Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
655
JPEG-Download
 

Kupehky.

qroß". Und bald hernach: »Wir finden nicht,daß er von etwas einen idealischen Begrif gehabthabe, es sey denn von der Farbe, so lang wirvon seinen Bildern reden. Dafür ergriff er alleVortheile der Natur wie er sie fand, mit einemunnachahmbaren Verständniß des Schattens unddes Lichts; mit einem bis auf ihre geringste Schön-heiten oder Fehler eifersüchtigen Auge durchdranger sie. Man weiß, wie zauberisch Rembrand seineKöpfe im Licht und Schatten bildete. Um sich einegründliche Einbildung von Kupeyky's Köpfen zumachen, muß man die Starke von Rubens, dasZarte und Geistige von Vandyck, und den Schattenund die Zauberey von Rembrand sich vorstellen.Diese wirkliche verstärkte Natur siehet man in seinenGemälden viel; sein eigen Bildniß mit der Brille,welches Vogel in schwarzer Arbeit schabte, isteins davon. Seine Hände schuf er in den vertheil-hastesien und schweresten Stellungen, so stark, sogezeichnet wie Vandyck. Ohne Vergleichungenanzustellen, waren sie sowohl unverbesserlich alsunnachahmlich, ob er gleich, wie ein Kunstlichterangemerkt hat, seine Hände durch ein zu voll-kommnes Auszeichnen zu alt, und die Finger zukurz machte. Man findet diesen Fehler an einigenOrcen; ich glaube aber, daß er in denselben durchdie Beobachtung der oft zu langen Finger in denBildnissen Vandycks gelocket ward; sie bleibenaber dessen ungeachtet wie des Niederländers ingleich hohem Werthe. Was seine Drapperien an-geht, so war er nicht mit Vandyck zu vergleichen;er war zu eifersüchtig auf seine Köpfe und Hände,als daß er an die Kleider hätte denken sollen. Ersagte oft, der Kopf und die Hände müssen einBildniß schön machen, das übrige seyen Neben-werke. Man könnte dieses mit großen Malernentschuldigen, dadurch aber würde ihm nichts ge-holfen; er mochte nun auf die Falten Acht habenoder nicht, so waren die seinigen übel geworfen,und seinen Bildnissen nachtheilig". Am End'schließtFüßlr aus seiner Parallele, „daß VandyckLupetzky in dem Edeln der Gedanken und derWendungen, die von seiner ediern und denkendemSeele entsprangen, allerdings vorzuziehen sey;daß aber KupetzA) in der vereinigten Stärke derNatur und der Farbe, weder von jenem nochirgend einem andern Maler in der Welt übertreffenworden". Noch merkt er an: »Daß Vandyck,Kneller, Largilliere, Rigaud u. a. sehr glücklichin vortrefiichen Kupferstechern waren. Dagegenhat man nichts von dieser Art von unserm Kupetzky,als einige Stücke (wovon aber die meisten Früchtevon seinen alten Jahren waren) die Bernard Vogelverfertigte, dem er.hingegen nichts von seinenVortreflichern eher geben wollte, bis er seine Fähig-keit sah; aber Vogel starb zu früh." Und: » Vonseiner Fähigkeit Geschichten zu malen kann ich nichtschließen; seine überhäufte Arbeit ließ ihm keineZeit darauf zu denken; er konnte nur dann undwann Versuche machen, die, so wie seine Gedankenauf Papier, schön und voller Geist waren. Ichsah' einst einen Cimon im Gefängniß bey ihm, ineinem Risse, das eine, aber sehr vorrrefliche,Nachahmung von Rubens zu seyn schien; kaumaber merkte er, daß ich es in dieser Absicht be-,trachtete, so nahm er es als eine Beschimpfungseiner Gedanken auf, und zerriß es zu meinemErstaunen. So malte er einen Christus am Kreuze,einem andern ähnlich, den er einst zu Bolognavom Guido sah". Eine Menge Bildnisse nachihm, theils gestochen, theils in Schwarzkunst ge-schabt, habe» : I. F. Dause, I. I. Hayd, Mar-cenay und A. und I. Schmutzer (einen Prinz Eugen,von Kupetzky in Wachs modellirt), G. M Preißler,I- F. Roßbach, E. Schaffhauser, I. C. Vogelund P. Westermeyer; hauptsächlich aber, nichtminder als 73. Stücke, der oben erwähnte BernardVogel, welche zusammen unter dem Titel: A'. Xr«-iingAines et pioturos cznotguot earnmbsberi potuerunt, antsa arte guarn vooantruZra incisss a öcrrr/r. jsrn vero simi-

lrter continuatss opera et sumptrbus D.

