Uns und die Dichter, bessert sie und uns!Und wir erinnern uns in späten JahrenMit Dank und Freude dieser schönen Zeit.
Theaterreden.
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Prolog
zu dem Schauspiel: Der Krieg, von Goldoni.
Gesprochen von Madame Becker, geb. Neumann.
Den IS. Oktober 1793.
Den Gruß, den wir zu Anfang schuldig blieben,
Mit frohem Herzen sprech' ich heut' ihn aus;
Und die Gelegenheit giebt mir das Stuck,
Es heißt: der Krieg, das wir euch heute geben.Zwar werdet ihr von tiefer Politik,
Warum die Menschen Kriege führen, wasDer letzte Zweck von allen Schlachten sey,
Fürwahr in unserm Lustspiel wenig hören.
Dagegen bleibt ihr auch verschont von allenUnangenehmen Bildern, wie das SchwertDie Menschen, wie das Feuer Städte wegzehrt,
Und wie, im wilderregten Staubgetümmel,
Die halbgereifte Saat zertreten sinkt.
Ihr hört vielmehr, wie in dem Felde selbst,
Wo die Gefahr von allen Seiten droht,
Der Leichtsinn herrscht und mit bequemer HandDen kühnen Mann dem Ruhm entgegenführt;
Ihr werdet sehen, daß die Liebe sichSo gut in's Zelt als in die Häuser schleicht,
Und, wie am Flötenton, sich an der rauhenEintönigen Musik des Kriegsgetümmels freut;
Und daß der Eigennutz, der viel verderbt,
Auch dort nur sich und seinen Vortheil denkt.
So wünschen wir, daß dieses schwache BildEuch einiges Vergnügen gebe, euch das GlückDer Ruhe fühlbar mache, die wir fernVon allem Elend hier genießen.
Doch wir leiden
Ein Einziges durch jenen bösen Krieg;
Und dieses Einzige drückt schwer genug! —
Ach, warum muß der Eine fehlen! derSo werth uns allen, und für unser GlückSo unentbehrlich ist! Wir sind in Sicherheit,
Er in Gefahr; wir leben im Genuß,
Und Er entbehrt. — O, mög' ein guter GeistIhn schützen! — jenes edle StrebenIhm würdig lohnen; Seinen KampsFür's Vaterland mit glücklichem Erfolge krönen! —
Die Stunde naht heran, Er kommt zurück,
Verehrt, bewundert und geliebt von allen! —
Er tritt auch hier herein. Es schlagen ihmDie treuen Herzen froh entgegen;
„Willkommen!" riefe jeder gern;
„Er lebe!" schwebt auf jeder Lippe.
Doch die Lippe verstummt. —
Das volle Herz macht sich durch Zeichen Lust;
Es rührt sich jede Hand; unbändig schalltDie Freude von den Wänden wieder;
Durch's Getümmel tönt der allgemeine Wunsch:„Er lebe! lebe für uns, wie wir für Ihn!"
Prolog
zum Lustspiel: Alte und neue Zeit, von Jfsland.
Gesprochen von Madame Becker, geb. Neumann. im Charakter des JakobDen 6. Oktober t7Ut.
So hätt' ich mich denn wieder angezogen,
Mich abermals verkleidet, und nun soll,
Im vielgeliebten Weimar, wieder
Zum erstenmal ein neues Stück gegeben werden,
Das Alt' und neue Zeit zum Titel hat.
Ja, alt' und neue Zeit, das sind fürwahrBesondre Worte. — Seh' ich mich im SpiegelAls Knabe wieder angezogen, auf dem ZettelAls Jakob angekündigt, wird mir's wunderlichZu Muthe. — Jakob soll ich heißen?
Ein Knabe seyn? — Das glaubt kein Mensch.
Wie Viele werden nicht mich sehn und kennen,
Besonders die, die mich als kleine ChristelMit ihrer Freundschaft, ihrer Gunst beglückt.
Was soll das nun? Man zieht sich aus und an;
Der Vorhang hebt sich, da ist alles LichtUnd Lust, und wenn er endlich wieder fällt,
Da gehn die Lampen aus und riechen übel. —
Erst ist man klein, wird größer, man gefällt,
Man liebt — und endlich ist die Frau,
Die Mutter da, die selbst nicht weiß,
Was sie zu ihren Kindern sagen soll. —
Und wenn nichts weiter wäre, möchte manSo wenig hier agiren, als da draußen leben.
(Sie blättert in den Büchern, schlägt sie endlich zu. und legt sichln
Jakob — was fällt dir ein?
Man sieht doch recht, daß du ein Schüler bist,
Ein guter zwar, doch der zu viel allein
In seinen Büchern steckt. — Hinweg die Grillen! —
Hervor mit dir!
(Hervortretend.)
Begrüße diese Stadt,
Die alles Gute Pflegt, die alles nützt;
Wo sicher und vergnügt sich das GewerbeAn Wissenschaft und Künste schließt; wo der GeschmackDie dumpfe Dummheit längst vertrieb;
Wo alles Gute wirkt; wo das TheaterIn diesen Kreis des Guten mit gehört.
Ja, gönnt uns diesen Trost, daß wir nicht ganz umsonstHier oben uns bemühn. Wenn Herz und Geist