Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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2006
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2006 Vannucci.

Vannude n.

will "'); aber zugleich hatte er für seine Gat-tin eine so heftige Leidenschaft, daß er ihr nichtsversagen konnte, und den Aufwand für sie oftbis zur Verschwendung trieb Den Schmerzüber den Verlust eines Kästchens voll Gold, wo-von auch das Lex. spricht, überlebte er nichtlange. Er starb, wenig bedauert von seinenNebenbuhlern, unter denen ihm sein Stolz sehrviele Feinde zugezogen hatte". Nach wareierbesaß schon das alte Französische Kabinet vierBilder von ihm, deren größtes und vorzüglichstesindessen nicht mehr als 5 " in die Höhe und 5 'b" in die Breite hatte: Eine Abnahme vom Kreuz,worinn Magdalenens Schmerz sehr gut ausge-drückt, und die Zusammensetzung einfach ist,aber freylich ein wenig nach dem Gothischenschmeckt Die drey übrigen sind: Eine Madonnamit dem Kinde und zween Engeln (nach lEpiciösehr schwach); besser: Magdalena und Christus,als Gärtner; endlich St. Hieronymus vor einemKruzifixe, der durch sein Gebet einen Löwen indie Flucht zu jagen scheint. Dann sah man imMuseum Napoleon von Derern, als Kunst-eroberung : Eine Madonna mit St. Hieronymusund Augustin ( 5 ' 7" hohes und fast eben so brei-tes Altarblatt aus der Augustiner-Kirche zu Cre-mona, mit des Künstlers Namen, und der Jahr-zahl 1476. also in seinen beßten Jahren gemalt);dann eine andere tz. Jungfrau in den Wolken,mit HimmelSbewohnern umgeben, im Dorgrundder Erzengel Michael, St. Cacharina von Ale-xandrien, St. Lucia und St. Johann der Evan-geliste (dies ebenfalls eine Eroberung der Franzvs.Armee in Italien: Woher?) von welchen LandonII. N". hs. und XV. NN 21. die Nachbildungim Umrisse, und Beschreibung giebt. Auch nachihm wäre perer ein Mitschüler L. da Vinci beyVerrocchio gewesen, und nach diesem hätten siedie graziösen Frauenköpfe gebildet, welche übri-gens unter sich viel Aehnlichkeit haben. Ueber-haupt nennt Landon seinen Styl ziemlich rein,aber etwas trocken. Das zweytgenannte Bilddürfte dasjenige seyn, welches vannucci (va-sari zufolge) für vallombrosa malte. Langehielt man es für einen Raphael, in dessen ersterManier; etwas schwach gezeichnet, aber vollNaivetät, Feinheit, und sogar einer gewissenGrazie in Stellungen und Ausdruck, Festigkeitin den Tinten und reinlicher, obgleich trockenerAusführung. Dann wird irgendwo noch als einedritte Kunsteroberung (aus der Spithalkirche zuPerugia) eine Familie der H. Jungfrau genannt;und eine H. Familie von ihm, die aus einersehr alten Gallerie zu Florenz kam (csi 10" 6'"hoch, 2^ 1" (?" br.) besaß zu Paris (1811.)der anonyme Verfasser der ConZicisrntions suri'etst: cis la Ceiuturo en Ituli« clans les IV.örlöclc-Z c;ui out prooess oelul <le Aaxiüae/.Endlich befanden sich noch, ebenfalls als Kunst-deuten, von perugi'no, zu Paris vier Hand-zeichnungen: Eine drappirte Frauensperson aufden Knieen, und ein alter Mannskopf, beydemit der Feder ausgetuscht, und mit Weiß erhöht;dann ein Kampf Amors mit der Keuschheit, inLeimfarbe colorirt; und ein Studium zu der vorer-wähnten Familie der H. Jungfrau. Andere Hand-zeichnungen von ihm besaß auch noch (1810.)

