Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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K n o e b e l.

xnoebel, (Joh. Friedrich), geb. zu Dresden,72-i. lernte die Baukunst bey dem bald unten fol-genden I. C- Knoefel. Derselbe arbeitete einegeraume Zeit in Polen unter der Oberaufsicht von^auck, und ward dann in i? 65 > nach Haus be-rufen, und als Kurfürst!. Sächsischer Landbau-meister angestellt, in welcher Eigenschaft er um1/87. noch lebte. Seine beträchtlichste Bautenstehen indessen in Polen: Wie z. B. zu Grodno einMgel des Königl Schlosses und die darin befind-liche Kapelle; in Warschau das große Prachtge-bäude des GrafBrühlischen Pallastes, u. a. Leller.

— — (Julius Friedrich), des Obigen Sohn,«eb. zu Dresden 1723. lernte seines Vaters Kunstbey demselben, und ward 1777. Kurfürstl. Hofcon-bucteur. Reller, wo es (1788.) von ihm heißt:,Jm Dekorationsfache hat er sich bisher ammeisten gezeigt". Neueres von ihm ist uns un-bekannt.

Rnoefel oder Rnoffel, (Joh. Christoph).So heißt irgendwo, ohne Weiteres, ein Ober-Landbaumeister zu Dresden, der um 1760. geblühethabe.

*Rnoeflev, ( ), hieß Georg oder

Gottfried. Anstatt seines Art. im Lex. lese mannun. Geb. zu Schelke unweit Leipzig 1712. lerntezuerst bey einem geringen Bildhauer daselbst, her-nach bey Glume zu Berlin, und endlich bey Lhomäzu Dresden, wo er auf einmal, gerührt durch dasStudium der Antiken, seine Manier änderte. Inwurde er Hofbildhauer, und 1764. Professorder neu errichteten Kunstakademie. Viele seinerArbeiten waren beym Bombardement von Dresden,und auf den Gütern des Ministers von Brühl zu-grundgerichtet. Andres wurde nach Berlin undDessau geliefert. Dann kennt man noch von ihm,neben Andern:, das Grabmal des Grafen MoritzCarl von Lynar in der Kirche zu Liebenau. Er starb1779. I" seinen letzten Jahren hatte er, schwäch-licher Gesundheit halber , nur in Thon gearbeitet,und bey den jährlichen Salons Mannigfaltigesausgestellt. So z. B. die Geißlung Christi, Apollder den Marsyas schindet, Apoll und die neunMusen, afles über eine Elle hohe Figuren. Men-sel!. II. Bernouilli I. 226.

*Ln oller, (Martinvon), geb. zu Steinach,an der untern Straße, sechs Stunden von Inspruck,der Sohn eines Mannes von geringem Vermögen.Derselbe erhielt den ersten bedeutenden Unterrichtvon Paul Troger in Wien, bey dem er sechs Jahreblieb, und alle Theile der Kunst, namentlich auchdie Anatomie, fleissig siudirte. Von da kam er,durch Unterstützung des vortreflichen Grafen Carlsvon Firmian, nach Rom in-die Schule von Mengs,und ward, nebst Unterberger und Maron, dessel-ben vorzüglichster Schüler Dort hielt er sichum 1782. auf. Eine Copie nach Raphael fürdie Kaiserin Maria Theresia, erwarb ihm denAdelstand. In Mailand verheyrathete er sich miteiner sehr schönen Person vom ersten Adel,bey welcher er neun Kinder zeugte, und lebte dortlange Zeit, als KK. Hofmaler. Von Firmian bliebnicht nur sein Wohlthäter, sondern auch sein Freundbis an seinen Tod. Lnoller selbst lebte wenigstensnoch 1796. Damals fand sich über ihn inMeu -sels hs. Misc. II. 222—20. ein Aufsatz, dessenVerfasser uns Obiges erzählt, und zwar hinzuthut:»Mehreres weiß ich von seiner Lebensgeschichtenicht zu sagen", dann aber wahrhaftig noch man-ches Lesenswerthe hinzufügt, wie z. B. „SeinenCharakter betreffend, war er die meiste Zeit sehraufgeräumt und heiter, und liebte die Lustbarkeiten,vorzüglich das Tanzen, ohne deswegen seine Ar-beiten zu versäumen« Eigennutz und übertriebeneSparsamkeit waren ihm fremd. Sein gutes Herzbewies er besonders gegen seinen alten Vater,

") Ob solche Züge wohl in die Geschichte der Kunstgehören? Wir möchten lieber fragen: „ Wo gehöre»

