, dann den Saal, u. s. f. daselbst-ferner drey kleine Zimmer zu Kaput, und zu'Saarmund die Kirche, Altar und Kanzel. Hi-colar.

Rlaas, ( ), nach einem Künstler dieses

Namens hat I. Ph. le Bas les snvirons Ze >z?oröt äs Villers- Lotsrecs auf zwo Platten ge-stochen.

Blandere,( ). So heißt irgendwo,ohne Weiteres , ein Künstler, nach welchem I.van Geyn das Bildniß Robert le Forts (Her-zogs von Frankreich um 861.) eines UranherrnHugo Capet's gestochen habe.

Rlarenberg, ( van). Und so ein nieder-ländischer Landschaftsmaler, der seine Arbeitenmit Figuren stassirt habe.

* Blaß, ( ), Derselbe hieß Carl Christian

geb. zu Dresden 1747. Seine ersten Lehrer wa-ren der Zeichenmeister Mietzsch, nachwerks auf derAkademie Hutin, und endlich, da er sich für dasStudium der Geschichte entschied, Joh. Casa-nova, unrer dessen Leitung er mehrere Jahre stu-dirte, und alsdann um 1772. sein Begleiter durchganz Italien war. Seit 1777. war er Ncstler'nals Inspektor des Kurfürst!. Kupferstichkabinct-tes gefolgt. Von ihm kennt man mehrere histo-rische Gemälde, „welche" (heißt es bey Bester»S. 85 .) „wo nicht einen großen Coloristen, docheinen braven Zeichner und überhaupt einen Künst-ler verrathen, der den Zweck der Malerey kennt,und in der Geschichte und allen Hülfswissen-schaften nicht fremde seyDort werden(S. 84. ) einige derselben (meist aus der altenGeschichte) namentlich angeführt; dann vonneuern Gegenständen: Der Tob der Emilia Ea-lotti. Von seinen schönen Zeichnungen nach denAntiken der Dresdner-Gallerie waren die mei-sten nach Polen gekommen. Um 1780. bekleideteer eine Stelle in der Akademie, und starb imNov. 1790. Mensel N- Mus. S. 248.

* — — (Friedrich Christian), Mäler undKupferätzer, des obigen jüngerer Bruder, dessenim Lex. unter des erstem Namen gedacht wird,geb. zu Dresden 1762. Beller (S. 85 .) nenntihn einen von den wenigen Künstlern, die ihremeignen Genie und Fleiß beinahe Alles zu veridanken hatten; einzig soll er, gleich seinemBruder, alle seine Arbeiten der Prüfung vonJoh. Casanova unterworfen, und dessen beleh-renden Winken gefolgt haben. Seine gezeichnetenund gemahlten Landschaften, bald in Salv.Rosa's, bald in Dietrichs, und immer im Ge-schmacke der Natur, die er fleißig stuoirte, sinddaher sehr geschätzt. Die meisten derselben befin-den sich — nicht in Deutschland, sondern imAuslande; in England, Frankreich, und die beß-ken vielleicht in Kurland. Dieser Künstler warPensionair, und schon um 1780. gleich seinemBruder, wirkliches Mitglied der Akademie, undlebte noch 1807. Auf der Dresdner-Kunstaus-stellung von 1806. sah man von ihm eine Land-schaft in Oel, von der es in Meusels Arch-II. 2. 92. heißt, daß sie, was Erfindung undZeichnung betreffe, selbst einem Heinrich MoosEhre machen würde. Nur die Luft schien etwaszu stark aufgetragen, und gliech einer Arbeit inWasserfarbe. Auf dem Salon von 1807. sah manebenfalls noch zwey kleine aber wohl geratheneLandschaften von ihm (Mensel 1 . c. II. §. 5 .)und heißt er dort: Blengei Senior, (ohne Zweifelzum Unterschied von einem noch jüngern Künstlerdieses Geschlechts). Frühere Arbeiten von ihm, aufden Salons von 1800. und 1801. werden in denDeutsch. Bunstbl. (I. 1. 45. und II. 1. 22.»ausführlich beurtheilt, und dort ein Jagdstuckin einer Herbstlandschaft für eines seiner beßtenBilder gehalten; nur daß man es etwas seltsam