Vermischte Gedichte.
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Hätt ein edel Gesicht und einfach Kleid.Sprachen: der Mann kommt gar wohl weit.Fragt ihn der Schreiber, wie er hieß?
Er gar demüthig die Worte ließ:
„Kinder, ich bin des Menschen Sohn,"
Und ganz gelassen ging davon.
Seine Worte hatten von jeher Kraft,
Der Schreiber stände wie vergafft,
Der Wache war, sie wußt' nicht wie,
Fragt keiner: Was bedienen Sie?
Er ging grad durch und war vorbei.
Da fragten sie sich überlei,
Als in Rapport sie's wollten tragen:
Was that der Mann Curioses sagen?
Sprach er wohl unsrer Nase Hohn?
Er sagt': er wär' des Menschen Sohn!
Sie dachten lang, doch auf einmalSprach ein branntwein'ger Corporal:
Was mögt ihr euch den Kopf zerreißen!
Sein Vater hat wohl Mensch geheißen.
Christ sprach zu seinem G'leiter dann:
So führet mich zum Gottesmann,
Den ihr als einen solchen kenntUnd ihn Herr Oberpfarrer nennt.
Dem Herren Pfaff das krabbeln that,
War selber nicht so hoch am Brett.
Hätt so viel Häut' um's Herze ring,
Daß er nicht spürt', mit wem er ging,
Auch nicht einmal einer Erbse groß;
Doch war er gar nicht liebelos,
Und dacht': Kommt alles rings herum,Verlangt er ein Vintieum.
Kamen an's Oberpfarrers Haus,
Stand von uralters noch im Ganzen.Reformation hätt ihren SchmausUnd nahm den Pfaffen Hof und Haus,
Um wieder Pfaffen 'nein zu pflanzen,
Die nur in allem Grund der SachenMehr schwätzen, weniger Grimassen machen.Sie klopften an, sie schellten an.
Weiß nicht bestimmt, was sie gethan.Genug, die Köchin kam hervor,
Aus der Schürz' ein Krauthaupt verlor,
Und sprach: der Herr ist im Convent,
Ihr heut nicht mit ihm sprechen könnt.
Wo ist denn das Convent? sprach Christ.Was hilft es euch, wenn ihr's auch wißt!Versetzt die Köchin porrisch draus;
Dahin geht nicht eines jeden Lauf.
Möcht's doch gern wissen! that er fragen.Sie hätt nicht Herz, es zu versagen,
Wie er den Weg zur Weiblein Brust,
Von alten Zeiten wohl noch wußt'.
Sie zeigt's ihm an und er thät gehn,
Wie ihr's bald weiter werdet sehn.
Die Geheimnisse.
Ein Fragment,
Ein wunderbares Lied ist euch bereitet;Vernimmt es gern und jeden ruft herbei!
Durch Berg' und Thäler ist der Weg geleitet;Hier ist der Blick beschränkt, dort wieder frei,Und wenn der Pfad sacht' in die Büsche gleitet,So denket nicht, daß es ein Irrthum sey;
Wir wollen doch, wenn wir genug geklommen,Zur rechten Zeit dem Ziele näher kommen.
Doch glaube Keiner, daß mit allem SinnenDas ganze Lied er je enträthseln werde:
Gar Viele müssen Vieles hier gewinnen,
Gar manche Blüthen bringt die Mutter Erde;Der Eine flieht mit düsterm Blick von hinnen,Der Andre weilt mit fröhlicher Geberde:
Ein jeder soll nach seiner Lust genießen,
Für mckNchen Wandrer soll die Quelle fließen.
Ermüdet von des Tages langer Reise,
Die auf erhabnen Antrieb er gethan,
An einem Stab nach frommer Wandrer Weise,Kam Bruder Marcus, außer Steg und Bahn,Verlangend nach geringem Trank und Speise,
In einem Thal am schönen Abend an,
Voll Hoffnung in den waldbewachs'nen GründenEin gastfrei Dach für diese Nacht zu finden.
Am steilen Berge, der nun vor ihm stehet,
Glaubt er die Spuren eines Wegs zu sehn,
Er folgt dem Pfade, der in Krümmen gehet,
Und muß sich steigend um die Felsen drehn;
Bald sieht er sich hoch über's Thal erhöhet,
Die Sonne scheint ihm wieder freundlich schön,Und bald sieht er mit innigem VergnügenDen Gipfel nah vor seinen Augen liegen.
Und neben hin die Sonne, die im NeigenNoch prachtvoll zwischen dunkeln Wolken thront;Er sammelt Kraft die Höhe zu ersteigen,
Dort hofft er seine Mühe bald belohnt.
Nun, spricht er zu sich selbst, nun muß sich zeigen,Ob etwas Menschlich« in der Nähe wohnt!
Er steigt und horcht und ist wie neu geboren:
Ei» Glockenklang erschallt in seinen Ohren.
Und wie er nun den Gipfel ganz erstiegen,
Sieht er ein nahes, sanft geschwungnes Thal.Sein stilles Auge leuchtet von Vergnügen;
Denn vor dem Walde sieht er aus einmalIn grüner Au' ein schön Gebäude liegen,
So eben trifft's der letzte Sonnenstrahl:
Er eilt durch Wiesen, die der Thau befeuchtet,Dem Kloster zu, das ihm entgegen leuchtet.