Knoller. 6zK

welchen er Jahre lang in Steinach, kostbar anSpeis und Tränk, von welch letztem dieser ein starkerLiebhaber war, durch einen Wirth verpflegen ließ.Da seine Gattin ihren Schwiegervater niemalsgesehen, und mit der bloßen Beschreibung desselbennicht zufrieden war, versprach der Mann eine Reiftmit ihr nach Tyrol zu machen. Mittlerweile kamihnen die Nachricht, daß derselbe tödtlich danieder-läge. Schleunig machen sie sich mit der Post auf;allein vor der Ankunft war der Vater gestorben.Die gute Frau fällt, unter einem Strom vonThränen über den erblaßten Leichnam, und giebtihm Küsse der Liebe." *) „Von Person war erkaum mittelmäßig groß, aber feurig und lebhaft;dabey dienstfertig, höflich, und besonders gegenseine Schüler gefällig, von denen er nie kein Lehr-geld annahm, manchem wohl gar Nahrung undKleider anschaffte, und auf Reisen sie frey hielt.Dagegen ließ er sich seine Arbeit meistens wohlbezahlen. Zu dem Vorzüglichsten gehören: Eingroßer Saal al Fresco zu Mailand In Deutsch-land dann die Kuppel der Benediktiner-Kirche zuEthal: Eine Glorie, zur Zeit der HimmelfahrtMaria, welche letztre selbst (sehr verständig) nichtdarinn vorkömmt, weil schon das Hochaltarblatt(ebenfalls von seiner Hand) sie vorstellt, und derin der Glorie erscheinende Sohn Gottes, der seinegöttliche Mutter empfängt, damit in Verbindunggebracht wird. Dieses vortrefliche Werk, nebstnoch ein Paar Seiten-Altarblättern (St. Sebastianund St. Catharina) in der nämlichen Kirche, wurdebereits um 1770. angefangen, und erst um 1786.vollendet. Noch ein neueres Altarblatt ebendaselbst(eine Kreuzabnehmung: von 1790. das vollendseines seiner vollkommensten Werke seyn und allesübertreffen soll, was man sich in der anatomischenund akademischen Zeichnung und ihren richtigenMensuren bis zum kleinsten. Detail denken könne.Auch das Colorit desselben scheine ganz Natur zuseyn". Andres dann neben dem bereits im Lexikonvon ihm genannten (die Himmelfahrt Mariä inMünchsn soll eben nicht zu dem Schönsten gehören)befindet sich in der Pfarrkirche zu Steinach, einerServiten-Klosterkirche im Tyrol; die Kirche zuGries bey Botzen; ein Plafond in der Kais. Biblio-thek zu Wien; ein andrer in einem Saal zu Jnspruck(das Urtheil des Paris). Ein vorzügliches Cabinet-flück von ihm (Pygmalion als Bildhauer), wurdein 1782. dem Kurfürsten Carl Theodor für r 5 oo. fl.angeboten, aber, vermittelst Einflusses eines andernungenannten Münchner-Künstlers ausgeschlagen.„Seine Werke in Fresco" (heißt es dann amSchlüsse des oft angezogenen Aufsatzes, im All-gemeinen) „ sind nicht bloß hingcworfne oder übelbearbeitet Figuren; denn, wenn man nächst dabeyist, so ist Alles, bis auf die äusserste Kleinigkeit,so reinlich rind fleissig schmelzend bearbeitet, als obman es nur auf diesem Standpunkt zu betrachtenhätte; dennoch entgeht dem Auge auf dem gehörigfernsten Abstand nicht das Mindeste. Dies kömmtvon der vollkommenen Kenntniß der Verbindungmit dem rechtmäßigen Licht und Schatten, und derHarmonie von einem Uebergang zu dem andern her.Seine-Couleuren in Fresco sind so saftig, durch-scheinend, kräftig und lieblich, in der Nähe sowohlals in gehörig abstehndem Gesichtspunkt, daßwenige Maler vermögend wären, es in Oelfarbenso reinlich und hoch hervorzubringen". Wir selbsthaben von diesemKünstler (der nur Wenigen gehörigbekanntwar) nichts gesehen; aber aus allem Ober-zählten würde ein vollkommen würdiger Schülervon Mengs recht nach dem Leben erscheinen. In-dessen dürfen wir nicht verbergen, daß hinwiederdie Schrift: Winkelmann u. sein Jahrhundert(S. 280.), ihn, nebst ein Paar Andern, unterdiejenigen zählt, an deren Werken man die großeSchule, aus der sie entsprungen sind, „nicht ausder wohlverstandenen Zeichnung schön gewogenerFormen (kurz nicht aus dem eigentlich Hohen undErnsten der Kunst, sondern bloß aus ihren hellen,

, und zumal in ein Allgemeines Rünsiler-Cexikonsie nicht hin? "

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