Auswärtige Literatur und Volkspoesie.
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zu einem großen, unübcrsehlichen Ganzen wirkt; wachsam, aufGewalt eifersüchtig, den bestehenden Zustand als das Höchsteund Beste betrachtend. Carmagnolaist ihm ganz und gar nichtsals ein Werkzeug zu Zwecken der Republik, welches, unnützund gefährlich erscheinend, sogleich zu verwerfen ist.
Marco, das löbliche menschliche Princip; ein Sittlich-Gutes ahnend, fühlend, anerkennend, das Tüchtige, Große,Mächtige verehrend, die solchen Eigenschaften zugesellten Fehlerbedauernd, Besserung hoffend und glaubend, einem einzelnenwichtigen Manne zugethan, und deßhalb, ohne es zu ahnen,im Widerstreit mit seinen Pflichten.
Die zwei Commissarien, vorzügliche Männer, ganz !ihrer Sendung werth. Sie treten auf, ihrer Stelle, ihres >Amts, ihrer Pflicht sich bewußt; sie wissen, von wem sie ge- ^sendet sind. Bald aber belehrt sie Carmagnolas Betragen über >ihre augenblickliche Ohnmacht. Die Charaktere beider Abgeord- ^neten sind vortrefflich abgestuft. Der erste ist heftiger, zum ^Widerstand geneigter, überrascht von der Verwegenheit des .Grafen; erzürnt, weiß er sich kaum zu fassen. Im Augenblick,daß beide allein find, zeigt sich, daß der zweite das Unheil vor- ^ausgesehen. Dieser nun weiß seine Meinung geltend zu machen,daß, da sie die Gewalt nicht haben, den Grafen abzusetzen odergefangen zu nehmen, sie sich verstellen und Zeit gewinnenmüssen; worin beide zuletzt übereinstimmen, obgleich mitWiderwillen des ersten.
Hiermit wären denn die Hauptpersonen genugsam, in Be-zug auf jene Scenenfolge, geschillert. Nun haben wir nochvon dem eingeführten Chor zu reden.
Er ist keineswegs theilnehmend au der Handlung, sonderneine aparte Gesellschaft für sich, eine Art von lantwerdendemPublicum. Bei der Ausführung müßte man ihm einen beson-dern Platz anweisen, wodurch er sich ankündigte, wie unserOrchester, welches einstimmt in das, was auf der Bühne ge-schieht, ja in der Oper, im Ballet einen integrirenden Theilmacht, aber doch nicht zu jenen gehört, welche persönlich er-scheinen, sprechen, singen und handeln.
So viel wir nun aber auch über dieses lobenswürdigeTrauerspiel beifällig gesprochen, so bliebe doch noch manches zusagen und zu entwickeln übrig. Wenn wir jedoch bedenken, daßein ächtes Kunstwerk sich selbst schon ankündigen, auslegen undvermitteln soll, welches keine verständige Prosa nachzuthunvermag, so wünschen wir nur noch dem Verfasser Glück, daßer, von alten Regeln sich lossagend, auf der neuen Bahn soernst und ruhig vorgeschritten, dermaaßen daß man nach feinemWerke gar wohl wieder neue Regeln bilden kann. Wir gebenihm auch das Zeugniß, daß er im einzelnen mit Geist, Wahlund Genauigkeit verfahren, indem wir, bei strenger Aufmerk-samkeit, in sofern dieß einem Ausländer zu sagen erlaubt ist,weder ein Wort zu viel gefunden, noch irgend eins vermißthaben. Männlicher Ernst und Klarheit walten stets zusammen,und wir mögen daher seine Arbeit gern classisch nennen. Erverdiene sich fortan das Glück, in einer so ausgebildeten, wohl-klingenden Sprache vor einem geistreichen Volke zu sprechen undsprechen zu lassen; er verschmähe fernerhin die gemeine Rüh-rung, und arbeite nur auf diejenige hin, die uns beim An-schauen des Erhabenen überrascht.
Das Versmaaß ist der eilfsylbige Jambus, welcher durchabwechselnde Cäsuren dem freien Recitativ ganz ähnlich wird,so daß eine gefühlvolle, geistreiche Declamation alsobald mitMusik zu begleiten wäre.
Diese Behandlung des bekannten, der modernen Tragödie,besonders auch der deutschen, höchst angemessenen Versmaaßeswird noch durch ein eigenes Uebergreifen des Sinnes (euzsm-bemsut) vielbedeutend; die Zeile schließt mit Nebenworten,der Gedanke greift über, das Hauptwort steht zu Anfang derfolgenden Zeile, das regierende Wort wird vom regierten an-gekündigt, das Subject vom Prädicat; ein großer, mächtigerGang des Vertrags wird eingeleitet, und jede epigrammatischeSchärfe der Endfälle vermieden.
Eine gewissenhaft versuchte Übersetzung mehrerer Stellenist uns nicht in dem Grade gelungen, daß man die Verdienstedes Originals daran erkennen würde; deßhalb wir den Dichterin seinem eigenen Idiom sprechen lassen.
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