Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Aus fremden Sprachen.

Jungfräulich, keiner SchmeicheleiNoch frevler Schmähung schuldig,

Erhebt sie sich Plötzlich aufgeregt,

Da solche Strahlen schwinden,

Die Urne kränzend mit GesangDer wohl nicht sterben möchte.

Zu Pyramiden von Alpen her,

Dom Manzanar zum Rheine,

Des sichern Blitzes WetterschlagAus leuchtenden Donnerwolken,

Er traf von Scylla zum Tanais,

Von einem zum andern Meere.

Mit wahrem Ruhm? — Die künft'ge WeltEntscheide dieß! Wir beugen uns,

Die Stirne tief, dem Mächtigsten,Erschaffenden, der sich einmalVon allgewalt'ger GeisteskraftGränzlose Spur beliebte.

Das stürmische, doch bebendeErfreun an großen Planen,

Die Angst des Herzens, das ungezähmt,Dienend nach dem Reiche gelüstetUnd es erlangt, zum höchsten Lohn,

Den's thörig war zu hoffen.

Das ward ihm all: der EhrenruhmVergrößert nach Gefahren,

Sodann die Flucht, und wieder Sieg,Kaiserpalast, Verbannung;

Zweimal zum Staub zurückgedrängt,

Und zweimal aus dem Altar.

Er trat hervor: gespaltne Welt,

Bewaffnet gegen einander,

Ergeben wandte sich zu ihmAls lauschten sie dem Schicksal;

Gebietend Schweigen, SchiedesmannSetzt' er sich mitten inne;

Verschwand! — Die Tage Müßiggangs,Verschlossen im engen Raume,

Zeugen von gränzenlosem NeidUnd tiefem frommem Gefühle,

Von unauslöschlichem Haß zugleichUnd unbezwungener Liebe.

Wie über's Haupt SchiffbrüchigemDie Welle sich wälzt und lastet,

Die Welle, die den Armen erstEmporhob, vorwärts rollte,

Daß er entfernte GegendenUmsonst zuletzt erblickte:

So ward's dem Geist, der wogenhastHinaufstieg in der Erinn'rung.

Ach! wie so oft den KünftigenWollt' er sich selbst erzählen.

Und kraftlos auf das ewige BlattSank die ermüdete Hand hin.

O, wie so oft beim schweigsamenSterben des Tags, des leeren,

Gesenkt den blitzenden Augenstrahl,

Die Arme übergesaltet,

Stand er, von Tagen vergangnenBestürmt ihn die Erinn'rung.

Da schaut er die beweglichenZelten, durchwimmelte Thäler,

Das Wetterleuchten der Waffen zu Fuß,

Die Welle reitender Männer,

Die aufgeregteste HerrscherschaftUnd das allerschncllste Gehorchen.

Ach bei so schrecklichem SchmerzgefühlSank ihm der entathmete Busen,

Und er verzweifelte! — Nein, die Kraft ,Der ewigen Hand von oben,

In Lüfte, leichter athembar,

Liebherzig trug ihn hinüber.

Und leitete ihn aus blühendeFußpfade, die hoffnungsreichen,

Zu ewigen Feldern, zum höchsten Lohn,

Der alle Begierden beschämet;

Er sieht, wie auf Schweigen und Finsterniß,Aus den Ruhm, den er durchdrungen.

Schönste, unsterblich wohlthätigeGlaubenskraft, immer triumphend!

Sprich es aus! erfreue dich,

Daß stolzer-höheres WesenSich dem berüchtigten GolgathaWohl niemals niedergebeugt hat.

Und also von müder Asche dennEntferne jedes widrige Wort;

Der Gott, der niederdrückt und hebt,

Der Leiden fügt und Tröstung auch,

Auf der verlaßnen LagerstattIhm ja zur Seite sich fügte.

Mode-Kömerinnen.

Diese Federn, weiß' und schwarze,Die ihr auf den Häuptern traget,Holde Herzensköniginnen,

Eure Schönheit mehren sie.

Ihr erscheinet unsern AugenSo viel aufgeputzte Lerchen,

So viel Pfauen, die stolzirendAuf der Wies' in Freiheit gehn.