Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
1890
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- 89 o Tilo.

Tilo, s. oben Thilo.

Trip ( ), ein Milltair-Hauptmann, der

vermuthlich zu Anfang des XVIII. Jahrhundertslebte Hauber's Historie der Landkartenführt S. 81. von ihm eine solche von dem Markgrafthume Bayrcukh an, die er »gar fein" nennt.In Schab's pl'nacothek wird derselben nicht

gedacht.

Tilson (Heinrich), ein Englischer Diidniß-Maler aus Uorkshire, geb. i6ig., lernte beyPeter Lely, und reiste in Italien, wo er von1686—87. in Nom verblieb , und in Dahl's Ge-sellschaft mit ungemeinem Fleiß in Pastell, nachCorreggio, Titian und den Carracci kopirie. SeineBildnisse in dieser Gattung sowohl, als in Oel,thun viele Wirkung, und werden sehr geschätzt.Eine unglückliche Liebe brachte ihn um seinenVerstand,'und verleitete ihn, im 56 . Jahre durcheinen Pistolenschuß sich des Lebens zu berauben.Liorillo V. 490. Auf einem großen Familien-stück hat er sich selbst dargestellt. Mensel'sMisc. IV. i 5 . S. Walpole, wo sein Bildniß(wahrscheinlich das oben erwähnte) von Chambarsgestochen, zu finden ist. Lstach ihm dann kenntman dasjenige Heinrich Warton's, von R. White,und I. Kettlevol's, von I. Smith. Mrc.

Tilzig (Johann Friedrich), ein Mäurermei-ster zu Hamburg 1804., der aber auch um die-selbe Zeit gestorben, oder sonst dort abhandengekommen zu seyn scheint.

Tim (Jacob Julius), lernte auf der Kunst-akademie zu Kopenhagen, wo er auch 1782. einePreißmedaille davon trug. Xunstinstorio i Oau-rnark. ak ^Vemxvicb.

* Timaenerhus. Der Almanach ausRom 1810. (24. Oct.) setzt seine Blnthezeitzwischen die 110. u. 120. Olympiade, und nennt,als seine Arbeit: „Viele Gemälde im Musao",was uns unverständlich ist. S. das Lex.

Timagoras. Der Almanach aus Rom1810. (12. Aug.) setzt seine Blüthezeit zwischendie 83 . u. gZ. Ojympiade. Seine zwey Gemälde,welche vor denen des Panaenus (Panäus?)den Preist erhielten, standen zu Corinth undDelphos.

" Timanrhes, von Sicyon oder Cydnos,übertraf nach dem Urtheil des Volkes (freylich einesVolkes von Athen!) noch den Parrhasius. Zu einerFeit geboren, wo man anfieng, den Ausdruckzu einem Studium zu machen, suchte er sich indiesem Kunsttheile besonders zu vervollkommnen,vernachläßigte aber darüber auch das nicht, wasman in der Künstlerspiache Verstand (Csnssss)nennt. So z. B. als er in einem sehr kleinenGemälde einen Cyklopen (Riesen) darstellen wollte,setzte er ihm noch weit kleinere Satyren zur Seite,die seinen Daum mit ihren Thyrsusstaben messen rc.Was Aeltere und Neuere über das Verhüllendes Agammnon in unsers Künstlers berühmtemOpfer der Jpbigenia theils richtig bemerkt, theilsweidlich gesalbadert haben, wollen wir hier nichtwiederholen. (Das Lex. spricht sich darüber, nachplinius, ganz richtig aus). Auch zu Rom sahman ein sehr hochgeschätztes Bild von Timambesdas einen Helden (?) vorstellte, Der

Almanach aus Rom 1810. ( 3 o. Aug.) nenntvon ihm noch einen Ajax »nd einen Palamedes,eines wohl das Bild, das zu Rom stand.

* Tl'marchides, der Bildhauer, welcherim Lex. bloß mit seinem Namen, unter dem Art.Baeron erscheint, war aus Athen gebürtig, undblühete zwischen der i 5 o. u. 160. Olympiade.Der Almanach aus Rom 1810. (22. Jul.)nennt von ihm einen Apollo Musagetes (d. i. be-kleidet) mit der Leyer, in dem Porlicus der Oc-savia zn Nom.

Tiomachus.

