Vermischte Gedichte.
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An Lida.
Den Einzigen, Lida, welchen du lieben kannst,Forderst du ganz für dich, und mit Recht.
Auch ist er einzig dein:
Denn, seit ich von dir bin,
Scheint mir des schnellsten LebensLärmende Bewegung
Nur ein leichter Flor, durch den ich deine GestaltImmerfort wie in Wolken erblicke:
Sie leuchtet mir freundlich und treu,
Wie durch des Nordlichts bewegliche StrahlenEwige Sterne schimmern.
Für ewig.
Denn was der Mensch in seinen ErdeschrankenVon hohem Glück mit Götternamen nennt,
Die Harmonie der Treue, die kein Wanken,
Der Freundschaft, die nicht Zweifelsorge kennt;Das Licht, das Weisen nur zu einsamen Gedanken,Das Dichtern nur in schönen Bildern brennt,
Das hatt' ich all' in meinen besten StundenIn ihr entdeckt und es für mich gefunden.
Zwischen beiden Welten.
Einer Einzigen angehören,
Einen Einzigen verehren,
Wie vereint es Herz und Sinn!Lida! Glück der nächsten Nähe,William! Stern der schönsten Höhe,Euch verdank' ich, was ich bin.
Tag' und Jahre sind verschwunden,Und doch ruht auf jenen StundenMeines Werthes Vollgewinn.
Aus rinem Stammbuch von 1604.
Hoffnung beschwingt Gedanken, Liebe Hoffnung.In klarster Nacht hinauf zu Cynthien, Liebe!Und sprich: Wie sie sich oben umgestaltet,
So auf der Erde schwindet, wächst mein Glück.Und wispere sanft-bescheiden ihr an's Ohr,
Wie Zweifel oft das Haupt hing, Treue thränte.Und ihr Gedanken, mißzutraun geneigt,
Beschult euch die Geliebte dessenthalb,
So sagt: ihr wechselt zwar, doch ändert nicht,Wie sie dieselbe bleibt und immer wechselt.Untrauen tritt in's Herz, vergiftet'« nicht,
Denn Lieb' ist süßer, von Verdacht gewürzt.Wenn sie verdrießlich dann das Aug' umwölkt,Des Himmels Kläre widerwärtig schwärzt,
Dann Seufzerwinde scheucht die Wolken weg,Thränt nieder sie in Regen aufzulösen.Gedanke, Hoffnung, Liebe bleibt nur dort,Bis Cynthia scheint, wie sie mir sonst gethan.
Dem aufgehenden Vollmonde.
Dornburg, 2S. August 1828.
Willst du mich sogleich verlassen?
Warst im Augenblick so nah!
Dich umfinstern Wolkenmassen,
Und nun bist du gar nicht da.
Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
Blickt dein Rand herauf als Stern!
Zeugest mir, daß ich geliebt bin,
Sey das Liebchen noch so fern.
So hinan denn! hell und Heller,
Reiner Bahn, in voller Pracht!
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,Ueberselig ist die Nacht.
Der Lräutigam.
Um Mitternacht, ich schlief, im Busen wachteDas liebevolle Herz, als wär' es Tag;
Der Tag erschien, mir war als ob es nachte:Was ist es mir, so viel er bringen mag.
Sie fehlte ja; mein emsig Thun und StrebenFür sie allein ertrug ich's durch die GluthDer heißen Stunde! welch erquicktes LebenAm kühlen Abend! lohnend war's und gut.
Die Sonne sank und Hand in Hand verpflichtetBegrüßten wir den letzten Segensblick,
Und Auge sprach, in's Auge klar gerichtet:
Von Osten, hoffe nur, sie kommt zurück!
Um Mitternacht! der Sterne Glanz geleitetIm holden Traum zur Schwelle, wo sie ruht.O sey auch mir dort auszuruhn bereitet,
Wie es auch sey das Leben, es ist gut!
Dornburg, !m September 1828.
Früh, wenn Thal, Gebirg und GartenNebelschleiern sich enthüllen,
Und dem sehnlichsten ErwartenBlumenkelche bunt sich füllen;
Wenn der Aether, Wolken tragend,Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet;