Maßkenzüge.
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Jupiter.
Ich bin der oberste der Götter;
Wer will sich über mich erhöhn?
Ich schleudre fürchterliche Wetter;
Wer ist's, wer kann mir widerstehn?
Wie würd' es meine Brust entzünden,Bestritte mir ein Gott das Reich!
Allein in dem, was sie für Dich empfinden,Weiß ich gern alle sie mir gleich.
Saturn.
Grau und langsam, doch nicht älterAls ein andres Himmelslicht,
Still und ernsthaft, doch nicht kälterTret' ich vor Dein Angesicht.
Glücklich wie im GöttersaaleFind' ich Dich aus Deinem Thron,Dich beglückt in dem Gemahle,
In der Tochter und dem Sohn.
Sieh, wir segnen Dich, wir bringenDir ein bleibendes Geschick,
Und auf himmlisch reinen SchwingenRuhet über Dir das Glück.
Deine Tage so umkränzend,
Immer licht und neu belebt,
Wie der Riug, der, ewig glänzend,Mein erhabnes Haupt umschwebt.
Lybklk.
Im fernen Raum, wohin kein menschlich Auge drang,Wo ich der Sterne reine Bahn erblickte,
Und mich ihr lieblicher GesangZu hohern Himmeln aufentzückte,
Dort schwebt' ich einsam ungenannt,
Seit vielen tausend, tausend Jahren,
Ich war der Erde unbekanntUnd hatte nichts von ihr erfahren.
Nun rufen mich verwandte Sphären:
O Schwester, bleib' allein nicht fern;
Zum erstenmal, ein neuer Stern,
Komm' auch herab, Sie zu verehren!
Bei Deinem Feste scheint mein stilles Licht;
Zwar stieg ich halb mit Widerwillen nieder;
Allein vor Dir und Deinem AngesichtFind' ich den ganzen Himmel wieder.
Sol.
Von mir kommt Leben und Gewalt,Gedeihen, Wohlthun, Macht;
Und würd' ich finster, ruhig, kalt,Stürzt' alles in die Nacht.
Man ehrt mich, weil ich herrlich bin,Man liebt mich, weil ich mild.
Des Bildes ist ein edler Sinn,
Du liebst ein edles Bild.
Die Wolken führ' ich gleich und schnell,Mit unverdroßnem Arm;
Mein Licht ist allen Erden hell,
Und meine Strahlen warm.
Erfülle, Fürstin, Deine Pflicht,Gesegnet tausendmal!
Und Dein Verstand sey wie mein Licht,Dein Wille wie mein Strahl I
Maskelyug.
Zum SV. Januar 1798.
Der lang ersehnte Friede nahet wieder,
Und alles scheint umkränzet und umlaubt;
Hier legt die Wuth die scharfen Waffen nieder,Dem Sieger ist sogar der Helm geraubt;
Das nahe Glück erreget frohe Lieder,
Und Scherz und laute Freuden sind erlaubt;
Und wir, als ein Gebild aus höhern Sphären,Erscheinen heute, Deinen Tag zu ehren.
Die Palmen legen wir zu Deinen Füßen,
Und Blumen streuen wir vor Deinem Schritt.
Die Eintracht darf sich wieder fest umschließen,
An ihrer Seite kommt die Hoffnung mit.
In Sicherheit und Ruhe zu genießenUnd zu vergessen alles, was es litt,
Dieß ist der Wunsch, der jedes Herz belebet,
Das wieder frisch in's neue Leben strebet.
Und Ceres wird versöhnet und verehret,
Die wieder froh die goldnen Aehren regt;
Wenn dann die Fülle prächtig wiederkehret,
Die aller Freuden reiche Kränze trägt,
Wird auch der Kunst der schönste Wunsch gewähret,Daß ihr ein fühlend Herz entgegenschlägt,
Und in der Ferne sehen wir auf's neueDer edlen Schwestern eine lange Reihe!
Doch jeder blickt behende nach den Seinen,
Und theilt mit Freunden freudiges Gefühl;
Man eilet sich harmonisch zu vereinen,
Und wir sind hier an der Erscheinung Ziel;