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Lieder.
Lust und (Qual.
Knabe saß ich, Fischerknabe,
Auf dem schwarzen Fels im Meer,Und, bereitend falsche Gabe,
Sang ich lauschend rings umher.
Angel schwebte lockend nieder;
Gleich ein Fischlein streift und schnappt,Schadenfrohe SchelmenliederUnd das Fischlein war ertappt.
Ach! am Ufer, durch die Fluren,
Jn's Gelüste tief zum Hain,
Folgt' ich einer Sohle Spuren,
Und die Hirtin war allein.
Blicke sinken, Worte stocken! —
Wie ein Taschenmesser schnapptFaßte sie mich in die LockenUnd das Bübchen war ertappt.
Weiß doch Gott mit welchem HirtenSie auf's neue sich ergeht!
Muß ich in das Meer mich gürten,
Wie es sauset, wie es weht.
Wenn mich oft im Netze jammertDas Gewimmel groß und klein;
Immer möcht' ich noch umklammert'Noch von ihren Armen seyn!
März.
Es ist ein Schnee gefallen,Denn es ist noch nicht ZeitDaß von den Blümlein allen,Daß von den Blümlein allenWir werden hocherfreut.
Der Sonnenblick betrügetMit mildem falschem Schein,Die Schwalbe selber lüget,Die Schwalbe selber lüget,Warum? Sie kommt allein!
Sollt' ich mich einzeln freuen,Wenn auch der Frühling nah?Doch kommen wir zu zweien,Doch kommen wir zu zweien,Gleich ist der Sommer da.
Antworten
bet einem gesellschaftlichen Fragespiel.Die Dame.
Was ein weiblich Herz erfreueIn der klein - und großen Welt?Ganz gewiß ist es das Neue,Dessen Blüthe stets gefällt;
Doch viel werther ist die Treue,Die auch in der Früchte ZeitNoch mit Blüthen uns erfreut.
Der junge Herr.
Paris war in Wald und HöhlenMit den Nymphen wohl bekannt,Bis ihm Zeus, um ihn zu quälen,Drei der Himmlischen gesandt;
Und es fühlte wohl im Wählen,In der alt - und neuen Zeit,Niemand mehr Verlegenheit.
Der Erfahrne.
Geh den Weibern zart entgegen,Du gewinnst sie auf mein Wort;Und wer rasch ist und verwegen,Kommt vielleicht noch besser fort;Doch wem wenig dran gelegenScheinet, ob er reizt und rührt,Der beleidigt, der verführt.
Der Zufriedne.
Vielfach ist der Menschen Streben,Ihre Unruh, ihr Verdruß;
Auch ist manches Gut gegeben,Mancher liebliche Genuß;
Doch das größte Glück im LebenUnd der reichlichste GewinnIst ein guter leichter Sinn.
Der lustige Rath.
Wer der Menschen thöricht TreibenTäglich sieht und täglich schilt,
Und wenn Andre Narren bleiben,Selbst für einen Narren gilt,
Der trägt schwerer als zur MühleIrgend ein beladen Thier.
Und, wie ich im Busen fühle,Wahrlich! so ergeht es mir.
j Verschiedene Empfindungen an einem Platze
Das Mädchen.
Ich hab' ihn gesehen!
Wie ist mir geschehen?
O himmlischer Blick!
Er kommt mir entgegen;
Ich weiche verlegen.
Ich schwanke zurück.
Ich irre, ich träume!
Ihr Felsen, ihr Bäume,
Verbergt meine Freude,
Verberget mein Glück!
Der Jüngling.
Hier muß ich sie finden!
Ich sah sie verschwinden,