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k c n st o ck e. Die genauern Schilderungen verspüreich auf den künftige» Brief, und die Antwort aufdiesen erwarte ich aus Ihrem Munde selbst, w.
V.
Fragment auS einem zweitenLob der Narrheit.
»Die Sterne auf den Röcken schimmern nurNachts; aber wehe der Sonne, vor der sie erblas-sen ! Wehe den Knien, die nicht dem Klotze hul-digen , aus welchen, man den Gegenstand der all-gemeinen Verehrung geschnitzt! Blitze treffenzwar den Lorbeer nicht, aber doch den, der ihnträgt; und nichts ist gewöhnlicher, als Thränenin scharfsichtigen Augen I Der große Mann mußalso entweder durch niedrige Bücklinge unter demNeide hindurch kriechen, und den langen Fischen.seichen, die sich krümmen, um durch das wider-stehende Wäger zu schwimmen, oder er mußgleich den Palmbäumen durch Stachel» seineFrüchte gegen die Schweine beschützen. Welchesvon beiden er nie wollen, und welches er seltenkönnen wird , weiß man von selber. Was bleibtihm nun übrig? Genug! der Rath, er werdewie der Narren einer. Die Aerzte des Volks ha-'ben Harlekine bei sich ; und sein Körper wenig-stens spiele, während seine Seele Pillen austhei-let, den buntschäckigen Diener. Um die Nat-tern zu verscheuchen, tragen die Mohren in Cy-pern Schellen an den Stiefel». Scherz istdaher nicht zu verachte»; denn außerdem, wasSturz von dem Einflüsse der lustigen LauneVoltaire'-; auf die Duldung dieses Mannes sagt,außerdem , daß alles Vieh, von, Schafe bis zumStier, das Salz liebet, so ist auch gewiss, daß dasLachen ein paar Stufen von Größe heruntersetzt.Ernsthaftigkeit ist Las Wappen des großen Ver-dienstes ; daher ist es in Abtera besser Demokricals Heraklit zu sein. — Daß ich mit diesem allendem Weisen blos angerathe» haben will , seineThorheiten weniger zu verbergen, auf Sommer-flecken nicht Schminkpflästerchen zu legen unddünne Waken nicht durch allerlei Materialien zuvergrößern, versteht sich von selber: denn Thor-heiten .hat jeder, und von keinem Kleide lassensich alle Federn und alle Stäubchen abbürsten. —Allein weiter! Narrheit kommt auch der Dumm-heit zu statten. Diese beiden Benennungen sindnicht gleichbedeutend. Denn die Narrheit ist derMaulesel, der aus der Vereinigung des Pferdsmit dem Esel (der Weisheit mit der Dummheit)entspringt Zwar sind beide wie Frau und Mannimmer ein Leib; zwar ist immer neben dem go-thischen Rathhause, wo man sich berathschlagt,der Rathkeller, wo man sich betrinkt; zwar sindbeide Schwestern und beide Antimusen, aber jedebewohnet doch einen besondern Gipfel auf demParnaß, der der Antipode des griechischen,und oft der deutsche ist; und ist dieser Erdball dasBedlain des Universums , so wohnet die Dumm-
heit, gleich den Bedienten, parterre, und dieNarrheit, gleich der Herrschaft, in der Iml ötriM,jedoch des Gelehrten, des Polypen zwischenbeiden , nickt zu vergessen , der unter dem Dachelogiert. — Die Narrheit kommt nun der Dumm-heit zu statten. Hicmit, um noch einem Mißver-ständuiß vorzubeugen, sag' ich nicht, daß dieDummheit nicht die Mutter des Glücks ist; daßauf ihrem faulen Rücken nicht mehr die Mehl-säcke liegen; daß kor nicht erhoben werte, derkriechen kann, und daß der glücklich ist, der esverdient. Ich weiß, daß der Rock der Ehre blosgemacht ist, um die Blöße des UnverdiensteS zubedecken, wiewohl man oft die Schönen nachah-met, die sich ankleiden, um ihre Nacktheit zu zei-gen; ja daß die Ehrentitel, womit man die Men-schen behängt, ein enges Gewand sind, welchesdie Thorheit hindert, »ach Gefallen Sprünge zumachen. Aber was will ich denn sagen? Dieses.Man nehme erstlich nur die Mode. Denn dieNarrheit ist der Schneider EuropenS. Ein klei-nes Gehirn hat seinen Werth ; aber was für ei-nen großen bekommt es nicht unter einem g r v -ß e n Hute? Jeder schätzt einen st sei; aber einer,den sonst die Fabel und jetzt die Blöke g r ün an-streicht, ist zum anbeten, und war' ich ein Frau-enzimmer, würd' ich sagen, zum Küssen. Selberdie stolze Philosophie im cyuischen Mantel mußdem! seltnen Mäntelchen weichen, welches um einlebendiges Gerippe flattert, taS man mit einemlateinischen M gekrönet. Große Schul schnallenleihen nicht blos kleinen Fußen, sondern auch klei-nen Köpfen ihre Strahlen. Zu langen Ohrenstehen große Locken schön, und noch schöner goltneSchellen. Da ich nur von männlichen rede, wirkman wohl errathen, daß an weibliche das gehängtwerken muß, um was man dem Galanteriehänk-ler das halbe Vermögen verpfändet. »Der Mannhat glänzende Gaben» heißt nicht, er hat einenglänzenden Kopf, sondern einen glänzendenBauch, wie der Feuerkäfer; er hat nämlich einegoldgestickte Weste. Der Gehalt der meisten Ido-len guter Gesellschaften wohnet auf ihrer Ober-fläche und ihre äußere Seite ist ihre beste. DiePlauzen nützen dem Apotheker mit ihrer Rindeam meisten, und die Rinde ist der schmackhaftesteTheil des Brods. Schälet die Rinde von jenenLorbeerbäumen ab, und sie verdorren ; dieses sie-het man, wenn solche gute Köpfe ihre Außen-Ta-lente für die Befriedigung des Magens verpfän-den, und ihren Witz zur Trödelbude, in die Ge-sellschaft der durchlöcherten Dummheit, wandernlassen. — Von der Bestätigung meines Satzeswar ich neulich Augenzeuge bei einer Kaufmann-frau , die für ein unmündiges Kind einen Haus-lehrer unter zweien Studenten auswählte, dieman ihr wegen ihrer gleichen Dummheit vorge-schlagen hatte. Natürlich wurde der eine, der sowenig besaß, daß er seine rothen Haare nicht mitPuder schminken konnte, und das alte röthlicheBräutigamkleid seines dicken Vetters trug, und alsoblos dumm war, dem nachgesetzt, der seinen Ma-gen seiner weißen Frisur aufopferte, der mit ei-nem schwarzen Rocke und weißen seidenenStrümpfen prangte und also auch ein Narrwar. So war in Aegypten der Esel wegen sei-