Zoro Weinlig.
Akademie zu Wien, geb.^ zu Dresden 173g genoßin seiner Jugend einen gründlichen Unterricht in derlateinischen, griechischen und französischen Sprache,in der Erdkunde, Weltgeschichte, Mathematik undMusik, bis 1753 wo er die Baukunst bey demRathsmäurermeister Mader (Reller h. Mauer)erlernte. Seit 1766 fing er an den praktischenTheil dieser Kunst zu üben, und hörte dabey einenmathematischen Cursus bey M. Zacken, nachherigenRector zu Pirna, mit dem er auch verschiedenelateinische Autoren wieder las. Unter der Leitungdes Oberlandbaumeisters Schwarz bildete er sichweiter aus, und half demselben bey mehrernwichtigen Arbeiten. In 1760 ward er zuerst alsHofcondukteur angestellt, und 1766 trat er einearchitektonische Reise nach Frankreich und Italienan. In Paris studirte er mit neuem Eifer dieBaukunst unter le Roi, Chalgrin und Blondel,übte sich in Abendstunden in der Steinschneider-kunst und freyen Handzeichnung, und besah anSonn- und Festtagen die um Paris liegendenLustschlösser. Bey seiner Ankunft in Rom 1767hatte er noch das Glück, Winkelmann kennen zulernen, der ihn mit dem Rath Reifstein, mitMaron, Cavaceppi und andern würdigen Män-nern bekannt machte, deren guter Rath ihm sehrVortheilhaft war. In 1768 that er eine Reise nachNeapel, die er in seinen Briefen über Rom be-schrieben. In 1770 kam er nach Dresden zurück-In 1771 erhielt er das Diplom als Mitglied derK. K. Kupferstecherakademie in Wien. In 177^wurde er Oberbauamts-Fahlmeister. „ Seine jetzigewenige Muße" (heißt es schon bey Mensel II.<1789.) wendet er auf die Geschichte der Baukunstund des Geschmackes. Für mehrere große Herrenhat er auf ihr Verlangen architektonische Zeich-nungen verfertigt". In 1790 erhielt er, mit Beysbehaltung seiner bisheriger Funktionen, die Stelleeines Hofbaumeisters. Dieser geschickte Mann st.1799' Seine Briefe über Rom (nach Anleitungder vorhandenen Prospekte vonPiranesi, Pannini,u. a. berühmten Meistern), von welchen neun Heftein drey gr. Quartbanden, mit Kupf. (Dresden781—87.) erschienen sind (Pr. 9TH.) haben ihnals Schriftsteller rühmlichst bekannt gemacht. Vonfeinen architektonischen Werken, welche die innereAuszierung der Zimmer betreffen, sind 4 Hefte,so wohl illuminiert als schwarz, in Folio erschie-nen. Auch (wahrscheinlich die nämlichen) Fran-zösisch, unter dem Titel: Oeuvres 6'Hrcki-tscture Lad. 1 — 3 . Dress. 784 — 85 . Dadurchhat er gleichsam das erste Signal gegeben, dieArabesken und andere architekonische Verzierungenauf innere Zimmerdekoration anzuwenden, undselbst den Laien in der Baukunst durch niedlichkolorierte Muster Lust an dergleichen Sachen bey-zubringen. weinlig war aber nicht blos Erfin-der und Zusammensetzet auf dem Papier; er wußteseine Ideen auch im Großen auszuführen. Anjeder zweckmäßigen Unternehmung zur Erweiterungder Kunst und Verbreitung des Geschmacks nahmer mit Vergnügen Theil, und unterstützte daherauch den Hausmarschall Baron zu Racknitz fürseine Geschmacksdarstellungen durch einige sehr»esenswürdige und mit Beyfall aufgenommeneBeyträge. Eine schöne architektonische Beschrei-bung des Meißner-Doms von ihm findet sich inSchlenkert'» malerischen Scizzen II. 2Z. 24.Menseln. Baur. zA.Deutsch.Merk. 1799.XII. G. 359 —66. M-c. Noch bemerkt uns einFreund über den Unsrigen: „In 1794 wurde erauch zum Assessor bei der Militair- und Civil-Oberbaucommission ernannt. Damals erbaute erden vierten Flügel (und im Mittel desselben dasReithaus) der churfürstlichen Stallaebäude un-weit Friedrichsstadt - Dresden. Rlabe. Nach-dem er >799 Oberlandbaumeister geworden war,st. er, wie schon gesagt, noch in demselben! Jahrezu Dresden. Weinlig, der eine schöne Biblio-
Weinmüller.
