Was wir
Haus schlecht, so ist es doch reinlich, und Wer die Bedienungsollen sie sich nicht beklagen. Ich habe noch allerlei Borrath!Geschwinde, geschwinde soll ein Essen parat stehen.
Vater. Sieh nur! Ein Paar artige kleine Knaben sitzenauf dem Bocke! der eine springt herunter, die Kutsche fährt lang-sam , er kommt auf's Haus zu. Das ist ein Springinsfeld! Daist er schon.
Vierter Auftritt.
Die Vorigen. Erster Knabe.
Erster Knabe. Kann man hier unterkommen?
Mutter. Oja, mein Sohn.
Erster Knabe. Meine Herrschaften möchten sich hier einStündchen anschalten.
M »ttcr. Sie sollen uns nur die Ehre erzeigen, herein zutreten. Es wird sich schon was zu ihrer Bewirthuug finden.
Erster Knabe. O! Dafür seyd unbesorgt, sie führenalles mit sich, was sie brauchen. (Ab.)
Vater. Nicht die beste Nachricht für den Wirth.
Mutter. Gleich bring' ich alles in Ordnung. (Sie räumtaut.) Geh' ihnen indessen entgegen.
Vater. Da ist schon eine.
Fünfter Auftritt.
Die vorigen. Nymphe, baun ein zweiter Knabe,welcher eine Schatulle nachträgt.
ny »Ip h c. Seyd mir gegrüßt, gute Leute!
Mutter. Gegrüßt, schönes Frauenzimmer!
Vater. Von Herzen willkommen!
Nymphe, (steht sich überall um).
Vater (leise zur Mutter). Gieb nur Acht! Wie die denMund aufthut, wird's wieder über das arme Haus hergehen.Wahrscheinlich ist's das Kammermädchen, die sich nach der Ge-legenheit umsehen soll.
Mutter. Laß das nur gut seyn! es geschieht heute nichtzum erstenmal.
Vater (vor sich). Aber gewiß zum letztenmal. Morgen sollmir das Dach herunter.
Nymphe, (die lebhaft zwischen beide tritt). O, wie Wohl esmir bei euch wird, ihr lieben, guten Leute! diese geringscheinendeHütte wird mir ein Himmel.
Mutter. Hörst du, Alter?
Vater (vor sich). Nun das ist curios. Das erstemal, daßich diese Redensarten höre!
Nymphe. Hier fühle ich mich ganz zunächst au der Natur.Hier wird mein Auge durch keinen falschen Schimmer geblendet,hier genießt mein Herz die volle Freiheit, sich dem einfachen,beglückenden Gefühl zu überlassen. Ach, könnten meine Schwe-stern, meine Freundinnen empfinden wie ich, wir würden zu-sammen unsere Tage bei euch zubringen.
Mutter. Hast du es gehört, Alter?
Vater (vor sich). Ich begreife kein Wort davon. Sie sprichtvon Schwestern, von Freundinnen, also nicht von Herrschaft.
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Wer mag sie seyn, das schöne Kind, das in so einem verwünsch-ten Neste sein Leben zubringen möchte?
kymphc (die indessen hinter den Herd getreten ist). An die-sem Herde wollt' ich stehen, hier wollte ich unschuldige Speisenkochen, euch mit herzlicher Liebe dienen, euer Alter erleichtern,und mich so glücklich fühlen! (Sie nimmt einige Gefäße aus derSchatulle, und fängt an ein Frühstück zu bereiten.)
Sechster Auftritt.
Die Vorigen. Erster Knabe.
ErstcrLnahc. Wie finden Sie's denn? Ist es erträglich?
Uymphc. So schön, allerliebst, einzig! Sie sollen herein,geschwind herein!
(Erster Knabe und Vater ab.)
Uymp h c. Ich weiß mir gar nichts Besseres als unter die-sem ehrwürdigen Dache, an diesem niedrigen Herde, in völligerEinstimmung mit meinen eignen Gefühlen, einen heitern Tagnach dem andern zu durchleben.
Mutter. Ach, Sie allerliebstes Kind, wären Sie nurum Weniges früher gekommen! Mein Mann will das Hausentreißen; vielleicht hätten Sie es noch gerettet.
Uymphc. Entreißen? Dieses Denkmal früherer, goldenerZeiten, diese Wohnung des Friedens! O der Grausame! (Stefährt in ihrer Beschäftigung fort.)
Siebenter Auftritt.
Die vorigen. Vater Märten. Phonc.
Erster Knabe.
Vater. Belieben Sie herein zu treten und sich selbst zuüberzeugen, daß es noch allenfalls leidlich bei uns ist. Freilich,wenn Sie in einiger Zeit wieder kommen, sollen Sie es schonbesser finden.
phonc. Lassen Sie das nur gut seyn, lieber Herr Wirth.Auf etwas mehr oder weniger kommt's uns nicht an. Wir habeneinen so guten Humor, daß wir uns alle Zustände leidlich, javergnüglich zu machen wissen.
Vater. Da sind Sie und das Fräulein dort ja wohl Zwil-lingsgeschwister? Sie erzeigte uns auch die Ehre, diese Herbergeganz allerliebst zu finden.
Phon c. Das könnte ich nun eben nicht sagen. Mir ist derOrt ganz gleichgültig. Das Einzige, was ich nicht ertragen kann,ist die Langeweile.
Vater. Die ist freilich mitunter hier zu Hause.
pho ne. Mir ist aber dafür gar nicht bange; denn ich weißsie mir und andern zu vertreiben.
Vater. Nun möchte ich doch sehen, wie Sie das hier an-fangen wollen.
phonc. Das sollt ihr gleich erfahren.
(Sie singt ein beliebtes Lieb.)
Vater iter bisher mit Verwunderung zugehört). Schön, aller-liebst ! Ja so lass' ich mir's gefallen.
Mutter (die gleichfalls von Zeit zu Zeit auf den Gesang ge-merkt). Wie meinst du, Alter! Ich dächte, das ließe sich hörest.
Nymphe. Liebe Schwester, habe Dank für den holden