482
Alles an Personen und zu festlichen Gelegenheiten Gedichtete enthaltend.
An Madame Mara,
zum frohen Jahresfeste.Weimar 1831.
Sangreich war Dein Ehrenweg,Jede Brust erweiternd;
Sang auch ich auf Pfad und Steg,Müh' und Schritt erheiternd.
Nah dem Ziele, denk' ich heutJener Zeit, der süßen;
Fühle mit, wie mich's erfreut,Segnend Dich zu grüßen!
Herrn Krüger,
nach der trefflichen Darstellung des Orest in einPrachtexemplar meiner Jphtgente.
Weimar, den 31. März 1827.
Was der Dichter diesem BandeGlaubend, hoffend anvertraut,
Werd' im Kreise deutscher LandeDurch des Künstlers Wirken laut.
So im Handeln, so im SprechenLiebevoll verkünd' es weit:
Alle menschlichen GebrechenSühnet reine Menschlichkeit.
ÄN ....
Weimar, den 23. Juli 1821.
Welch hoher Dank ist Dem zu sagen,Der frisch uns an das Buch gebracht,Das allem Forschen, allem Klagen,Ein grandioses Ende macht.
An zwei Gebrüder,
eifrige junge Naturfreunde.Marienbad. den 21. Juli 1822.
Am feuchten Fels, den dichtes Moos versteckt,Erblühen Blumen, flattert manch Jnsect;
Scheint es auch dürr den kahlen Berg hinan,
So nährt es doch, das Schaf bewollt sich dran,
Die Wiese grünt, gehörnte Heerde bräunt,
Da wandeln Menschen gut und bös gelaunt,Genießen reichlich, spärlich, früh und spat,
Den Wunderwachs der folgercichen Saat.
Und wenn der Kranke fast am Ziel erliegt,
So steigt die Quelle rasch, die Hoffnung siegt.
Ihr! vom Gestein hinauf zur AtmosphäreGedenket mein! — Dem Höchsten Preis und Ehre!
Toast zum akademischen Mittagsmahl
am 22. April 1820.
Abwesend ist kein Freund zu achten,
Der immer für uns denkt und strebt,
Und, wie es auch die Zeiten brachten,
Für uns in gleichem Sinne lebt.
Bei Sonnenschein und RegenschauerRuft ein verklärter, heitrer BlickDem zweifelhaften Zustand Glück,
Und jedem Glück die längste Dauer.
Steine sind zwar kalt und schwer,Doch das Herz ist frei und leicht.Kommt ein Stein von Osten her,Doppelt ist der Wunsch erreicht;Denn es ist ganz einerlei,
Wo und wie das Herz empfindet,Das, empfänglich, heiter, frei,
Sich auch wohl am Stein entzündet.
Herrn Lergrath Lenz,
am Tage der Jubelfeier seiner fünfzigjährigen Dienstzeit,
den 2ö. Oktober 1822.
(Das Gedicht begleitete einen Tafelaufsatz in Form einer Basalt-insel mit einem Vulcan, reffen Krater mit hundert Tucaten in Goldund der goldenen Verdienstmedaille gefüllt war.)
Erlauchter Gegner aller Vulcanität!
Entsetze Dich nicht, wenn dieser SolennitätSich wilde Feuerberg' und LavenGewaltsam eingedrungen haben.
Ein Fürst, der, immer von gutem Muth,
Auch andern gern anmuthig thut,
Bestellt es, Dich von falschen Lehren,
Wofern es möglich, zu bekehren.
Neptunus aber bleibt beiseit',
Ergötz' er sich im Meere weit;
Dort mag er unumschränkt gebieten.
Du laß nur glühen, sprühen, wüthen;
Es deutet auf gelinde Lehren,
Zum Plutus und Pluto Dich zu bekehren;
Und überdieß den schönsten Sold:
Gold — aber dießmal mehr als Gold.
Herrn Kath Zchellhorn
zum 3. December 1b24.
Daß im großen JubeljahreWir Dein Jubiläum schmücken,Das erlebe, das gewahre,Treuer Diener, mit Entzücken!