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Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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264 Koller.

großen Platten radiert und dasigem E.E. Rathzugeeignet hat. Er malte auch schöne Prospekte inWasserfarben. In 1777. gieng er nach Amsterdam,und machte durch eine gute Heyrath sein Glück.Seither haben wir nichts mehr von ihm vernommen.

H. S- Hüsgen S- 1.67.

Roller, (Johann Ulrich), Maler, geb. zuWinterthur 1720. lernte bey dem ältern Schellen-berg, und brachte nachwerts bey Wüst in Zürch4 — 5 - I- als Flachmaler zu, wo er aber in müßigenStunden fleissig nach den Arbeiten seines Meistersund Salomo Geßners studiere. Seine schwächlicheGesundheit, und späterhin hartnäckige Krankheiten,welche er, wie einige wollen, sich selbst durch eineunbehytsame Lebensart zugezogen, hielten ihn ab,fernere Reisen zu seiner Vervollkommnung zu unter-nehmen. Seine Mitbürger, denen sein Talent un-bekannt war, beurtheilten ihn bloß nach seinemäußerlichen Ansetzn. Er hatte von seinen körper-lichen Uebeln so sehr gelitten, daß seine Händelahm schienen, und er wirklich nicht anders ar-beiten konnte, als wenn er den Arm hinter derHand unterstützte, und so den Pinsel freylich selt-sam genug halten konnte. Bey manchen erregtedieß die verkehrte Meynung, als wenn er nichtsTüchtiges lielern könnte. Dergestalt blieb er be-ständig im Dunkel, und die Noth zwang ihst, sichmeistens dem bloßen Anstreichen zu widmen, um nurseinen nothdürftigsten Unterhalt zu verdienen; dessenungeachtet blieb er, selbst in seinen übelsten Lagen,bey dem heitersten Gemüthe, und lebte einige Jahrein vergnügter Ehe, doch ohne Kinder, bis anseinen in 1789. erfolgten Tod. Seine seltenen,aber nichts minder als unbedeutenden Kunstarbeitenwaren gewöhnlich kleine Landschaften in Del, dochmehrenthcils und bester in Aquast (?): Die Gegen-stände gewöhnlich von schöner Auswahl, bald immerbey einer warmen Morgen- oder Abendbeleuchtung;daher die Farbe in seinen frühern Werken öfterszu gclbroth, späterhin aber wahr, warm undmarkigt. Seine Lüfte und Himmel waren gut,die Fernen nicht übel. Recht angenehm wußte erseine Bilder mit artigen Figürchen von Menschenund Lieh zu staffiern; die ganze Behandlung warfleissig, und dennoch meisterhaft, leicht und unge-zwungen. Von seinem Beßren besitzen die HH. Dr.Ernst, Hofrath Klaiß und Sulzer zur Sonne inWinterthur. Meusel's rJ. M-'sc. IX. 56 — 5 g.

Rollmann, ( ), Professor in Berlin.

Auf der dortigen Kunstausstellung vom I. 180Z.sah man von ihm ein weibliches Kniestück in Mi-niatur, das durch seine Lieblichkeit alle Nichtkenneran sich zog, nebst mehrern andern Arbeiten, andenen besonders die steife Zeichnung und der un-sichere Ausdruck gerügt ward. Der Freymürhl'ge180Z. bl.o g8.

Rollowitz, ( ). So wird irgendwo,

ohne Weiteres, ein Maler genannt, nach welchemJoh. Balzer gestochen habe.

Rollorvrath, (Franz Anton Nowochradskyvon), Reichsgraf, Herr auf Koschateck u. s. f.KK. Geheimer Rath und Kämmerer, starb im

I . 1802. zu Prag im 64. Jahr. Seine Verdiensteum den Staat, zumal im Bergwerks - und Münz-wesen, sind bekannt. Aber auch diejenigen umKünste und Wissenschaften waren sehr groß, be-sonders um die erstem, nachdem er im I. 1796.die Präsidentenstelle der Privatgesellschaft patrioti-scher Kunstfreunde zu Prag übernommen hatte«Von ihm sind die Aufsätze über Lucas von Leyden,derjenige von der Beschaffenheit eines Professorsder Baukunst und die Nachrichten von s. Kupfer-sammlung (die nebst s. übrigen Kunstschätzen anseine Schwester, die Gräfin Cavriani, zu Wienkam) in Mensel« Archiv I. 1. x>. 167—68.

