Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Wolf.

Wolf.

Kram - (Mieth-) Zins auf dem sogenannten PfarrrEisen bezahlte: »Woselbst er" (sagt der ehrlicheHüsgenN.A. S. i 48 .) »vermuthlich mit gemal-ten Trinkgläsern, Flaschen und Fenster-Schei-ben gehandelt hat, welche um jene Zeit noch starkim Brauch waren, und sich manch geschickter Manndarinnen beflissen hatte, ohne weitere Zusetzung sei-nes Namens auf ihre öfters sehr mühsame Arbeiten:Woher zu glauben ist, daß noch manch schätzbareUeberreste dieses Manns jetzo übrig sind, die manaber eben deswegen nicht anzugeben vermag."

iD o lf (Johann), Doktor der Philosophie; einPädagoge zu Nürnberg, hier einem Gärtner i /65 ge-boren. In 1792 wurde er Lehrer der Naturkunde undKunstgeschichte an der Buchnerschen Erziehungs-anstalt und i 8 o 3 erster Lehrer an der Knabenindustrie-schule. Ergab u.a. heraus: Neue methodische Vor-schriften, gestochen von C.F. Lochner. Nürnb. 179Z./>". rCt 0 flltsch Fortsetzung r>. N) l ll 's (Jürnb.Gelehrrenlexic. — Wahrscheinlich ist er derselbe,welcher anderwerts Fürstl.Jscnburgischer Rath underster Lehrer an der Knaben-Jndustricschule zu Nürn-berg heißt, der in 1808 bcy Lechner daselbst in einerkleinen Schrift eine Methode seines Unterrichts imZeichnen angekündigt hatte, die in den Görring.Anzeiger 1809. S. 160. Beyfall erhielt.

— — — — ein sehr geschickter Glas-bläser, oder, seinem eigenen Ausdrucke nach,Glasspinner, da er das Glas nicht, wie dieJtaliäner, in hohle längliche Formen bläst, son-dern die zylindrischen Parthien zu seinen Figurengleich dem Gespinnste aus der flüßigen Glasmassezieht. Er fertigte in dieser Art, aus BöhmischemCristallglase, nicht allein Bäume, Blumen, Thiere,Bildnisse rc. sondern auch große Landschaften undGarten mit Gebäuden; Gcestücke mit Schiffen,Felsen rc. nach Zeichnungen, Kupferstichen undModellen. Dieser Künstler, der nie das Zeich-nen erlernt, und seine Kunst, die er als ein Ge-heimniß aufbewahrt, von selbst erfunden hatte,wurde zu Glatz um 17ZZ geboren, lernte dasBuchbinder-Handwerk, und war dann 18 Jahrelang Soldat. Er ließ 1787 (zu welcher Zeit seingewöhnlicher Aufenthaltsort das böhmische DorfLangenau im Leutmeritzer-Kreise war) Glasmosai-kcn gedachter Arbeit, zu Prsg öffentlich für Geldsehen. Man hatte dergleichen auch schon insAusland nach Dänemark, Spanien rc. verführt.(Rteggers) Materialien zur Statistik vonBöhmen StücklI. S.417- ff. S- unten JosephWolf, mit welchem der Unsrige Eine Person ist.

— — — — s. unten den GoldschmiedThomas Wolf.

— — (JohannAndreas, auch bloß Andreas),geb. zu München 1662, wo sein Vater Ionasein mittelmäßiger Maler war. In seiner Jugendsollte er sich den Wissenschaften widmen; alleinein unwiderstehlicher Hang zog ihn zur bildendenKunst. Sein Vater war sein erster Lehrer, dener bald übertraf. Mehreres trug zu seiner Aus-bildung , zumal in der Zeichnung,und in derAnatomie, der Churfürstliche Hofbildhauer B-Ab-leitner bey, und schon in seinem Fünfzehnten gaber Beweise von einem ungewöhnlichen Genie. An-fangs nahm er die Schönfelosche, dann die CarlLothsche Manier an; aber auf einmal ging eraus sich selbst hervor, ward selbststänvig, undarbeitete nach seiner eignen, sehr angenehme»Weise; einige ihm geliehene Raphaelische Hand-zeichnnngen veredelten seinen Geschmack, und ver-größerten seinen Styl, und er wurde einer dervorzüglichsten Künstler seines Vaterlands, so daßvielleicht das Urtheil nicht unbegründet seyn mag:

Daß die Deutsche Schule, neben ChristophSchwarz, hauptsächlich auch durch den Unsrigenneuen Glanz erhalten habe. Bewundernswürdigist der Reichthum seiner Erfindung: Wenn er einAltarblatt zu malen hatte, zeichnete er dasselbezwey bis dreymal, beobachtete jedesmal die Wir-kung seiner Zusammensetzung und des Ausdrucks,und schritt dann erst zur eigentlichen Ausführung.

