Parabolisch.
Ich lass' euch, wenn ihr trutzt, im Stich;Doch seyd ihr weise, so liebt ihr mich.Seyd versichert, im ganzen JahrGiebt's nicht wieder so ein hübsches Paar.
Die Schönheit hatte schöne Töchter,Der Geist erzeugte dumme Söhne:
So war für einige GeschlechterDer Geist nicht ewig, doch das Schöne.Der Geist ist immer Autochthone.
So kam er wieder, wirkte, strebte,
Und fand, zu seinem höchsten LohneDie Schönheit, die ihn frisch belebte.
3 .
Legen und Legenliogen.
Auf schweres Gewitter und RegengußBlickt' ein Philister, zum Beschluß,
Jn's weiterziehende Grause nach,
Und so zu seines Gleichen sprach:
Der Donner hat uns sehr erschreckt,
Der Blitz die Scheunen angesteckt,
Und das war unsrer Sünden Theil!
Dagegen hat, zu frischem Heil,
Der Regen fruchtbar uns erquicktUnd für den nächsten Herbst beglückt.
Was kommt nun aber der RegenbogenAn grauer Wand herangezogen?
Der mag wohl zu entbehren seyn.
Der bunte Trug! Der leere Schein!
Frau Iris aber dagegen sprach:
Erkühnst du dich zu meiner Schmach?
Doch bin ich hier in's All gestelltAls Zeugniß einer bessern Welt,
Für Augen, die vom ErdenlaufGetrost sich wenden zum Himmel auf,
Und in der Dünste trübem NetzErkennen Gott und sein Gesetz.
Drum wühle du, ein andres Schwein,
Nur immer den Rüssel in den Boden hinein,Und gönne dein verklärten BlickAn meiner Herrlichkeit sein Glück.
Die Originalen.
Ich trat in meine Gartenthür,
Drei Freunde kamen, auch wohl vier,
Ich bat sie höflich zu mir ein
Und sagte: sie sollten willkommen seyn;
Da in der Mitte, im heitern Saal,
Stünd' grade ein hübsches Frühstücksmahl.
Wollt' jedem der Garten wohl gefallen,Darin nach seiner Art zu wallen.
Der eine schlich in dichte Lauben,
Der andre kletterte nach Trauben,
Sein Bruder nach hohen Achseln schielt',Die er für ganz vortrefflich hielt.
Ich sagte: die stünden alle frischZusammen drinn' auf rundem Tisch,Und wären ihnen gar schön empfohlen.Sie aber wollten sie selber holen;
Auch war der letzte, wie eine Maus,Fort! wohl zur Hinterthür hinaus.
Ich aber ging zum Saal hinein,Verzehrte mein Frühstück ganz allein.
Bildung.
„Von wem auf Lebens- und WissensbahnenWardst du genährt und besestet?
Zu fragen sind wir beauftragt."
Ich habe niemals danach gefragt:
Von welchen Schnepfen und Fasanen,Capaunen und WelschenhahnenIch mein Bäuchelchen gemästet.
So bei Pythagoras, bei den Besten,
Saß ich unter zufriednen Gästen;
Ihr Frohmal hab' ich unverdrossenNiemals bestohlen, immer genossen.
Lins wie's andre.
Die Welt ist ein Sardellensalat;
Er schmeckt uns früh, er schmeckt uns spat:Citronenscheibchen rings umher,
Dann Fischlein, Würstlein, und was noch mehrIn Essig und Oel zusammenrinnt,
Kapern, so künftige Blumen sind —
Man schluckt sie zusammen wie Ein Gesind.
Valet.
Sonst war ich Freund von Narren,Ich rief sie in's Haus herein;Brachte jeder seinen Sparren,Wollten Zimmermeister seyn.Wollten mir das Dach abtragen,Ein andres setzen hinauf,
Sie legten das Holz zu SchrägenUnd nahmen's wieder auf.
Und rannten hin und wieder,
Und stießen einander an;