* R 0 1 in, (Johann). tssicolai nennt ihnWilhelm. Er war von Seigcn an der Enz inFranken gebürtig und kam 1701. als Hofwachs-

Kon i n g h.

bosslrer in Königliche Dienste. Die sitzende FiMFriedrich 1 . und der kleinen Prinzen auf der Kunst;kammer zu Berlin ist von seiner Arbeit. Nach diesesFürsten Tode kam er ausser Dienst und gieng „achAmsterdam, wo er starb. M'colai. ^

Rolm, (Joh. Wilhelm), des folgenden Lucs?Wilhelms Lohn, geb. zu Dresden 1716. übleseines Vaters und Großvaters Kunst zu Berlin,wo er sich hauptsächlich beschäftigte, Gesichterlebender Personen in Gips und Wachs abzugießenund den Hinterkopf und Hals nach genommenen,Maaße dazu zu bosskren, so daß dadurch ein voll-kommenes Brustbild erhalten wurde. NicolaüMeusel II. der ihn 1789 noch unter die Lebendenzählt. Späteres haben wir nichts von ihm ver-nommen.

— — (Lucas Wilhelm), obigen Johannsoder I. Wilhelms Sohn, geb. 169z. Um i?Zz.gieng er nach Berlin, wo er bis 1786. blieb. DerMarggraf Carl ließ ihn nach Soldin kommen, woRolm viele bosslrte Arbeit machte, wovon besonderseine liegende Venus in Lebensgröße sehr gerühmtwurde. Dort blieb er bis 1708. und gieng dannnach Stettin, Preussen, Liefland, Curland, Ham-burg , Hannover und Cassel. In 1766. kam erwieder nach Berlin, und endlich in 1767. von daüber Hamburg nach Danzig, wo er im Hospitalestarb. Aicolai.

* — — (Wilhelms. S. gleich oben Jacob.

Rolmann, (Destderius), ein Helmschmiedzu Augsburg, verfertigte 1)62. für den spanischenPrinzen Philipp einige Stücke zu einem Harnisch,wofür ihm 600. Kronen bezahlt wurden. EineRüstung in Stahl gearbeitet, und größtentheilsvergoldet, für Mann und Pferd, worauf dieThaten des Hercules erhaben vorgestellt sind, wer-den zu Dresden im Kurfürst! Zwingergarten gezeigt,und sind vermuthlich von dieses Meisters Arbeit.Kurfürst Christian l soll dafür i 4 »»o. Thlr. bezahlthaben, von Sterte» S. 291«

Rolomannus, (P ), ein Denedicti'ner zuWien, ätzte um 1779. eine Beschneiöung Christi,nach Dietrich.

Rolonrtsch/ ( ), ein Maler, arbeitete

um 1776 wahrscheinlich zu Wien. I. Mansfeldhat das.Bildniß Moriz Grafen von Lasky nachihm gestochen. Mrc.

Rolpacof, ( ), ein Russischer Kupfer-

stecher des XVIII. Jahrh, von welchem .fiorillo(R S. ll. 92.) die Bildnisse der Zarinn Natalia,Mutter Peter des Großen (ohne Namen desMalers) und des Grafen Matwaeff, nach Rigaud,anführt.

Rolpaschnikoff, (A.), ein neuerer Rufstscher Kupferstecher, von welchem man, nebenAnderen, das Bildniß des Fürsten AlexanderKurakin kennt. FioriUo R. S. II- 95 .

Romissarorv. S. Tapilaw.

* Ronrng oder etoning, (C.), hieß (Cor-nelius. Zeichner, Kupferstecher und Aetzcr, geb.zu Harlem um 1624. Derselbe gehört unter dieKünstler, von denen man keine Nachrichten hat,deren Werke aber schon allein ihr Verdienst be-weisen. Seine Bildnisse, meist in großem Format,sind mit einem sichern und verständigen Grabstichelgearbeitet. Rost VI. 147— 48 . Dort und meinemVerzeichniß meines sel. Vaters sind mehrere der-selben angeführt. So z. B. des Buchführers Laur.Cvster's, nachJ. van Campen's Zeichnung; Eras-mus, nach Holbein; Calvin, Luther (kom. /m-tickr. Oebellator), Melanchton; des TheologenDierck Philips (ein prächtiges Blatt), und MennoSimons, ohne Namen des Malers, bloß mir(l. Xo-IMF so. et exc. bezeichnet; woraus erhellet,daß er auch einenKunstverlag führte; dann eine Reiheder Grafen von Ostfriesland, nach A. Andriessen.