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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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oft mit Wehmuth vermifst. In mehreren catholischenLändern dauert das Läuten derselben fast beständigfort, und wird daher lästig; aber der gänzlicheMangel daran hat, wie ich Sie versichern darf, et-was Trauriges und Wildes. Wenn die Zeit für unsmit widriger Langsamkeit hineilt, so scheint das,was auf eine auffallende Weise die Abschnitte be-zeichnet , nach welchen dieselbe eingetheilt wird,die Einbildungskraft ein wenig zu beruhigen. DerKlang der Glocken erinnert uns auch aufserdemselbst in der Einöde daran, dafs wir nicht alleinsind j dafs noch Menschen um uns sind , die zuweilendurch gleiche Pflichten, durch gleiche Gottesvereh-rung, durch gleiche Empfindungen vereint werden.Er lälst einen Eindruck von Wohlwollen , von reli-giöser Verbindung, von Geselligkeit zurück, dermich rührt, und mich interessirt. Denken Sie sichhier , werthester Freund, das aufserordentliche Un-glück eines guten Catholiken am Ufer des Rheins ,der täglich am andern Gestade zur Messe läutenhört, und den Klang der Glocken an dem Gestade,welches er bewohnt, nicht mehr vernimmt. Ich binüberzeugt, dafs dieser Umstand allein viele armeElsässer zum Auswandern bewogen hat.