Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Nuiwsrtlge Literatur und Dolksvoesie.

?ir> ed'io siii socc», e nc>l Ivscioi clw ^nuncko§i mi v'astiinse. mi cucciü clel Zracko6ol mio ssii^us ncguiststo: iuvsu tentui^1 mio Kixnor IgAwurmi. I miei uemioi?uttc> avssn 8iepe intorno »I trono: nllor»lll'vcoorsi rcllln el>s In mis vita sncli'ess»ktava in pori^Iio: n ein non xxii Ziel tempo.6Iiö In miu vita io vo^Iio ckur, mn in csmpo,ker notiil esnsn, s con vnor, non pre8oHelln rets <lei vili. Io Io Isseisi,

6 n voi eines! un nsilo; ein «zuesto sneornHi mi tese un sgAusto. Oru n oostuikiü nulln io <le§ßlo; cli nemico npertoXeinica aperto io sono. ^Il'util voelroIo servirö, ms Irsnco e in mio propostoOelibersto, eoins cpuei cli'ö certo6Iie Aiustn cosn impreucks.

Herr Manzoni gab durch einen guten Gedanken in seinerVorrede zum Grafen Carmagnola zu folgenden BetrachtungenAnlaß. Der Hauptirrthum, woran« die eingebildete Nothwen«digkeit der beiden, nunmehr beseitigten Theatereinhciten ent-sprang , entwickelte sich anS dem übrigens löblichen lebhaftenAntheil, den der Zuschauer an der Bühne nimmt; nur versiehter es darin, daß er, der unten ganz still sitzt, sich einbildet, erhabe auch oben zu schaffen; daher sich denn die da droben ebenso wenig vom Flecke rühren und zu ihrem Thun und Handelnnicht mehr Zeit brauchen sollen als er zum Schauen und Hor-chen. Diesen Irrthum muß man ihm benehmen, wenn dasTheater erfreulich und der peniblen Forderungen jener Ein-heiten entbunden werden soll.

Bedenke doch der gute Zuschauer, daß die Leutchen dadrobenmitunter Prügel austheilen, von denen er nichts fühlt, daß,wenn sie sich todt gestochen haben, er ganz gelassen zu Hausesein Abendbrod verzehrt, und daß er ihnen also eben so gut zuge-stehen könnte, sich von Ort zu Ort zubewegen, nicht weniger auchdie Zeit mit Siebcnmeilenstiefcln zu überschreiten. Wenn ersich, indem der Vorhang zum erstenmal aufgeht, ganz leichtund willig nach Rom versetzt, warum sollte er nicht Gefällig-keit genug haben, interessante Personen zunächst nach Carthagozu begleiten?

Inäioariorte

M cio cdo nel 1819 si s Ivttv in Itaiia iiUorno Kilo lottere, »IIsecienre ell alte erli.

1820 .

Diese Je.hresanzeige kommt uns eben, als wir Vorstehendeszum Drucke bestimmen, vor Augen, und ob wir gleich das ^literarische Verdienst des trefflichen Verfassers schon längst zu !schätzen gewußt, so finden wir uns doch dießmal mit ihm in !einigem Widerspruch und entschließen uns daher zu nachstehen- Ider Uebersetzung und Gegenrede.

Im vorigen Jahrhunderte stärkte sich das Italiänische !Theater auf einen hohen Grad an den Werken Goldonis und !Alfieris. Durch sie ward es der Erniedrigung, worin es lag, !

' entzogen, ein neues Leben erschien auf demselben. Unglücklicher-weise fand der zweite dieser Autoren mehr Nachfolger als dererste, und wirklich steigen auf unserer Halbinsel hie und dakühne, glühende Geister auf, welche seine Spur betreten. KeinJahr vergeht, daß man nicht aus den Pressen zwanzig oderdreißig Tragödien an's Tageslicht hervortreten sähe, alle un-j gefähr von gleichem Werthe.

!Auch in diesem Jahr behandelte Graf Gambare Andrea! Poncarale di BreScia, Maugili Leonida, Marchisio! Miseto, zwei Autoren Quaquarelli und Gaspariuetti, jeder! einzeln Bibli, der Herzog von Ventignano Jppolito und! Jfigenia in Aulidc, Rufsa Teramene, Agave und! die Beliden, Manzoni den Carmagnola.

(Note. Der Graf Carmagnola, Trauerspiel von A. Man-zoni. Dieses Trauerspiel, welchem große Fehler nicht abgehen,hat auch viele Schönheiten, und verdient, daß wir davon be-sonders handeln. Hier aber wollen wir auf keine Art unsernMeinungen vorgreifen.)

!Wenige Städte giebt's, welche nicht einen oder mehrere Ver-fasser zählten von Tragödien, die völlig unter jenem Schutz undSchirm compilirt worden. Aber sinnige Personen, eifersüchtigauf unsern Ruhm, finden wohl, daß sie sich nicht auf die Vcr-sicherungen der Autoren selbst verlassen können, sondern über-zeugen sich, daß, wo die ganze Seele Alfieris nicht zu findenist, seine Formen sich gar schlecht zu einem Empfinden schickenwollen, das nicht das eigene sinnige sey, dergestalt daß es mehrverdrießlich als zu verwundern ist, in solchen Werken weder guteAuswahl des Gegenstandes, noch Regelmäßigkeit des Ganges,keine Wahrheit des Costüms, aber wohl die Sittensprüche, dieWendungen und oft die eigensten Verse Alfieris zu finden.

(Note. Manzoni verdient den Tadel einer knechtischenNachahmung keineswegs; er hat sich davon völlig losgelöj't.)"

In sofern es möglich ist, den ganz eigenen, schwer zu be-zeichnenden Styl der Italiänischen Prosa im Deutschen wieder-zugeben, trugen wir den Landsleuten vor, was ein sehr tüchtiger,von uns höchlich anerkannter Mann über unsern Freund Man-zoni gesprochen. Stach allein, was wir bereits über das Stückgeäußert, dürfen wir hierzu nicht schweigen, und wenn sie esauch drüben über den Alpen nicht vernehmen sollten. So vielist gewiß, wir urtheilenden deutschen Literatoren würden sonicht zu Werke gehe». Denn erst heißt es, Alfieri habe leidermehr Nachfolger als Goldoni, dann werden ein halb DutzendAutoren als solche unerfreuliche Nachtreter mit ihren Werkengenannt, zuletzt Manzoni und sein Graf Carmagnola. Gleichaber in der Note werden diesem Stücke, neben großen Fehlern,viele Schönheiten zugestanden, allein für den Augenblick jedemUrtheil ausgewichen. Hierauf enthält der Text durchgängigeMißbilligung solcher Arbeiten; nur in einer Note wird Man-zoni abermals ausgenommen.

Diese Art kritischer Behandlung sey uns Deutschen fremd IWenn über den Alpen der vortreffliche Literator am Ende einerReihe von Autoren, die er nicht billigt, einen werthen Manzoninachbringt, um ihn etwas besser zu behandeln, so würden wirdie zuerst genannten Dichter einzeln summarisch charakterisirt,diesen aber, als den vorzüglichsten, dem es am besten gelungen,ausgezeichnet, und nicht dem Text widersprechende Noten