Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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1942
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iZ42 Tripprl.

wuchs mit ihrer Vermehrung. Um desto willigerfolgte der bedrängte Vater den Einladungen weit-läufiger Verwandten, nach England zu kommen,wo sie ihm glückliche Aussichten für ihn und dieEeiuigen zeigte». Er wanderte daher zehn Jahrenach der Geburt unsers Alexander nach London.In der That fiel ihm auch sogleich bey seiner An-kunft so viele und so vortheilhaste Arbeit zu, daßer ein Jahr darauf seine Frau mit ihren fünfKindern dorthin berief. Allein bald nach ihrerAnkunft trübten sich jene günstigen Aussichten,die Bestellungen blieben aus, und Armuth drücktein einem fremden Lande diese sich selbst überlasseneFamilie. Der älteste Sohn half dem Vater indem kärglichen Tagwerke. Alexander, der ohneweitere Bestimmung bisher den gewöhnlichen Schul-unterricht genossen hatte, mußte nun diesen ent-behren, und als ein einjähriger Knabe schon an-fangen, für seinen eigne» Unterhalt zu sorgen.Ein Anverwandter, welcher musikalische Instru-mente verfertigte, nahm ihn zu sich, um ihn inseiner Kunst zu unterweise» , zu welcher indeßAlexander gar keine Neigung hatte, weil es ihmbesonders an musikalischem Gehör fehlte. DerMeister bemerkte dagegen in dem Knaben sehr baldeine» natürlichen Hang zum Nachbilden und Zeich-nen, und gab ihm eine demselben mehr angemes-sene Beschäftigung dadurch, daß er ihn die durch-brochenen Verzierungen der Schallöcher ausschni-tzen und die Kasten der Instrumente mit bunt-farbigen Hölzern auslege» ließ. Diese Arbeitenerweckten immer mehr das ihm angeborue Geniezu den bildenden Künsten, und der unbefriedigteKnabe sehnte sich nach Unterricht in der Zeich-nung. Diesen erhielt er zuerst von einem Bild-schnitzer in Elfenbein, von Lücke genannt, derihn zur Kunst ermunterte, und ihn, freylich mitunverständiger Wahl, nach einen Zoll hohen Fi-gürchen von holländischen Bauern und Scheer-schleifern zeichnen und modelliren ließ. Ein Jahrnur blieb Trippel in dieser schlechten Schule,sus der er sehr wenig Vortheil zog, und gieng1761. mit drey von seinen Brudern nach Copen-Hagen, entschlossen, die Jnstrumentenmacherey zuverlassen, bey einem Bildhauer den gewünschtenUnterricht in der Kunst zu suchen, und sich die-ser ganz zu widme». Er war dem Herrn Wide-wclt, Professor an der vortrefiich eingerichtetenKunstakademie zu Cvpenhagen empfohlen, welchersich des jungen lernbegierigen Schweizers ernst-lich annahm, und ihm die ersten Grundsätze derKunst beybrachte. Diesem freundschaftlichen Un-terricht kam Trippel selbst durch den eifrigstenFleiß in der Ausübung der Kunst entgegen. Erzeichnete und modcllirie in der Akademie nach derNatur und den großen Mustern des Alterthums.Die Arbeit gelang seinen dem Künstlergciste folg-samen Händen; Richtigkeit und Geschmack zeich-neten schon seine ersten Studien aus. Alleinarm, ohne Unterstützung in einem fremden Landemußte er die ersten Bedürfnisse des Lebens sichdurch Arbeit erwerben. Er fand diese bey Bild-hauern, denen er im Taglohn ihre Werke ausdem Groben meisselte. Hier übte er sich freylichin der Behandlung des Marmors; allein die demjungen Künstler allzukostbare Zeit, welche er aufdas Studium der Natur und großen Meister-werke zu verwenden wünschte, gieng ihm bey die-sen Arbeiten verloren, deren Lohn überdieß so ge-ring war, daß nur die Menge derselben zur Er-werbung seines nothwendigsten Unterhaltes hin,reichte. Drey Jahre lang trug er diese drücken-den Bande, die seinen raschen Künstlergcist vondem Fluge in die höher» Regionen der Kunst-kenntnisse zurückhielten, welche er ahndete, undzu denen sich aufzuschwingen er Muth und Kraftin seinem Innern fühlte. Voll Mißmuts) undüberdrüssig dieses mechanischen Lebens verließCrippel Cvpenhagen i, 65 . und glaubte bey demBau des prunkvollen Pallastes Friedrich II. zuPotsdam bessere Gelegenheit zu finden, seine Ta-lente auszubilden. Die dortige Arbeit entsprach