ebenfalls zu Paris das Kabinet Paignon-Dijon-vai an ein Dutzend, darunter die schöne, mitder Feder und ausgetuscht, einer Heimsuchung derElisabeth; dann den zu Christo gebrachten Kran-ken (12. Figuren); den Herrn des Weinbergs;ein Reuter- und Jnfanteriegefecht; Köpfe derMadonna und St. Anna, u. s. f. — In Deutsch-land besitzen von ihm: Die KK. zu Wien Ma-donna mit dem Kinde, zwey weibliche HH. zurSeite, die eine mit einem Palmzweige, die an-dere mit gefalteten Handen (Knieestück Ar- lebens-groß), und eine Taufe Christi, ganz klein. Lich-renstein: Madonna mit dem Kinde, und demihn anbetenden kleinen Johannes (mittlerer Größe).München: Madonna mit dem Kind im Schooße(klein), wir glauben, früher in Schleishein»;jetzt sicher: Das Jesuskind wird gewaschen(ganze lebensgroße Figur ***); Düsseldorf einst:Einen alten Manns- und einen alten Frauenskopf.Dresden: Eine Anbetung der Weisen, und Ma-donna mit dem Kind, ein Vögelchen in derHand, und dem kleinen St. Johannes; beydeskleine und sehr dürftige Bilder. Das Cabinet desGrafen von Benze!-Srernau einen St. Johannden Läufer als Kind (,o/r" hoch, 2^ br.).In der Schrveilz kennen wir von ihm ein fastlebensgroßer Silentium, bey tz. Conrad Pestaslozzi zu Zürch, hinter den untern Zäunen, dasderselbe erst jüngsthin aus Italien brachte, undwelches wahrscheinlich Alles übertrifft, was inerwähnten Deutschen Gallerien von ihm enthaltenist. Gestochen nach Verugino kennt man ebennicht sehr Vieles: Die Abnahme vom Kreuz,einst in der Gallerie Orleans, von Cl. Duflvs,und eine andere (die im König!. Französ. Mu-seum) im Zeichnungsgeschmacke vom Grafen vonCayius, fürs Cabinet Crozal. Dann eine Ma-donna in leuchtenden Wolken, das Kind aufden Knieen, dem der kleine Johannes eineTraube reicht, ein seltenes Blatt von N. Bea-trizet, ganz ohne Namen. Diesen fügt ein Ver-zeichniß meines sei. Vaters noch bey: Die Hoch-zeit Jsaaks und Rebecca's von B. Passerotti,etwas Ungenanntes von S. Bartoii, und einenHerkules, der den Neid vom Parnasse verjagt,von einem Anonymus, in Helldunkel. AndereH. Familien und Madonnen nach ihm von Bloe-maert, L. Gaultier, P. de la Hone, N. Nata-lis und Dominicus Picchianti nennt der Katalogvon Daignon-Dijonval. Noch kennt BarrschXII. 5 s— 55 . als vermuthlich nach ihm, ebenfallsin Helldunkel: Eine sitzende Madonna, welchedie Hände auf dem Rücken des Kindes halt,von einem Ungenannte»; dann, als sicher, eineandere Madonna, vor ihr das knieende Kind,von einem uns sonst ganz unbekannten Dougt;und endlich eine St. Elisabeth, auf einer Mauer,auf ihren Knieen die H. Jungfrau (?), die sichgegen den kleinen St. Johann zur Linken biegt,der ein Lamm bey den Ohren hält, wieder voneinem Ungenannten: Alle dreye mit drey Stö-cken. — Am Schlüsse des Art. dieses Künstlersim Lex. ist die Citation mit V. II. x.

507. zu ergänzen.

*) ann u'd en. So ward Lucas van Uden aufverschiedenen Französischen Kupferstichen nachihm verschrieben.

") Vasari wirft petern dies häßliche Laster vollends bitter vor: »Geld sev sein einziger Abgott gewesen,dem zu Liebe er auch das Schlechteste verübt hätte. An einen andern Gott, so wenig als an ein künf-tiges Leben, habe er nicht geglaubt, und alle noch so sehr seinem pvrphprnen Gehirn accomodirte Beweisedafür hatten keinen Eingang bey ihm gefunden. Uebrigens bemerkt Ebenderselbe, daß vannucci, sehrvorsichtig, den größten Theil seines Erwerbes auf Häuser und liegende Güter verwandt habe.

"-ch „Und" (sagt Basar, ausdrücklich)" ihr den Schmuck oft mit eigener Hand angelegt!"

Der H. von Männlich urtheilt von perugino: »Er vollendete seine Werke mit dem größten Fleiß,und sing an, Anmuth, Sanftheit und Kraft mit Wahrheit und Richtigkeit zu verbinden. Seine Umrissesind zwar noch etwas schneidend und trocken, und sein Kolorit einfärbig und gelblich; die Abweisungdes Lichtes ist darin nicht hinlänglich bemerkt, und seine Gründe sind gewöhnlich zu sorgfältig ausgeführt,zu hell in der Farbe, und weichen folglich nicht genugsam zurück; aber dem Allem ungeachtet ist er dererste, welcher aus der gewöhnlichen Trockenheit weiter vortrat, und genaue Nachahmung der Natur mitGrazie und Größe zu verbinden suchte". Der Schluß dieses Urtheils scheint uns von ansnehmenderWahrheit zn seyn.