* Tiinkrere. Der Almanach aus Rom1810. (20. Aug.) setzt die Blürhezeit dieser Ma-lerin zwischen die 83 . u. 93. Olympiade.

*Timilus, ein'antiker Bildhauer; heißtvermuthlich der Smisis des Lex. und der gegen-wärtigen Zusätze.

Tl'mme (Christian Friedrich), ein Stiefbruderdes folgenden Ludwig, geb. zu Arnstadt 1767.,erlernte anfangs die Malerei bey einem Hofmalerzu Gotha, und brachte es darin wirklich ziemlichweit. Allein er verließ diese Kunst, die er nach-gehends nur zu seinem Vergnügen trieb, setztesich zu Erfurt, und ergab sich der Schriftsteller?!;auch fanden seine Romane und Schauspiele zuihrer Zeit großen Beyfall. Bey alle dem Talent,was ihm die Natur verleihen hatte, ergab ersich jedoch einer etwas leichtsinnigen Lebensweise,und starb dergestalt in schlechten Umständen, 1788.zu Erfurt.

— — (David), der Sohn eines Hofgärt-ners zu Arnstadt, und zwar der Enkel des fol-genden Johanns. Er lernte bey seinem Vater,suchte seine fernere Bildung in Frankreich, undwollte eben noch weiter gehen, als sein Vaterplötzlich starb, und er zurückberufen wurde, umdessen Stelle einzunehmen. David starb gegen1770, zu Arnstadt, und hinterließ den Ruf einesgeschickte» Mannes.

— — (Johann), Hof- und Lustgartner z»Arnstadt, wo er, nach einer 24 jährigen eigen-händigen Pflege, in 1712. glücklich eine Aloe zurBlüthe brachte. Dieselbe ist sodann von Jac.Petrus in Kupfer gebracht worden zu des C.Olearius Histor. Beschreib, derjenig. Aloen , wel-che in Europäischen Landen bisher geblüht. Arn-stadt 1710. 8°. Johann st. 1714. zu Arnstadt,und die ihm gehaltene Leicheupredigt hat I. L.Olearius 1714- Fol- in Druck gegeben. IHrc.

— — (Ludwig)) Baumeister, Sohn desobigen David, geb. zu Arnstadt. Nachdem crbey irgend einer Herrschaft in Thüringen längereZeit Bauten besorgt halte, so ging er um 1770.über Amsterdam nach Surinam, wo er das Glückhatte, zu Paramaribo die Aussicht über das Bau-wesen zu erlangen. Hier betraf ihn aber man-cherlei körperliches Ungemach; er fiel sich einenArm entzwei), und wurde nach und nach auf bey-den Augen blind. Um sich von letzterem Uebelzu befreyen, reiste er nach Amsterdam zurück,und hatte auch wirklich die Freude, mittelst einerguten Operation, den Sinn des Gesichts wiederzu erhalten. Vergnügt eilte er nunmehr Para-maribo wieder zu, mußte aber zu seiner Betrüb-niß finden, daß man sich dort auf gut Glückin sein ganzes saures Erwerbrhmn getheilt hakte;und kaum gelang es ihm mit Hülfe der Obrigkeitdas Seine wieder einzutreiben. Dort st. er alsein bejahrter Mann um 1793.

— — ( ), Hofgärtner zu Arnstadt,

wahrscheinlich des obigen Johanns Sohn, undVater von David.

Timmelmeyer (I. I.), ein Maler zuHamburg, dessen das dasige Adreßbuch auf 1806.(dasjenige von iSoj. noch nicht) gedenkt.

* Tl'momachus. Eine Gorgone dieses By-zantinischen Malers hielt man für sein Meister-werk. Für seinen rasenden Ajax, und eine Me-dea die ihre Kinder tödtet, zahlte ihm Jul. Cäsar80. Talente ( 3 o»,oc>c». Fr. Livr). Letztere standim Tempel der Venus Genilrix zu Nom. plu-rarch mißbilligt den Gegenstand, als dem Zweckder schönen Kunst zuwider. Mehrere Sinnge-dichte der griechischen Anthologie hingegen kön-nen , zumal das Bild der Medea nicht gering er-heben, und eines derselben bemerkt, daß es inEncaustick gemalt, und bey des Künstlers Lobs