Noten und Abhandlungen zum west-östlichen Diva».
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paraphrastisch und suppletorisch, sie schmeichelt durch den fünf-füßigen Jambus dem nordöstlichen Ohr und Sinn. UnsermKosegarten dagegen verdanke ich wenige Verse unmittelbaraus der Ursprache, welche freilich einen ganz andern Aufschlußgeben. Ueberdieß hat sich der Engländer Transpositionen derMotive erlaubt, die der geübte ästhetische Blick sogleich entdecktund mißbilligt.
Warum wir aber die dritte Epoche auch zugleich die letzte ge-nannt, erklären wir noch mit Wenigem. Eine Uebersetzung, diesich mit dem Original zu identificiren strebt, nähert sich zuletztder Jnterlinearversion, und erleichtert höchlich das Verständnißdes Originals; hiedurch werden wir an den Grundtext hinange-fllhrt, ja getrieben, und so ist denn zuletzt der ganze Cirkel abge-schlossen, in welchem sich die Annäherung des Fremden undEinheimischen, des Bekannten und Unbekannten bewegt.
Endlicher Abschluß.
In wiefern es uns gelungen ist, den urältesten, abgeschiedenenOrient an den neusten, lebendigsten anzuknüpfen, werden Kennerund Freunde mit Wohlwollen beurtheilen. Uns kam jedoch aber-mals einiges zur Hand, das, der Geschichte des Tages angehörig, ;zu frohem und belebtem Schlüsse des Ganzen erfreulich dienen !möchte. !
Als, vor etwa vier Jahren, der nach Petersburg bestimmte !Persische Gesandte die Aufträge seines Kaisers erhielt, versäumtedie erlauchte Gemahlin des Monarchen keineswegs diese Gelegen- ,heil, sie sendete vielmehr von ihrer Seite bedeutende GeschenkeIhre der Kaiserin Mutter aller Reußen Majestät, begleitet von !einem Briefe, dessen Uebersetzung wir mitzutheilen das Glück ihaben. !
Schreiben der Gemahlin des Kaisers von perlien
Nun also in diesem Momente, da Se. Excellenz Mirza AbulHassan Chan, Gesandter an dem großen Russischen Hofe, nachdessen Hauptstadt abreist, hab' ich nöthig gefunden, die Thüreder Freundschaft durch den Schlüssel dieses aufrichtigen Briefeszu eröffnen. Und, weil es ein alter Gebrauch ist, gemäß denGrundsätzen der Freundschaft und Herzlichkeit, daß Freunde sichGeschenke darbringen, so bitte ich, die dargebotenen artigstenSchmuckwaaren unseres Landes gefällig aufzunehmen. Ich hoffe,daß Sie dagegen, durch einige Tropfen freundlicher Briefe, denGarten eines Herzens erquicken werden, das Sie höchlich liebt.Wie ich denn bitte, mich mit Aufträgen zu erfreuen, die ich an-gelegentlichst zu erfüllen mich erbiete.
Gott erhalte Ihre Tage rein, glücklich und ruhmvoll!
Geschenke.
Eine Perlenschnur an Gewicht 498 Karat.
Fünf Indische Shawls.
Ein Pappenkästchen, Jspahanische Arbeit.
Eine kleine Schachtel, Federn darein zu legen.
Behältniß mit Geräthschaften zu nothwendigem Gebrauch.Fünf Stück Brocate.
Wie ferner der in Petersburg verweilende Gesandte überdie Verhältnisse beider Nationen sich klug, bescheidentlich aus-drückt, konnten wir unseren Landsleuten, im Gefolge der Ge-schichte Persischer Literatur und Poesie, schon oben darlegen.
Neuerdings aber finden wir diesen gleichsam gebornenGesandten, auf seiner Durchreise für England, in Wien vonGnadengaben seines Kaisers erreicht, denen der Herrscher selbst,durch dichterischen Ausdruck, Bedeutung und Glanz vollkommenverleihen will. Auch diese Gedichte fügen wir hinzu, als end-lichen Schlußstein unseres zwar mit mancherlei Materialien, aberdoch, Gott gebe! dauerhaft aufgeführten Domgewölbes.
an
Ihr» Majestät -le Kaiserin Mutter aller Lenken.
So lange die Elemente dauern, aus welchen die Welt besteht,möge die erlauchte Frau des Pallasts der Größe, das Schatzkäst-chen der Perle des Reiches, die Constellation der Gestirne derHerrschaft, die, welche die glänzende Sonne des großen Reichesgetragen, den Cirkel des Mittelpunkts der Oberherrschaft, denPalmbaum der Frucht der obersten Gewalt, möge sie immerglücklich seyn und bewahrt vor allen Unfällen.
Nach dargebrachten diesen meinen aufrichtigsten Wünschenhab' ich die Ehre anzumelden, daß, nachdem in unseren glückli-chen Zeiten, durch Wirkung der großen Barmherzigkeit des all-gewaltigen Wesens, die Gärten der zwei hohen Mächte auf's neuefrische Rosenblüthen hervortreiben und alles, was sich zwischendie beiden herrlichen Höfe eingeschlichen, durch aufrichtigste Einig-keit und Freundschaft beseitigt ist; auch in Anerkennung diesergroßen Wohlthat, nunmehr alle, welche mit einem oder dem an-deren Hofe verbunden sind, nicht aufhören werden, freundschaft-liche Verhältnisse und Briefwechsel zu unterhalten.
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