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der Künste zu Dresden entstand, sehr vielen An«fängern in der Mathematik und Baukunst gute»Unterricht gab. Seit 1788. haben wir nichtsweiter von ihm vernommen.
Bunz, (Carl). Von diesem vorzüglichenManne, der in den gegenwärtigen Zusätzen schonunter Lunz erscheint, holen wir, besser über ihnbelehrt, noch Folgendes nach. Geb. zu Mannheim1770. war sein Lehrer im landschaftlichen Facheder dortige Maler Rieger (ein Schüler von Ferdi-nand Kobell) und Quaglio in der Architektur undPerspektive. Der Umgang mit guten Künstlern,und der tägliche Genuß der damaligen MannheimerKunstschätze, entwickelten früh sein schönes Talent.Alsdann gieng er um 1790., in die Schweiz, wo ersich einige Jahre aufhielt, und daselbst die großeNatur studirte. Von da machte er eine Reise indie Lombardie, und kehrte hierauf in sein Vater-land zurück, wo er nunmehr sowohl in Gouacheals in Oel malte, besonders aber mehrere großeBlätter in Aquatinta lieferte, die zu dem Beßtenin dieser Art gehören. Von seinem Kunstcharakterüberhaupt heißt es in der Allg.R. Z. (S-194—96.):„Seine Landschaften sind sehr zart und gefälligbehandelt; die Charaktere in den richtig gezeich-neten Figuren und Vieh äusserst nett und bestimmt;die Harmonie und Uebcrgänge der Tinten untadel-hast. Seine Gebäude zeugen von einem genauenStudium der Perspektive, welche so viele andrefür eine Nebensache halten". Dann von seinenGouachen insbesonders : „Dieselben verdienen vorjenen in Oel den Vorzug, und zeichnen sich durchdie vortreflich gemalte Luft aus, welche hingegenin seinen Oelgcmaldcn immer etwas kalt und nichtkräftig genug ist". Zu feinen frühesten Blatterngehören, nebst verschiedenen andern Schweizer-gegenden, der Rheinfall bey Schaffhausen, odervielmehr — nach der sonderbaren Weise der Neuern— bloß ein Theil desselben, in großer Nähe (inMezzo tinto) und in verschiedener Rücksicht wirklichschön ; ferners: SalomoGeßners Denkmal. Dannum 1795. bey Artaria: Sechs große Prospekte desGartens bey Schwetzingen, von ihm selbst nachder Natur gemalt, und ebenfalls in Tuschmaniergestochen, welche im: Journal für bilci. Künste(121—2-s ) ausführlich beschrieben und hier sehr(anderswo minder) günstig beurtheilt sind, undnur der fast allzu hohe Preis derselben gerügt wird;dann zwey andre große Blatter: Die Ruinen derU. L. F. Kirche sowohl als der Kathedrale zu Mainz,nach der dortigen Belagerung von 179Z. nachSchneiders Zeichnung. Rost II. Z86-87. Zudem Beßten gehörten dann wohl unstreitig dreyBlätter: Eines nach H. Roos, eines nach vander Beide (in diesem die ungcmein zarte Lust) undein drittes, die weltberühmte — pissende Kuh ausder Galerie von Cassel. In i 8 c» 5 . wenigstens,lebte unser Künstler noch zu Mannheim, und hatteum diese Zeit den Namen eines Kurfürst!. Hof-malers erhalten. Mensel Archiv I. 4. 188.Ebend. S. 162—66. liest man die Beurtheilungeiniger seiner, zum Theil schon oben berührtenBlätter, wo z. B- die Ruinen des Merkur-Tempelsim Garten zu Schwetzingen, in Umrissen mitFarbenen Gouache hoch gepriesen werden — so wie hin-gegen (nach der Meynung des dortigen Kunst-richters) zwey Ansichten der Schloßruinen zu Hei-delberg nicht so gut gelungen wären. In 1807.endlich erschienen, nach ihm, zu Heidelberg, vonG. Primevasi gestochen (schwarz und colorirt) undmit einer Erklärung von Pros. Schreiber begleitet:Ansichten aus dem Murg-Thals, die uns abernoch nie zu Gesicht gekommen sind.
— — (Mariane), eine schätzbare Oelmalerizu München. Im Dezember 1802. übersandte diselbe dem H. Erzherzoge Carl von Oestreich ein arseine glückliche Friedensstiftung mit Kunstgenie enworfenes allegorisches Bild, wofür sie durch eiHandbillet des Fürsten, und einen Ring, der seinNamensschiffre mit Brillanten enthielt, beschenlwurde. Meusel N. Misc. XIV. 715.
