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Das Schlavische Europa, wann den Sevenern nicht schleunige Hülff solte geleistet werden ... / [Abel Boyer] ; aus dem Französischen ins Teutsche übersezt [v. J.J. Gesser]
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«G? (6) §G»

sprechen einen König seinen Unterthanen nicht verbindlich mache.

Aufdifts stehet vorderst zu antworttn/daß drstsLäici nicht eine Gnad/ sonderVilmehr ein rechtmässrg erworbnes Rechr/das hernach durch verschiedneandre Erkantnuffsn uns Srklärungm/wordurch die NachfahrenHeinrichlV.das Versprechen solches unverbrüchlich zuhalten erneuert/ b stakiaek worden.ZweytenS/ daß dem hohen und geheiligten Ansehen nichts schimpfliches kön-re nachgesagt werden / als dises/ Daß sie nicht schuldig ihren Unter-thanen Treu und Glauben zuhalten. Wann dlse unve.nünftige Regel

platz haben sslre/so wurde selbige ehest alle Reiche der Welt umkehren / weil sieden Lid/den die Könige bey ihrer Crönung/ welches eine solche Ceremom/ vreeinen heimlichen Vertrag zwischen dem Oberherrcn und den Umerrhanm ein,schließt / wordurch der erstre zur Handhab der Besätzen und zur Übung der Ge,rechtigkeit/ diel andren aber sich zu treu und Eid verpflichten / leisten/ aufhe-ben wurde; Dises hat gemacht/ daß * ein berühmter Französischer Scri-bent sich in gegenwart Ludwig XIV. zusagen unterfangen/ daß die Könige

aufhören Könige zuftyn/wann sie diejenigen Bedinge / vermittlestderen Sie chren Gewalt besitzen/auß der acht laNn. Man sagt auchgemeinklich/ Wann treu nndglanben sich verlieren/ so so! man selbigebey den Königen suchen. Und gewißllch/ weil diegröste Ehr der V>-berherren dann bestehek/daßsieein Abtruk Gottes/ so muß man selbi-gen memalen einschwätzcn/daß es ihnen unanständig/ sich gegen ihreUnterthanen anzustellen/wie sich Gott erzeigt gegen den Menschen.Dann Gott mache kein bedenken/sich mit den Menschen in Verkom-rarsten einzujasten/sich denftlben/und sie ihme durch gewüsse gegen ein-andern habende Bedinge zuverbindm/ es fchüzk auch selbiger mema-Len vor die Hochheit seiner Person oder die unkerthänigkeit seiner Ge-schöpften/der Verbindlichkeit der geschloffnen Verkömnuffen zu bespot-ten. Nichts desto weniger hak er einen werk grösser« gemalt über dieMenschen/als die Qberherren über ihre Unterthanen; ja es ist keineHerrschafr/sie mag so ungebunden und wilkuhrtich seyn/als sie immerrvil / die dem gewalk/ so Gott über öise ganze Welk hak/es stpe in be-trachkung seiner unendlichen FollkoMmheittrr / oder in ansehung desderselben mitgetheilten Wesens/zukomme. Man muß sich daher nichteiMden/dast der Absatz/ so da ist zwischen einem König und seinen

Ull-