Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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1897
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Tischbein.

<jZe!ebrte>rgesch. XVI. 22Z. Ein von ihm selbstgezeichnetes Bildniß findet sich auch unter denMaler-Bildnissen des Grafen Firmiern, auf demSchloße Leopoldskron bey Salzburg. Ueber seineKunstcharakteristik heißt es bey Rost II-i 58 . u.ff. (wo er irrig der älteste von sieben Bruderngenannt wird): » Tischbein war ein guter Zeich-ner, und seine Gegenstände trug er in einem leb-haften Colorit vor. In seinen Compositionenwar er sich nicht immer gleich, indem er zuwei-len die Gruppirung und das Kostüme vernach-läßigte; auch tadelt an einigen der Kenner seinenzu bunten Vertrag, und manche Härten in Zu-sammenstellung der Farben. Bey seinen vielenGemälden, welche er verfertigt hat, konnten auchohnmöglich alle gleichen Werth und gleiche Been-digung haben. Er hat aber hinlänglich bewiesen,daß, wenn er Meisterstücke malen wollte, er eskonnte. Cassel besitzt einen wahren Schatz vondiesem verdienstvollen Künstler. Kenner werdendaselbst in der Landgräflichen Gallerie, und aufden, Schloße, der Weiße Stein genannt, Ge-mälde finden, welche Beweise von großen Kunst-talenten dieses Mannes sind. Die letzten Jahreseines Lebens ward er durch die anhaltende An-strengung seiner Augen fast gänzlich blind. Alsich (Huber spricht) ihn zu der Zeit, bey meinemAufenthalte in Cassel besuchte, zeigte er mir einGemälde aus der Geschichte des Marcus Curius,welches er noch mit so schwachen Augen verfer-tigt hatte, daß, wie er mir sagte, seine Tochterneben ihm geseßen, und ihm die Farben auf derPalette, die er nöthig hatte, habe anzeigen mü-ßen. Obgleich dieß Gemälde nicht das Verdienstseiner vorherigen Arbeiten haben konnte, so blicktedoch noch aus allen Zügen der große Künstler amEnde seiner Laufbahn hervor. Sein Familien-Bild , das er auf die Wand eines seiner letztenZimmer gemalt hatte, war so getreu nach derNatur, daß oft Fremde in der Ferne dadurchgetauscht wurden". Engelschall, welcher 144.historische Gemälde von unserm Künstler aufzählt,nennt darunter als die Vorzüglichsten: Die Auf-erstehung Christi, mit überlebensgroßen Figuren,Altarblatt für die Michaelis-Kirche zu Hamburg(176Z. *); die Verklärung, in der LutherischenKirche zu Cassel (1767.**); Hermanns Trophäennach seinem Sieg über den Varus, auf demSchloße zu Pyrmont ,768.***); einen Cyclus vonzehn Bildern aus der Geschichte der Cleopatra,die sich meistens auf dem Schloße Weißenstein,die übrigen (1797. noch) in Tischbeins Hause

