Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
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Didaktischer Theil.

207

vers le eouol.sut; et s» moilieiit le soleil spproelisit,Is 1'Iioriron, ou <lisliii«us du eütv dlamätralciuentnppose elng ou slx Islsceuux äs rnvous lumineux. Ilspurtsieut, ev. <liver§esut, tl'urr deini-äisipue purell ü uo^ranck Aloks, dont l'Iioriron sensible eilt eselie ls nioitie.O deml-dlsgus ätalt <Ie In eouleur du viel, c^nund sonsrnr drille du plus Arsud belat. des rs^vns purslsssieutd'autuut plus vlls, <xue le soleil etsit le plus prös de dis-psrallre.

be coucbant s'etuut rempli de nusAes, <xui dero-dnlent In vue du soleil^ Is xbenoinene luinlueux ne csssupss; l'lnstsut jl tut Is plus sensible, int eelnil'sstre du jour düt tztre desoeudu sous l'boriro»; des-lors son eelat dimlnus, et dlspsrut pen-ü-peu

XXXII.

Paradoxer Seitenblick aus die Astrologie.

Ein phantastisches Analogen der Wirlsamkeit unseresdirecten und obliquen Widerscheins finden wir schon in derAstrologie, doch mit dem Unterschiede, daß von ihren Einge-weihten der directc Widerschein, den wir als heilsam erkennen,siir schädlich geachtet wird, mit dem Geviertschein jedoch, welchermit unserm obliquirten zusammenfällt, und den auch wir alsdeprimirend ansprechen, haben sie es getroffen, wenn sie den-selben für widerwärtig und unglücklich erklärten. Wenn sodannder Gedrittschein und Gesechstschein, welchen wir für schwan-kend erklären, von ihnen als heilsam angenommen wird, somochte dieß allenfalls gelten, und würde die Erfahrung nichtsehr widersprechen: denn gerade a,n dem Schwankenden, Gleich-gültigen beweist der Mensch seine höhere Kraft, und wendetes gar leicht zu seinem Vortheil.

Durch diese Bemerkungen wollen wir nur so viel sagen,daß gewisse Ansichten der irdischen und überirdischen Dinge,dunkel und klar, unvollständig und vollkommen, gläubig undabergläubisch, von jeher vor dem Geiste der Menschen gewaltet,welches kein Wunder ist, da wir alle auf gleiche Weise gebautsind, und wohlbegabte Menschen sämmtlich die Welt aus einemund demselben Sinne anschauen; daher denn, es werde ent-deckt, was da wolle, immer ein Analogen davon in frühererZeit aufgefunden werden kann.

Und so haben die Astrologen, deren Lehre anf gläubigenncrmüdcte Beschallung des Himmels begründet war, unsereLehre von Schein, Rück-, Wider- und Nebenschein vorempfun«den; nur irrten sie darin, daß sie das Gegenüber für einWiderwärtiges erklärten, da doch der dirccte Rück- und Wider-schein für eine freundliche Erwiederung des ersten Scheins zuachten. Der Vollmond steht der Sonne nicht feindlich entgegen,sondern sendet ihr gefällig das Licht zurück, das sie ihm ver-lieh; es ist Artemis, die freundlich und sehnsuchtsvoll denBruder anblickt.

Wollte man daher diesem Wahnglauben fernerhin einigeAufmerksamkeit schenken, so müßte man, nach unsern Angabenund Bestimmungen, bedeutende Horoskope, die schon in Erfül-lung gegangen sind, rectificiren und beachten, in wiefern unsereAusleguugsart besser als jene Annahme mit dem Erfolg über-eintreffe.

So würde z. B. eine Geburt, die gerade in die Zeit des

> Vollmondes fiele, für höchst glücklich anzusehen seyn; denn der. Mond erscheint nun nicht mehr als Widersacher, den günstigen! Eiilfluß der Sonne hemmend und sogar aufhebend, sondern^ als ein freundlich milder, nachhelfender Beistand, als Lucina,

als Hebamme. Welche große Veränderung der Sterndeute-! kunst durch riefe Ausleguugsart erwüchse, fällt jedem Freund! und Gönner solcher Wunderlichkeiten alsobald in die Augen.

! XXXIII.

l Mechanische Wirkung.

^ Sollten wir nun vielleicht den Vorwurf hören, daß wirmit Verwandtschaften, Verhältnissen, mit Bezügen, Analogien,

> Deutungen und Gleichnissen zu weit umher gegriffen, so^ erwiedern wir, daß der Geist sich nicht beweglich genug erhalten

> könne, weil er immer fürchten muß, an diesem oder jenem^ Phänomen zu erstarren; doch wollen wir uns sogleich zur näch-' sten Umgebung zurückwenden und die Fälle zeigen, wo wir^ jene allgemeinen kosmischen Phänomene mit eigener Hand tech-! nisch hervorbringen und also ihre Natur und Eigenschaft näher! einzusehen glauben dürfen. Aber im Grunde sind wir doch

nicht, wie wir wünschen, durchaus gefördert; denn selbst waswir mechanisch leisten, müssen wir nach allgemeinen Natur-gesetzen bewirken und die letzten Handgriffe haben immer etwasGeistiges, wodurch alles körperlich Greifbare eigentlich belebtund zum Unbegreiflichen erhoben wird.

Mau spanne ein starkes Glastäfelchen, das keine entopti-schen Eigenschaften hat, in einen metallenen Schraubstock der-gestalt, daß zwei entgegengesetzte Punkte der Peripherie vor-züglich afficirt werden; man bringe diese Vorrichtung unterdie Spiegel, so wird man eine von jenen beiden Punkten aus-gehende Erscheinung erblicken; sie ist büschelförmig, theils helltheils dunkel, nach dem Gesetz gefärbt, und sucht sich durcheine ovale Neigung gegen einander zu verbinden. Durch denDruck geht also eine Veränderung der Textur der Bestandtheilevor, ihre Lage gegen einander wird verändert, und wir dürfeneine Kolutio coutinui, wie bei dem schnell verkühlten Glasevorgeht, annehmen.

Eine ähnliche Erfahrung giebt uns hierüber abermals einigesLicht. Es fand sich ein knopfartig gearbeitetes Stück Bernstein,vollkommen klar, in der Mitte durchbohrt; zwischen die Spiegelgebracht, zeigten sich vier aus dem Mittelpunkt ausgehendeweiße und bei der Umkehrung schwarze Strahleubüschel. Hierscheint der Bohrer, aus der Mitte gegen die Seite drückend,eben dieselbe Wirkung hervorgebracht zu haben als die Zwingeaus die Seiten der Glastafel, nur daß hier immanent gebliebenwar, was bei der Glastafel, wenn die Zwinge geöffnet wird,sogleich vorüber ist. Wir ließen, um der Sache mehr beizu-kommen, einige Stücke Bernstein durchbohren, das Phänomengelang aber nicht zum zweitenmal.

XXXIV.

Damastweberei.

Wo wir aber diese Erscheinung mit Händen greifen können,indem wir sie selbst technisch hervorbringen, ist bei dem Damast-weben. Man nehme eine gefaltete Serviette, von schön gear-beitetem, wohl gewaschenem und geglätteten Taselzeuge, und