thek in seinem Fache besaß, hat auch einigesradirt.
weinlig (Therese), die Tochter eines Pfar-rers, geb. zu Zähren bei Meißen um 1773 und alsGattin des H.Limberg, Inspektoren des großenOpernhauses zu Dresden, dort um 1806 gestorben.Dieselbe (deren wir schon oben unter Limberggedachten) befaßte sich damit, Blumen aus aller-hand Stoffen zu verfertigen (auf den Dresdner-Ausstellungen sah man mehrere dergl. schöne vonihr; so z-B- auf denen von 1802 und i 8 c> 3 ) underlangte einen-großen Ruhm durch ihre Kunstfer,tigkett sowohl hierin, als in Verfertigung vonallerhand Früchten in Wachs. Auch ihre Schwe-ster, die verheirathete Köchenschreiber Rlingsohrzu Dresden, ist in eben diesen Künsten wohl er-fahren. Beide waren Schülerinnen der JohannaEleonora Conradi, welche vortrefliche Künstlerinin unsern Supplementen als Baisee erscheint,und von der wir in künftigen Nachtragen einMehreres sagen werden.
— — ( ), verheirathete Rlingsohr, s.vor-
stehnde Therese weinlig.
weinmann (Jacob), ein Künstler zu Nürn-berg um 1622; man kennt gegossene Epitaphienvon ihm. Trechsel's zsjürnherger-Johannis-Rirchhof. S. 127. 82. 8°.
— — (Johann Christoph), ein Rothgießer zuNürnberg. Sein Bildnis in 4°. ohne Jnnschristgeschabt, rubricirt Panzer!. 26t.
— — (J-), ein Kupferstecher zu Preßburg,vielleicht ein Sohn des nachfolgenden Marc. (W-),der das Bildnis des Prälaten Bened. Strauch(zu dessen: Betrachtungen und Gebete. Preßburg1788. 8°) nach I. deFernstein in Kupfer brachte.
— — (Marcus), ein geringer von Klagen-furt gebürtiger Kupferstecher, der bey Franz Leop.Schmitner zu Wien lernte, und dort, so wie zuGrätz und zu Preßburg arbeitete. Er stach Vielesfür Klöster und beschäftigte sich häufig mit Devo-tionen. Wir kennen sonst noch von ihm (zu Grätzausgefertigt) Blätter zu 8eleotss Dissertationes exsmoenit. acsdem. 0.Dinne. 6rsecii 1764 — 66.2Theile4°; (zuWien?); das Litelkupfer zu Oolas.toujours Oolas, Lomsäis. Dresse 1766. LS.Anderwärts heißt es: Auch ein Blatt auf dieBuchdruckerkunst kl.fol.; (zu Preßburg) natur-historische Kupfer zu irgend einem Buche.
— — (Martin), ein Goldschmiedsmeister zuZwickau, und von da gebürtig. - Er wandte sichspäter nach Dresden und wurde von der dortigenGoldschmieds-Innung i 685 auf ChurfürstlichenBefehl aufgenommen ohne deswegen wieder einMeisterstück (was er vordem schon in Zwickaugefertigt hatte) machen zu dürfen; jedoch poussirteer an dessen statt etwas in Wachs. ObwohlMartin ein geschickter Künstler war, so starb erdoch 1704 in tiefer Armuth zu Dresden. Vergl.auch oben Daniel wedekind.
— — (Ulrich), ein Goldschmied zu Annabergin Chursachsen, wo er i 63 o durch einen Unglücks-fall sein Leben einbüßte, wie eine handschriftlicheChronik dieser Stadt erzählt. Mn.
— — ( ), ein Maler zu Augsburg. Von
ihm hiengen im Speisesaal der ehemaligen AbteiÄiessen drei Bilder: Christus am Kreuze, dieheilige Magdalena, wie sie Jesus Füße wäscht,und der heilige Augustin. Lipowsky.
weinmuIIer (Joseph), Bildhauer vonAugsburg, geb. zu Äitring im Allgau, lerntevier Jahre bey dem Kurbayrilchen HofbildhauecSträub in München. Zu Ludwigsburg in derPorzettanfabrik verfertigte er, neben dem geschickten