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Mineralogie und Geologie.
welche sich wohl in der Folge bei fortgesetzten, mehr conformenBeobachtungen ausgleichen wird, ob wir schon unsere Angabevon 1976 Pariser Fuß für sicherer zu halten Ursache haben.
Abschluß.
Mit Bedauern fühlen wir uns hier durch die Bogenzahlermähnt, von einer erfreulichen Localität, einem interessantenGegenstand und guter Gesellschaft Abschied zu nehmen. Wennwir auch unsern Lesern überlassen, von der Marienbader Oert-lichkeit, den Vorzügen der dortigen Anlagen und Einrichtungen,dem heilsamen Einwirken der Wasser und was von dorther sonstzu erfahren wünschenswerth ist, sich durch mehrere hiervonhandelnde kleinere und größere Hefte zu unterrichten, so hätteich doch umständlicher und dankbarer gedenken sollen, wie sehrich in meinen geologischen Zwecken von vielen Seiten her ge-fördert worden.
Unter Vergünstigung des Herrn Prälaten Reitenbergerwurden mir vom Herrn Subprior, dem Anordner und Auf-seher des im Stifte Tepel neuerrichteten Mineraliencabinets,mehrere Böhmische Seltenheiten verabreicht. Herr Graf Stern-berg hat mich durch seine beiden Hefte der vorweltischen Flora,wie nicht weniger durch bedeutende Exemplare der in den Kohlen-werken gefundenen Pflanzenabdrücke geehrt und beglückt. HerrKreishauptmann Breinl zu Pilsen versah mich reichlich mit denEisensteinen von Rokizan, mit ausgezeichnet schonen Wavelitenund andern interessanten Mneralkörpcrn. Die Herren GrafKlebelsberg, Barowvon Bresecke, Gradl und Heider ließen esan Beiträgen nicht ermangeln, und gern gedenke ich auch einigerBergleute und Steinarbeiter, die mir manches Wünschenswerthezutrugen.
Der Verfolg des mit der 84. Nummer abgebrochenen Kata-logs wird künftige Reisende und Curgäste auf gar manchen in-teressanten Fund aufmerken lassen.
Böhmen,
vor Entdeckung Amerikas ein kleines Peru, von Andr. Chr, Eichler,Prag 1820,
1821,
Dieses kleine, aus fünf Bogen bestehende Heft kommt mirbei gegenwärtigen Arbeiten sehr zu Statten: denn man wirddadurch klar, was von den in der Böhmischen Geschichte legen-denartig ausgeführten Bergwerksreichthümern zu denken sey;man erfährt, wie die im ganzen zwar mäßigen, aber dochimmer bedeutenden Metallerzeugnisse des innern Böhmens infrüherer Zeit, bei unvollkommenen Anstalten des Bergbaues,immer doch gefruchtet, wie aber die gränzenlosen Kriegsver-wüstungen mehrerer Jahrhunderte das Vorbereitete vernichtetund neuen Angriff fast unmöglich gemacht.
Was die verschiedenen Kreise liefern und leisten, wird an-gezeigt; dann folgt ein alphabetisches Register der Fossilien,welche in Böhmen gefunden werden; sodann aber wird auf dasNiclasberger und Moldauer Erzrevier ein theilnehmender Blickgeworfen und die Mittel, den Bergbau wieder in's Leben zurufen, einsichtig angegeben.
Wir haben auf unserer dießjährigen Laufbahn viel Nutzen
von diesem Büchlein gezogen, und niemand, der mit geognvsti-schcm, geologischem, oryktognostischem Sinne Böhmen betritt,sollte es an seiner Seite vermissen.
Wir haben an Kefersteins Unternehmen sehr gebilligt, daßer sich im allgemeinen gehalten hat, und so die in sich ver-schiedentlich abweichenden, schwankenden, wechselseitig über-gehenden Abweichungen des frühesten Urgebirges mit reiner,schön rother Farbe und die Schieferbildung mit der rein grünenbezeichnet hat, einem jeden überlassend, die Lebendigkeit somancher Uebergänge sich aufzusuchen und zurecht zu legen; ebenso billigen wir, daß er alles, was nicht Muschel- oder Jura-kalk ist, mit der Farbe des Alpenkalks violett bezeichnet.
Wie wir uns nun vorgenommen, nach solcher Anleitung das-jenige, was sich mit Farben nicht ausdrücken läßt, mit Wortennachzubringen, so geben wir folgendes zu bemerken. Mit demThonschiefer kommt nicht allein ein älterer Kalk zum Vorschein,sondern es tritt noch ein eigener Umstand hervor, daß auchlebendige Wesen, wie noch jetzt, zu Auferbauung von Hügelnund Höhen mitgewirkt. In der geognostischen Karte von Deutsch-land finden wir von Pösncck bis Gera einen violetten Streifen,zunächst an jenem Orte breiter, gegen den letztem zugespitzt.Diese Linie von Pösneck, Oppurg u. s. w. ist ein rauher, harter,wildgebildeter Kalkstein, meistens aus Madreporen gebildetund, so viel sich bemerken läßt, unmittelbar auf den Schieferdes Voigtlandes aufgesetzt, worauf man denn nordwärts, derOrla hinabfolgend, gegen das Saalthal zu, in die Region desbunten Sandsteins gelangt, auf welchen zuletzt der Muschelkalksich aufgelagert, wie gedachte Karte deutlich ausweißt.
Auch in Böhmen fanden wir an zwei Orten einen solchenKalk, der jenen Geschöpfen sein Daseyn verdankt, einmalunsern Franzensbrunnen, an dem Wege nach Carlsbad, so-dann aber bei Treitnitz, erstem Dorfe von Eger nach Sandau.
Noch zu erwähnen aber haben wir eines zwar entferntensolchen Felsens, welcher als Korallenklippe in dem Urmeer vonBedeutung war; es ist der Hübichenstein am Harz, der, alszweite Vignette, in von Trebras Erfahrungen vom In-ner n d e r G e b i r g e zu sehen ist. Eine vom Rath Kraus beiunserm Aufenthalt auf dem Harz im großen vortrefflich ge-zeichnete Abbildung, welche ich noch besitze, ist hier verkleinert.Freund Trebra aber spricht davon folgendermaaßen. „Ein Kalk-felsen am Jberge unweit der Comniunion-Bergstadt Grund,der so hoch und so schmal, gegen die Höhe genommen, demHereinstürze wohl nicht entgangen seyn würde, wenn nicht seineganze Masse mit Korallgewächfen, Madreporen, Fungiten undandern Wassergeschöpsen durchflochten wäre. Er steht in Masseda, ohne alle regelmäßig abgetheilte Lager. Die Spalten undHöhlungen oder Drusen, welche man äußerlich an ihm findet,berühren sich nicht, laufen zum größten Theil perpendicular,und nur auf sehr kleine Längen fort."
Interessant wäre es zu bemerken, an welche Formattondiese organischen Reste sich anschließen: die von mir beobachte-ten beziehen sich aus's Uebergangsgebirge; im Flözgebirg binich keinen begegnet.