Küster. 6§Z

/h'srLler-r, (eines der schönsten ist unstreitig seineigenes und seines Sohnes, auf Einem Blatt).Ferners kennt man nach ihm: bUlia gacra,exliibsns ima§ir>es Lervatoris fesu Lkristiejusczus parentum et Aposl.olorum ex arolis-t^pls celeb. ?lct. ab ej. clizoipulo

<A. Frre/5/mo suppeüicatss (üelinsatre)

ssreque express. a A. A. LMro. Dann voneinzelnen historischen oder Gattungsblättern: DieVermählte und die Vertraute, von Baust; einjunger Mann, der sich unter dem Arm krazt. von'I. D. Kauperz; der Tod des Adonis von Romanet;ein St. Bartholomäus mit den Werkzeugen seinerMarter, und em alter Philosoph, beyde von B.Vogel. S. Fößli l. c. wo, neben Anderm amSchluß ein Derzeichniß von 23 . seiner vorzüglichstenGemälde erscheint, welche er schon frühe dazubestimmt hatte, daß einst sein (bekanntlich vor ihmverstorbener) Sohn sich darnach bilden sollte. Indiesem Verzeichnisse findet sich denn doch verschie-denes Historisches; wie z. B. der H. Franzisc inEntzückung; der barmherzige Samariter; eine H.Familie; Maria Magdalena, in einem Buchebetend; und sogar zwo Landschaften. Aus K. Ver-lassenschaft hatte (17-io.) der damalige Marggrafvon Brandenburg-Bayreuth (nicht, wie es bei-de Fonrenal heißt, des Künstlers einzelnes Farmilien-Bildniß, sondern) 29. Stücke für 16000 fl.gekauft. Wer sagt uns wohl, wo diese — wissenwir doch nicht einmal, wo seine Scizzen undZeichnungen hingekommen sind, welche er seinemFreunde I. < 5 - Füßli, als einem Mikvollstreckerseines letzten Willens, lcgirt hatte» Einem andernAufsätze überRupetzky in Mensel« zI. Misc.X. 220—20. und XI. 245—60. welcher aber vonGeschichtlichemchloß einen guten Auszug der Bio-graphie von Füßli enthält, ist hingegen ein ge-naues Verzeichniß aller einzeln Blätter des obenangeführten Werkes: HpstLäA lwsAiriLs sto.beygefügt, welches hier (dieVarianten einbegriffen)81. Bl< enthält.

* Kupetzky-Möller, einVeynamedes inrLex. enthaltenen Gabriel Möllers von Anspach,eines seiner beßten Schüler , und von welchem zu-gleich alle guten Drapperien in den Bildnissenseines Meisters herrührten. Fößli l. 0.

Kupfer, (S.). So heißt bey Basän (L6.sec.) und auch anderwerts, ohne Weiteres, einKupferstecher, der zu Wien unter Schmutzer gelernthabe, von welchem man einen Dorfmarkt, nebstPendant., nach Ferg, dann ein Bildniß von B.Spinoza, ohne Namen des Malers, u. s. f. kenne.

Kurlandrof oder Kurlandzow, ( ),

ein russischer Maler, und Mitglied der Akademieder Künste zu St. Petersburg, gieng im I. i 8 o 3 .mit der bekannten Expedition der russisch-amerika-nischen Compagnie unter Capitän Krusensiern, indie weniger bekannten Gegenden Amerika'^ undandre im Wege dieser Expedition liegenden Länderund Inseln ab, um die dortigen Ansichten, Men-schen und Sitten, und andre vorzügliche Selten-heiten dieser Weltreviere abzuzeichnen. Zu Anfangvon 1806. kam er wieder zu St. Petersburg an,und ist ohne Zweifel derselbe, der im Rufs. Hof-kalender von 1804. unter dem zweyten NamenKurlandzow, als Miniaturmaler und Mitgliedder Akademie zu St. Petersburg erscheint.

Kurriger. S. Luriger.

Küster, (Conratp, ein Landschafts-und Bild-nißmaler, gebürtig von Winterthur, der sich 1 5 .Jahre in Holland aufgehalten, und ziemlich Geldverdient hatte, kam in i/ 63 . wieder nach Haus,und lebte noch in seiner Vaterstadt 1799. Meu-sels L-l. MlsceU. H 62.

— — (Jacob), des Obigen Sohn, geb. zuWinterthur 1770. lernte die ersten Anfänge derKunst bey seinem Vater; dann brachte er einigeZeit, unter Wüst's Anleitung in Zürich zu; hernach