Sein Colorit ist je nach Erfordernd weich undhell, oder kraftvoll und fest; die Zeichnung großund entschlossen, ohne ganz rein zu seyn; dieComposition reich. In seinen altern Jahren be-kam er Neigung zur Baukunst; nach seinen Pla-nen und unter seiner Leitung wurden z B. diePrämonstratenser-Abtey und die Kirche zu Schüft-larn, unweit München erbaut. Sein Leben warganz der Kunst und solchen Wissenschaften gewied-met, welche Einfluß auf jene hatte». Niemalsbesuchte er die Schenken, und nur selten einenSpatziergang; sein Geld verwendete er lieber fürgute Kupferstiche, Eipsabgüße und Bücher. Inseinem Umgänge war er freundlich und dienstfer-tig, und sprach wenig, außer eben, wenn vonder Kunst die Rede war. Alle vornehmsten Kunst-werke Roms und des übrigen Italiens wußte erzu benennen, ungeachtet seine weitesten ReisenSalzburg, Augsburg und Passau gewesen. Alser 36 I. alt war, nahm er sich die Tochter desBildhauers (Jeu von Landshut zur Gattin; seinemit ihr erzeugten zwey Söhne starben in früherJugend, zwey Töchter blieben am Leben. Erheurathete nickt wieder, st. zu München 1716und wurde auf dem äußern Gottesacker beerdigt,wo sein Grab, bis 1786 durch einen Grabsteinausgezeichnet, für alle Verehrer der Kunstein sinniger Gegenstand war; um diese Zeit aberwurde derselbe — an einen Einwohner verkauft,der davon — 0 der Schande! einen — Austrittin seinem Hause machen ließ. Von deutschen Gal-lerten besitzen von ihm, unsers Wissens, einzig die-jenige zu München eine Vermählung der H. Jung-frau in ganzen lebensgroßen Figuren (ro^ 10" hoch,6^7"br.) Schleisbeim dann: Maria, von En-geln umgeben, knie't auf der Weltkugel, auf wel-cher der Sündenfall abgebildet ist; sie tritt derSchlange auf den Kopf; über ihr Gott Vater inder Herrlichkeit, der ihr den Scepter der Weltüberreicht (7, 7" hoch, 6 ^ br.); St. Johann,von Engeln umgeben, der der Madonna dieCom-munion reicht ( 6 ^ 5 " hoch, 3'7"br.), und end-lich eine H Familie (2^ 8" hoch, 10" br.).Nebendem sind eine Menge Deckenstücke und Ge-mälde in Münchner-Kirchen sowohl, als nochmehr außer seiner Vaterstadt (wie zu Landshut,Straubing, Freysing, Erding, Passau, Regen-spurg, Kempten, Augsburg, Lintz, Jnsbruck,Freyburg in Brisgau u. s. f.), welche LipowskyBild für Bild anführt, hinlängliche Beweise sei- ines großen Verdienstes, von Männlich.—Vonihm ist auch das sehr schöne Hauptaltarblatt inder Abtey Kremsmünster, welches die VerklärungChristi darstellt. Nach ihm sollen gearbeitet haben:

C. G. Ambling 12 Bl. allegorische und religiöseStücke; Heilige und Bildnisse; eine Allegorieauf den Entsatz von Wien in kl.Fol.; E. Hain-zelmann St. Martin, der seine Kleider verschenkt,

8 °. E. C Heiß ein Heiligenbild, wo man aufeinem Buche liest: Lss Vll. in 4°- geschabt;Barch. Kilian, Bildnisse Dayerscher Fürsten in 8 °;Georg Kilian; M. Küssel; F. I. Spaett; I. G.Wolfgang, eine Allegorie.

ÜVolf (Johann Christoph), Würtembergischer lHofgärtner zu Ludwigsburg 1760. Mrc.

— — (JohannChristoph), kommt schon 1766als Bildhauer zu Dresden vor *). Mn.

0 Wir glauben, es sey uns von diesem eingesandte» Art. etwas ver.vrcn gegangen.