Vermischte Gedichte.
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Sie.
Ja er ist fort, das muß nun seyn!Ihr Lieben, laßt mich nur allein;Sollt' ich euch seltsam scheinen,
Es wird nicht ewig währen!
Jetzt kann ich ihn nicht entbehren,Und da muß ich weinen.
Er.
Zur Trauer bin ich nicht gestimmtUnd Freude kann ich auch nicht haben:
Was sollen mir die reifen Gaben,
Die man von jedem Baume nimmt!
Der Tag ist mir zum Ueberdruß,
Langweilig ist's, wenn Nächte sich befeuern;
Mir bleibt der einzige Genuß
Dein holdes Bild mir ewig zu erneuern,
Und fühltest du den Wunsch nach diesem Segen,Du kämest mir aus halbem Weg entgegen.
Sie.
Du trauerst, daß ich nicht erscheine,
Vielleicht entfernt so treu nicht meine,
Sonst wär' mein Geist im Bilde da.
Schmückt Iris wohl des Himmels Bläue?
Laß regnen, gleich erscheint die neue;
Du weinst! schon bin ich wieder da.
Er.
Ja du bist wohl an Iris zu vergleichen!
Ein liebenswürdig Wunderzeichen.
So schmiegsam herrlich, bunt in HarmonieUnd immer neu und immer gleich wie sie.
Immer und überall.
Dringe tief zu Berges Grüften,Wolken folge hoch zu Lüften;
Muse ruft zu Bach und ThaleTausend aber tausendmale.
Sobald ein frisches Kelchlein blüht,
Es fordert neue Lieder;
Und wenn die Zeit verrauschend flieht,Jahrszeiten kommen wieder.
Äpril.
Augen, sagt mir, sagt, was sagt ihr?Denn ihr sagt was gar zu Schönes,Gar des lieblichsten Getönes;
Und in gleichem Sinne fragt ihr.
Doch ich glaub' euch zu erfassen:Hinter dieser Augen KlarheitRuht ein Herz in Lieb' und WahrheitJetzt sich selber überlassen,
Dem es wohl behagen müßte,Unter so viel stumpfen, blinden,Endlich einen Blick zu findenDer es auch zu schätzen wüßte.
Und indem ich diese ChiffernMich versenke zu studiren,
Laßt euch ebenfalls verführenMeine Blicke zu entziffern!
Mai.
Leichte Silberwolken schwebenDurch die erst erwärmten Lüfte,Mild, von Schimmer sanft umgeben,Blickt die Sonne durch die Düfte;Leise wallt und drängt die WelleSich am reichen Ufer hin;
Und wie reingewaschen, helle,Schwankend hin und her und hin,Spiegelt sich das junge Grün.
Still ist Luft und Lüftchen stille;
Was bewegt mir das Gezweige?Schwüle Liebe dieser Fülle,
Von den Bäumen durch's Gesträuche.Nun der Blick auf einmal helle,
Sieh! der Bübchen Flatterschaar,
Das bewegt und regt so schnelle,
Wie der Morgen sie gebar,
Flügelhaft sich Paar und Paar.
Fangen an das Dach zu flechten —Wer bedürfte dieser Hütte?
Und wie Zimmrer, die gerechten,Bank und Tischchen in der Mitte!Und so bin ich noch verwundert,Sonne sinkt, ich fühl' es kaum;
Und nun führen aber hundertMir das Liebchen in den Raum,
Tag und Abend, welch ein Traum!
Juni.
Hinter jenem Berge wohntSie, die meine Liebe lohnt.
Sage, Berg, was ist denn das?
Ist mir doch, als wärst du Glas,
Und ich wär' nicht weit davon;
Denn sie kommt, ich seh' es schon,
Traurig, denn ich bin nicht da,
Lächelnd, ja, sie weiß es ja!
Nun stellt sich dazwischen
Ein kühles Thal mit leichten Büschen,
Bächen, Wiesen und dergleichen,
Mühlen und Rädern, den schönsten Zeichen,