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befanden, kn klein lebensgroßen Figuren (1769—70.****); einen andern Cyclus aus der GeschichteLelemachs, in sechszchn Bildern von mehr alslebensgroßen Figuren über den Zimmerthüren imSchloße zu Wilhelms-Thal (1775-76.); einEcce Homo in der katholischen Kapelle zu Cassel(1778. -j9; die Abnehmung vom Kreutze und dieHimmelfahrt, beydes Altarblattec in der Haupt-kirche zu Stralsund (1787.)^); endlich Christusam Oelberge, Altarblatt, in klein lebensgroßenFiguren , ein Geschenk für die Kirche von Tisch-vem's GeburtsortHayna(i78.)'fi^fi). Noch zähltEngeischall an einer andern Stelle seiner Schrift,(S. 49.): »Zu denjenigen unsterblichen Werken,womit Tischbein seinen Ruhm als Geschichts-maler krönte": Vier Bilder aus den Begeben-heiten von Rinaldo und Armida, nach Lasso(1766.), die sich auf dem Schloße Weißensteinbefinden; dann den Zorn des Achilles, und dieauf Agamamnons Befehl hinweggebrachte Briseis(1781.); Elektra, die den vermeinten Tod ihresBruders an seiner Urne beweint (178Z.); die ster-bende Alceste (1780.), und ihre Wiederbringungdurch Herkules (1777), diese jweye wenigstens inlebensgroßen Figuren'fi'j-f-fi). Unter den Dildnißenund Gesellschaftsstücken , deren Engelschall selbstnur 81. aus weit mehrern anfuhrt, nennen wirhier vollends nur: Den colossalischen Kopf desBildhauers Coustou (1742.) in Paris gemalt; densehr schönen Kopf einer Freundin von Tischbein,zu Venedig (1761.); jweymal das Bildniß desGallerie-Inspektors Freese zu Cassel (1722. u.1772.) 0); sein eigenes Bildniß, welches er1781. der Kunst-Akademie zu Cassel geschenkt (ermalte sich selbst zum öftern); Heyne's (1776.);Glenns (1767.) 00); des berühmten FranzösischenGenerals Franz von Cbevert, während des sieben-jährigen Kriegs; das Tischbeinische Familienge-malde, in lebensgroßen Figuren (1774 ): Ihn undseine beyden Töchter, und an der Wand die Bild-nisse seiner verstorbenen beyden Gattinen 000) ;Reinhard Foster; de Wailly, ehemaligen Bau-meister zu Cassel; dessen Gattin; die DichterinPhilipvine Engelhard (1780.) damals DemoisellsSatterer; den Professor Sprickmann; mehrereBildniße der (ihm so sehr zugethanen) GräflichenStadionischen Familie, namentlich auch der Grä-fin von Stadion, nachheriger vermählter Gräfinvon Spaur; Tischbeins älteste Tochter am Kla-vier; der Vater, die Palette in der Hand, lehntsich auf ihren Stuhl, und horcht dem Spiele(klein); den Rath Nah! in Cassel, wie er Tisch-

») Beschrieben in: Sibl. r>. schon. wiss. XII. S. z6-. «. ff.«k) Beschrieben bey Engelschall S. 96.

«»,-) Beschrieben im Journale von und für Deutschland -785. St. VIl. S. -8. u. ff.bey Engelschall S. 97 - u. ff. Lonk. N. Dibl. d. schon. wiss. XV. S. Zu — 2-.

und im Nnsznge

ns»») Beschrieben viere derselben ausführlich (wahrscheinlich von Casparson) in Mensel'« Miscell. IV. -8.ff. kürzer alle zehn bey Engelschall S. io<> — »oz.

4 ) Engelschall (S. 107.) bemerkt darüber: «Kenner bewundern an diesem Bilde den Ausdruck so mancherwiderstreitenden Leidenschaften, und. der den Juden, so wie den Morgenländern überhaupt, so «anen Zei-chensprache. S- darüber auch Meusel'« Miscell. XIX. 5z.

44 ) Ausführlich beschrieben von Casparson in Meusel's Museum St. XI. S. 47s. u. ff. und abgekürzt beyEngelschall S. »>4 — 17.

444 ) Beschrieben bey Engeischall S. » 7 . Aber wahrhaftig etwa- seltsam, wenn es dort heißt: «Bey Betrach-tung dieses Gemäldes wird man uuschlüßig, ob man mehr die Stärke des Genie's, womit es erfunden undausgeführt worden, oder den Umstand bewundern muß, daß Tischbein es in einem Zustande malte, wodas Licht seiner Augen fast gänzlich erloschen war". Ja S. 7». liest man, daß er schon -785. nur nochdie Stelle scheu konnte, die er mit seinem Pinsel berührte

4444 ) Von den fünf letztgenannten Bildern sagt Engelschall nicht, wo sie sich befinden; die zwey letzten beschreibter S. ioy — I>. Das letzte auch ein Ungenannter in Meusel« Miscell. Vlll. 76. u- ff. Neuern Nach-richten zufolge sollen sich diese beyde, dann Herkules, Omphale, Anakrevn und Sappho, in der Galleriezu Cassel befinden.

«-) Alle viere 1797. im Besitze des Gallerie - Inspektors Tischbein zu Cassek.

00) Nach demselben ist das Bildniß von St. IV. 178g. des Journals von und für Deutschland.

«°o) Dasselbe stand (- 797 .) in des Künstlers ehemaligem Hause zu Kassel. Beschriebe» ist es bey EngelschallS. »21. — 24.

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