Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Alles an Personen und zu festliche» Gelegenheiten Gedichtete enthaltend.

Wo sich Liebende verstanden,Immer suchten, oft sich fandenZu gesellig frischem Leben,

Wie wir's Euch nun übergeben.

Meinem Freunde von Knebel."

Zum gg. Nodeml er 1817.

Lustrum ist ein fremdes Wort!

Aber wenn wir sagen:

Lustra haben wir am OrtAcht bis neun ertragen,

Und genossen und gelebt,

Und geliebt bisweilen!

Wird, wer nach dem Gleichen strebt,Heute mit uns theilen.

Wenn wir sagen: Das ist viel!

Denn das Leben streuet

Blum' und Dorne! — Ziel ist Ziel!

Das uns heute freuet!

Än Lernhard von Knebel."

Weimar, den 30. Nov. 1820.

Den November, den dreißigsten,

Feire stets als heiligen TagMit Opfern, wie's nur dem fleißigsten,Dem besten Sohne gelingen mag:Denn der Vater ist heut geboren,

Der Dich liebt, wie's billig ist.Kindlein, sey ihm zugeschworen!

Freude nur bringt, was willig ist.

Als kleinen Knaben hab' ich Dich gesehn,

Mit höchstem Selbstvertraun der Welt entgegengehn;Und wie sie Dir im Künftigen begegnet,

So sey getrost, von Freundes Blick gesegnet.

Jena. den 29. März 1817

Än Gräfin Marie von Einfiedtl,

geboren Zena den 18. Oktober 1819.

Znm Tanftage den 30. Oktober 1819

treuliches Eingebende."

Töchterchen! nach trüben StundenZu der Eltern Lust erschienen,

Hast so jung das Glück gefunden,

Den Geliebtesten zu dienen.Mögest Du den frohsten StundenIhres Lebens blühend grünen.

Wiegenlieddem jungen Mineralogen

Walter von Goethe.

Den 21. April 1818. »s

Singen sie Blumen der kindlichen Ruh,

Käfer und Vögel und Thierchen dazu;

Aber Du wachest, wir treten herein,

Bringen was Ruhiges, bringen den Stein.

Steinchen, die bunten, ein lustiges Spiel,

Was man auch würfe und wie es auch fiel'!Kindischen Händchen entschnickt sich so feinKnöchlein und Bohnen und Edelgestein.

Knabe, Du siehest nun Steine behaun,

Ordnend sich fügen, zu Häusern sich baun.Wohl! Du verwunderst Dich, stimmest mit ein:Das ist wahrhaftig ein nützlicher Stein!

Spielst Du mit Schussern, das Kügelchen rollt,Dreht sich zur Grube, so wie Du gewollt,

Laufest begierig auch hinter ihm drein,

Das ist fürwahr wohl ein lustiger Stein!

Steinchen um Steinchen verzettelt die Welt,Wissende haben's zusammen gestellt;

Trittst Du begierig zu Sälen herein,

Siehst Du zuerst nicht den Stein vor dem Stein.

Doch unterscheidest und merkest genau:

Dieser ist roth und ein andrer ist blau,

Einer, der klarste, von Farben so rein,

Farbig erblitzet der edelste Stein.

Aber die Säulchen, wer schliff sie so glatt,

Spitzte sie, schärfte sie glänzend und matt?Schau' in die Klüfte des Berges hinein!

Ruhig entwickelt sich Stein aus Gestein.

Ewig natürlich bewegende KraftGöttlich gesetzlich entbindet und schafft;Trennendes Leben, im Leben Verein,

Oben die Geister und unten der Stein.

Nun, wie es Vater und Ahn Dir erprobt,

Gott und Natur und das All ist gelobt!

Komme! der Stiftende führet Dich ein,

Unserem Ringe willkommener Stein!