Trippel.

indessen seinen Erwartungen nicht. Nur vierMonate blieb er bey derselben, besah^Berlln, undkehrte wieder nach Copenhagen zurück. Geradeum diese Zeit war der geschickte dänische Bild-hauer Stanley von Rom und Paris- zurückge-kommen, bey welchem Trippel sogleich Arbeitsuchte und sie auch fand, indem er für diesenKünstler die Figuren an dem Katafalk des da-mals verstorbenen Königs von Dänemark Fried-richs V. ausarbeitete. Neben diesen Arbeiten be-suchte er die Lehrstnnden der Akademie und erhieltschon 1767. drey Prämien, zwey silberne Medail-len für Modelle der Natur, und die dritte, einegoldene, für ein wohlgerathenes Relief, wel-ches die Salbung Davids zum Könige vor-stellte. Mit dem ersten Preis ward im folgendenJahre sein Relief gekrönt, in welchem Josephgebildet war, wie er sich seinen erstaunten Bru-dern zu erkennen giebt. Sein Muth und seinFleiß verdoppelten sich nach diesen glücklichen undbelohnten Arbeiten. Er machte bey Stanley einModell zu dem Grabmal der Königin Louise,mit zwey Figuren und zwey Reliefs. Ueberdießbildete er hier ausser einigen weniger wichtigenStücken eine akademische Figur zum eignen Stu-dium, einen Mars, und eine Figur die Liebe desVaterlands vorstellend. So hatte sich Trippelin Copenhagen eine Masse von theoretischen undpraktischen Kenntnissen gesammelt, welche er durchReisen auszubilden und zu vergrößern eifrigstwünschte. Er verließ daher Copenhagen 1771. »ndgieng nach einem kurzen, fast müßigen Aufent-halt in London in einem Alter von 20 Jahrennach Paris, wo damals schon durch das aufmun-ternde Beyspiel einiger talentvoller Künstler, durchaufgestellte Meisterwerke alter und neuer Kunst,und durch andre zum Studium nothwendige An-stalten der junge Künstler leichter als an einemandern Orte den Weg zu seiner Vervollkomm-nung fand, und zu dem Hohen Genusse und dervölligen Ausbildung in Rom besser vorbereitetwurde. Diese glückliche Hoffnung, Italien zusehen, durfte Trippel damals noch kaum fassen.Denn ohne eignes Vermögen, und ohne Unter-stützung weder von Verwandten noch Fremden,erwarb er sich durch einige kleine Arbeiten nureine» kümmerlichen Unterhalt, von dem er nochmanches seinen ersten Bedürfnissen entzog »m eszum Sludiren anzuwenden. Eine von ein Paaredeldenkenden Landsleuten ihm vorgestreckte kleineSumme diente ihm zur Einrichtung seiner Werk-statt , in welcher er bald einen Bacchus 24" hochin Marmor auszuarbeiten anfing, den er an HerrnGidcon Burkardt in Basel verkaufte, welcher auchnachher sein Wohlthäter blieb. Darauf bildete erzwey Portraikfiguren 34 " hoch, den Grafen vonLöwenthal und seine Tochter als Amazone miteinem Lorbeerkranze in der Hand, welchen sieihrem Vater darreicht; überdieß machte er Zeich-nungen und mehrere Figuren, Gruppen und Re-liefs in Gips und Thon, wie z. B. Bacchus derdie Ariadne ftönt; Zephyr, der die Flora ent-führt; Thisbe, die sich über ihrem Geliebten er-sticht. Diese ebengenannken Stücke sandte er alsProben seiner Arbeiten an den Herrn von Mechelin Basel, mit welchem er durch Vermittlung eini-ger Freunde in Briefwechsel getreten war, unddurch dessen thätige Aufmunterung ihm glückli-chere Aussichten, als bisher, eröffnet wurden. Erfaßte zu diesem Manne ein solches Zutrauen, daßer ihm in einem offenherzigen Briefe die gehei-men Wünsche seines Herzens, die nach Rom ge-richtet waren, zu entdecken wagte. In eben die-sem Briefe erwähnte er einer von ihm muernom-menen allegorischen Vorstellung zum Ruhme sei-nes schweizerischen Vaterlandes. Ein fitzenderHerkules halt mit dem rechten Arm seine Keule,und stützt sich mit dem linken auf einen Schild,auf welchem der Schweizerbund in Relief gebil-det ist. Unten am Schilde liegt ein mit einemLorbeerkranze umwundener Helm, auf welchemWinkelried in der Sempacher-Schlacht vorgestellt