Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Epigrammatisch.

Totalität.

Ein Cavalier von Kopf und HerzIst überall willkommen;

Er hat mit seinem Witz und ScherzManch Weibchen eingenommen:

Doch wenn's ihm fehlt an Faust und Kraft,Wer mag ihn dann beschützen?

Und wenn er keinen Hintern hat,

Wie mag der Edle fitzen?

Das garstige Gesicht.

Wenn einen würdigen Biedermann,

Pastorn oder Rathsherrn lobesan,

Die Wittib läßt in Kupfer stechenUnd drunter ein Berslein radebrecheu;

Da heißt's: Seht hier mit Kopf und OhrenDen Herrn, Ehrwürdig, Wohlgeboren!Seht seine Augen und seine Stirn;

Aber sein verständig Gehirn,

So manch Verdienst um's gemeine Wesen,Könnt ihr ihm nicht an der Nase lesen.

So, liebe Lotte! heißt's auch hier:

Ich schicke da mein Bildniß dir.

Magst wohl die ernste Stirne sehen,

Der Augen Gluth, der Locken Wehen;

's ist ungefähr das garst'ge Gesicht:

Aber meine Liebe siehst du nicht.

Din6 zu Lob lenz

im Sommer 1774.

Zwischen Lavater und BasedowSaß ich bei Tisch, des Lebens froh.Herr Helfer, der war gar nicht faul,Setzt' sich auf einen schwarzen Gaul,Nahm einen Pfarrer hinter sichUnd auf die Offenbarung strich,

Die uns Johannes der ProphetMit Räthseln wohl versiegeln thät;Eröffnet' die Siegel kurz und gut,

Wie man Theriaksbüchsen öffnen thut,Und maß mit einem heiligen RohrDie Cubusstadt und das PerlenthorDem hocherstaunten Jünger vor.

Ich war indeß nicht weit gereist,

Hatte ein Stück Salmen aufgespeis't.

Vater Basedow, unter dieser Zeit,Packt einen Tanzmeister an seiner Seit',Und zeigt ihm, was die Taufe klarBei Christ und seinen Jüngern war;

Und daß sich's gar nicht ziemet jetzt,Daß man den Kindern die Köpfe netzt.Drob ärgert sich der andre sehr,

Und wollte gar nichts hören mehrUnd sagt': es wüßte ein jedes Kind,Daß es in der Bibel anders stünd'.Und ich behaglich unterdessenHätt einen Hahnen aufgefressen.

Und, wie nach Emaus, weiter ging'sMit Geist- und Feuerschritten,Prophete rechts, Prophete links,

Das Weltkind in der Mitten.

Jahrmarkt zu Hühnefeld,

den 26. Juli 1814.

Ich ging, mit stolzem Geistsvertrauen,

Aus dem Jahrmarkt mich umzuschauen,

Die Käufer zu sehn an der Händler Gerüste,Zu prüfen, ob ich noch etwas wüßte,

Wie mir's Lavater, vor alter Zeit,

Traulich überliefert, das ging sehr weit!

Da sah ich denn zuerst Soldaten,

Denen wär's eben zum Besten gerathen:

Die That und Qual sie war geschehn,Wollten sich nicht gleich einer neuen versehn;Der Rock war schon der Dirne genug,

Daß sie ihm derb in die Hände schlug.

Bauer und Bürger die schienen stumm,

Die guten Knaben beinahe dumm.

Beutel und Scheune war gefegt,

Und hatten keine Ehre eingelegt.

Erwarteten alle, was da käme,Wahrscheinlich auch nicht sehr bequeme.Frauen und Mägdlein, in guter Ruh,Probirten an die hölzernen Schuh;

Man sah an Mienen und Geberden:

Sie ist guter Hoffnung, oder will es werden.

V6rsu8 llikmorlulss.

luvocsvit wir rufen laut,Uewiniseere o wär' ich Braut!Die Oeuli gehn hin und her;Usstnrs drüber nicht so sehr.

O üuckion uns nicht so streng!knlmnrum streuen wir die Meng'.Auf Ostereier freun sich hieViel tzussimoäoAeuiti.üliserievrckiLS brauchen wir all',üudilnts ist ein seltner Fall.