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Was wir bringen.
Euer Excellenz glattem Gesicht ist keine Runzel zu bemerken!und nun gar der Anstand, die majestätische Pcrriicke! Wie glück-lich ist Ihre Frau Gemahlin, einen solchen Herrn zu besitzen,ll nlcr. Wer weiß, wie sie hinter seinem Rücken spricht?Mnttcr. Was konnte sie anders als Gutes!
Vatc r. Das denkt jeder gute Ehemann und läßt sich beider Nase herum führen; aber das wird uns gar zu schlecht gelohnt.Marthe! Marthe! das hätte ich nicht von dir gedacht.
Mnttcr. Was höre ich! was seh' ich! die Excellenz undmein Mann ist es Einer? sind es Zwei?
Mcrcnr
(dir zwischen sie hinein tritt, ein Gewand auf dem Ar»».
Er ist es freilich! Wundern müssen Sie sich nichtIn diesem Wunderlande. Fassen Sie sich, gute Frau,
Vor allen Dingen aber ziehen Sie nur das GewandGefällig an; auch dieses wird ein Wunder thun:
Es frischet Ihnen das Gedächtniß lebhaft an,
Vergangner Lagen werden Sie gedenken gleich.
Mutier. Nun lassen Sie sehen! (Sie nimmt das G-wandüber.)
Mcrcnr.
Und haben Sie von Seelenwandrnng nicht gehört?
Mutter. Ach, ich weiß nicht, ob meine Seele oder meinKörper auf der Wanderschaft ist.
Mcrcnr.
Wir eben alle sind dergleichen wandernde,
Beweglich muntre Seelen, die gelegentlichAus einem Körper in den andern übergehn.
Zum Beispiel, haben Sie Frau Wunsche! nicht gekannt?
Mutter. Ja, Frau von Wunsche! wollen Sie sagen. Icherinnere mich derselben noch gar wohl. Eine liebe, liebe Frau!(Hier wird eine schickliche Stecke aus der Rolle der Madame Wün-schet eingeschaltet.)
Mcrcnr.
Die Frau von Brumbach ist wohl Ihnen auch nicht fremd?
Mutter. Ach ja, es ist eine Dame in ihren besten Jahren.Sie hatte so ein Gänschen von Nichte. (Hier wird eine schicklicheStelle aus der Rolle der Frau «on Brumbach eingeschaltet.)
Mcrcur.
Das alles waren Sie und sind es immer noch,
Sobald Sie wollen, meine liebe gnäd'ge Frau!
Mutter. Nun spricht der Herr ganz vernünftig. Das lass'ich mir gefallen.
Mcrcnr.
Nun, edler Herr! die Hand an diese Dame hier!
Versöhnung! Was man Märten Uebels zugefügt,
Das darf die Excellenz nicht ahnden.
(Mann und Frau geben einander die Hände.)
So ist's recht!
Und nun, als Baucis und Philemon unsers Tempelbau's,Genießet lange, lange noch des guten Glücks,
Die Herrn und Frauen zu ergötzen. Tretet bald,
Als Oberförster, Oberförsters, im GlanzDer Kunstnatur, willkommen und bewundert auf.
Nun aber, dächt' ich, Zeit ist's, wir empfehlen uns.
Mnttcr. Ei freilich! das versteht sich von selbst. Wirwerden nicht weggehen wie die Katze vom Taubenschlag. Undsomit wollen wir uns bestens empfohlen haben. Es soll uns
jederzeit angenehm seyn, wenn Sie einkehren, und mit uns ver-lieb nehmen wollen.
lla 1 cr. Ich confirmire mich mit meiner gesprächigen Hälfte,und wünsche allerseits wohl zu leben.
(Er giebt ihr den Arm und sie gehen zusammen ab.)
Neunzehnter Äustritt.
Nymphe. Zweiter Knabe, der sie verfolgt. Mercnr.
NyMphc (flieht vor dem Knaben, der sie mit der Maskescheucht; sie eilt auf Mercur los und wirft sich ihm um den Hals).Nette mich, geliebter, schöner, göttlicher Jüngling, von dem un-geheuren Gespenst, das mich verfolgt. Du erschienst mir vorkurzem in menschlicher Bildung, und gleich neigte sich mein Herzdir zu. Ich erquickte dich mit irdischem Trank; nun laß mirauch deine himmlische Gewalt zu Gute kommen.
Mcrcn r.
Du süße kleine Leidenschaft, erhole dich!
Nym phc. Ihr habt mich weggerissen aus der stillen länd-lichen Wohnung, wo ich die unschuldigsten Freuden genoß; ihrhabt mich in diese Säle geführt, wo für mich nichts Reizendeszu finden ist, wo mich Larven verfolgen, vor denen ich keineRettung finde, als an deinem Busen.
Mcrcnr
(indem Nymphe au ihm gelehnt bleibt, zu den Zuschauern).
Indem sich, meine Herrn, das schöne KindAn meinen Busen drängt, verwirr' ich mich;
Vergesse fast, daß ich als Gott mich dargestellt,
Und daß ich überdieß, als Prologus,
Als Commentator dieses ersten SpielsVor euch in Pflichten stehe; doch verzeiht!
Ich selber finde meine Lage sehr bedenklich.
Und wenn das schöne, liebevolle KindNicht eilig sich erholt, daß ich mich schnellVon ihr entfernen kann, so fürcht' ich sehr,
Die Flügelchen an Hut und Schuh und StabVerpfänd' ich gegen einen einz'gen Kuß.
Indessen will ich mich um euretwillenSo gut als möglich fassen, euch so vielNur sagen: daß mein gutes, holdes KindDas Liebliche, Natürliche bedeutet,
Das sich so redlich ausspricht, wie es ist,
Das ohne Rückhalt sein gedrängt GefühlAuf Bäume, Blüthen, Wälder, Bäche, Felsen,
Auf alte Mauern wie auf Menschen überträgt.
(Zu Nymphe.)
Bist du beruhigt, liebe, kleine Seele?
Zw c it c r L » al> c (zu Merem).
Ihr sprecht von allen gegen diese Herren;
Nur mich vergeßt ihr; sagt auch, wer ich bin!
Mercur.
Wohl billig kommt die Reihe nun an dich;
Doch producire dich nur selbst! du siehst es ja,
Ich habe hier genug zu thun. Frisch und beherztHervor und sprich: Der Jüngste bin ich dieses Chors,
Das maskenhafte Spiel, das ein gewandter Freund