Kupeßky.
Runze, (Christian Gottlieb), des folgendenBruder, geb. zu Frankfurt am Mayn 1706. hatte sich,gleich diesem, bey seinem Vater in desselben Kunstgebildet, und arbeitete darin zu Höchst, Hanau,und, von 1766. an, vier Jahre zu Bonn; als-dann hielt er sich acht Jahre lang in verschiedenenholländischen Städten auf, und kehrte hierauf nachBonn zurück, wo er um 1790. noch lebte. Neueresist uns nichts von ihm bekannt. Hüsgen (S. iZ?.>der von ihm zwey Stücke (die Brustbilder einesTürken und seiner Frau, letztre mit einer Tasse„in ihrer schönen Hand"), besaß, welche, nachseinem Zeugniß, theils wohl gezeichnet, theils vontreflichem Colorit, und zumal das Blaue und Rothedarin so hoch getrieben waren, daß man sich inEmail schwerlich etwas Höheres denken konnte.
— — (Johann Andreas ), Sohn und
Schüler des nachfolgenden Johann Philipp'«,übte die Schmelzmalerei) mit noch bessert» Erfolgals jener, und erfand verschiedene schöne Farben,besonders ein Hochrothes, wovon Hüsgen cG.i 55 .) die saubere Anekdote erzählt: Daß, als seinVater ihm diese letztre nicht nach — Londnertazebezahlen wollte, er, in dessen Gegenwart, denPurpur ins Feuer schüttete, Frankfurt verließ, undnach Augsburg gieng. Hier sowohl als nachwcrlsin Durlach, in dem Fegensack bey Bremen, aufdem Fürstenberg bey Corbey, in Höchst (hier 17.Jahre) dann zu Bonn, und zuletzt im Elsaß, ar-beitete er in verschiedenen Porzellanfabriken, die erzum Theil selbst anlegte, und war einer von denersten, der gemeines Porzellan mit Schmelzfarbenzierte, und darauf Figuren und Landschaft malte.Endlich starb er auf einer Durchreise zu Höchst 1770.Neben seiner Kunst, mit welcher er sehr geheim that,war er ein großer Kenner von alten Gemälden undKupferstichen. Hüsgen 1 . c.
Runze, (Johann Philipp), der beyden obigenVater, geb. zu Frankfurt am Mayn 1682. unddaselbst gestorben 1729. anfangs ein Goldarbeit«,nachwebts ein geschickter Schmelzmaler, in welcherletztem Kunst er vornämlich für die Kaiser Carl VII.und Franz I. arbeitete. Hüsgen (S. 154—55.),der ihn seiner Talente und seines Fleisses wegenhochschätzte.
*R»petzky, (Johann). In einer Verglei-chung, welche I. C- Füßli in seiner (lesenswerchen)Biographie dieses (vor A. Graf wenigstens) größtenBildnißmalers unter den Deutschen, (und dembesonders die Ehre gebührt, den damaligen ÜbelnGeschmack im Portraitmalen in der deutschenKaiserstadt verbessert zu haben), zwischen dem-selben und vandyck anstellt, heißt es neben An-dern»: »Luperzky war der Sohn eines armenMannes, von einer armseligen Erziehung, die ihnzu Trieben band, die mit dem Pöbel überein-stimmten. Er kam unter einen Anführer- aberunter einen solchen der nicht mehr Verstand als erselbst hatte. Er hatte nicht die zum wahren Schönen,oder dem feinern Jdealischen fühlbare Seele, dieVandyck hatte. Sein einiger Leiter war ein großerTrieb zur Vollkommenheit, der aber wild, unbän-dig, und ausserordenklich war. Er hatte noch keinenBegrif von dem geordneten Schönen der Einbil-dungen, und was er dachte, schwebte in seinemKopf, wie in einem Chaos, regellos herum. Als-dann gieng er nach Italien mit einem hoffendenaber nicht aufgeklärten Auge. Zu alle diesem kamnoch ein reißender Mangel; doch arbeitete er un-ermüdet, bis sich sein Schicksal änderte. Kaumhakte sich dieses ins Bessere enthüllt, so gieng ernicht stufenweise, nicht nach Ordnungen; er stiegauf einmal zu dem ihm angewiesenen Grad derVollkommenheit; es kam bey ihm alles auf einmalzur Reife: Das was er nachher sammelte, warennur Nachbildungen. Er betrat eine eigene Bahnauf dem Wege der Natur, und kam mit seineneigenen Schätzen beladen aus Italien zurück. Ereröfnete sich die Reichthümer der Natur selbst, undward völlig davon Meister. So ward Rupetzky